Grün, weiß, schwarz: Waltraud Ahmad und ihr buntes Reisangebot. Foto: Steinert
Stuttgart - So mancher Chinaurlauber erlebt spätestens dann einen Kulturschock, wenn er den Frühstücksraum im Hotel betritt. Statt nach Kaffee und Brötchen riecht es nach Knoblauch. Serviert werden gebratene Nudeln, eingelegtes Gemüse und vor allem Reis. Für das Frühstücksgericht Congee wird ein Teil Reis mit zehn Teilen Wasser oder Brühe aufgekocht und mindestens vier Stunden gegart, bis der Reis zerfallen und ein fader Brei entstanden ist.
Vor allem in China ist Reis das wichtigste Lebensmittel (nicht ohne Grund begrüßt man sich mit der Floskel: Haben Sie heute schon Reis gegessen?). Aber auch in anderen asiatischen Ländern steht das Getreide ganz oben auf dem Speisezettel. Weil Waltraud Ahmads Mann Nisar aus Pakistan stammt und gern kocht, spielt Reis auch in ihrem Leben eine große Rolle. Sogar in beruflicher Hinsicht: die Eheleute führen seit 17 Jahren den Pakistan-Indien-Shop in der Markthalle. Reis ist eines der wichtigsten Produkte an dem Stand. "Wir führen an die 30 Sorten aus mehr als zehn Ländern", sagt Waltraud Ahmad. "Bei uns zu Hause kommt fast jeden Tag Reis auf den Tisch", sagt die Stuttgarterin.
Den Reis nicht umrühren
Natürlich nicht in Form eines chinesischen Reisbreis, sondern als aromatische, gut duftende Beilage zu Fisch und Gemüse oder als Hauptspeise in einem Curry. "Mein Lieblingsreis ist der Basmati", sagt Waltraud Ahmad. Die inzwischen beliebteste Sorte stammt ursprünglich aus Afghanistan, wird am Fuß des Himalaya angebaut, ist langkörnig und besonders aromatisch (Basmati bedeutet auf Hindu Duft).
Waltraud Ahmad rät ihren Kunden, auf eine Tasse Basmati anderthalb Tassen Wasser zu geben. Den Reis so lange köcheln lassen, bis eine dünne Schicht Wasser übrig ist. Dann den Herd ausschalten, Deckel drauflassen und zwanzig Minuten ziehen lassen. "Man darf nicht rühren, sonst wird der Reis matschig", sagt Waltraud Ahmad.
Auf jeder ihrer Reispackungen sind Kochanleitungen, denn: "Auch der beste Reis gelingt nicht, wenn er falsch zubereitet wird." Grundsätzlich gibt sie jeden Reis vor dem Kochen in ein Sieb und hält dieses unter fließendes Wasser, bis dieses klar ist. So wird überflüssige Stärke weggespült. Bereits gekochten Reis kann man in einer gut verschlossenen Schüssel problemlos vier Tage im Kühlschrank aufbewahren.
Schwarzer Reis passt gut zu Schrimps
Gern kocht Waltraud Ahmad auch grünen Reis aus Vietnam. "Der schmeckt süßlich und passt gut zu Fisch." Noch farbintensiver sind die grünen Reisflocken, mit denen man einen Fisch panieren kann.
Typisch italienisch sind die Risottosorten wie der Arborio, der in der Po-Ebene angebaut wird. Risottoreis zeichnet sich durch sein kurzes, gedrungenes Korn aus. Es gibt ihn auch in schwarz. Waltraud Ahmads Tipp: "Der sieht toll aus zu Schrimps ."
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