Kirchheim - „Die Martinskirche ist ein Wahrzeichen unserer Stadt, das erhalten werden muss.“ Angelika Matt-Heidecker, die Oberbürgermeisterin von Kirchheim (Kreis Esslingen) macht keinen Hehl daraus, dass ihr die evangelische Stadtkirche auch persönlich am Herzen liegt. Hier ist sie getauft und konfirmiert worden. Hier hat sie geheiratet. Damit es in Zukunft nicht manchen Paaren passiert, dass sie bei der Hochzeit in der Kirche nass werden, muss etwas geschehen. Bereits als Renate Kath vor viereinhalb Jahren als Dekanin nach Kirchheim kam, war ihr klar, dass sie nicht an einer grundlegenden Sanierung der Kirche vorbeikommen würde. Denn schon damals war das Dach so undicht, dass die darunter liegende Holzkonstruktion unter der eindringenden Feuchtigkeit und dem sich daraus ergebenden Schädlingsbefall litt.
Sanierungspläne für die nächsten Jahre
Bereits Ende 2010 hat Renate Kath zusammen mit dem Architekten Matthias Bankwitz die ersten Pläne für eine langfristige Bestandssicherung der Martinskirche präsentiert. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten nun endlich beginnen. In einer ersten Bauphase soll für 820 000 Euro der Dachstuhl erneuert werden. Von 2014 bis 2017 folgt die Sanierung der Außenfassade. Mancher Stein ist mittlerweile durch Umwelteinflüsse derart beschädigt, dass er ersetzt werden muss. An anderer Stelle müssen Risse beseitigt werden. Auch die Abdichtung der Kirchenfenster lässt zu wünschen übrig. Für diesen zweiten Abschnitt der Sanierung benötigt die Kirchengemeinde nach aktualisierten Planungen 1,6 Millionen Euro. Während diese ersten beiden Maßnahmen zu keiner sichtbaren Veränderung der Martinskirche führen werden, soll die für die Jahre 2018 bis 2020 geplante, 460 000 Euro teure Erneuerung des Kirchenraums durchaus ins Auge stechen. Aber das ist Zukunftsmusik. Zunächst muss die Kirchengemeinde sehen, wie sie die Baumaßnahme finanziert. Wenn der Gemeinderat zustimmt, wird sich die Stadt im kommenden Jahr an der Dachsanierung mit 280 000 Euro beteiligen. Froh ist Renate Kath, dass die vor rund vier Jahren gegründete Stiftung Martinskirche nicht nur emsig Geld für die Erhaltung sammelt. Bisher sind rund 200 000 Euro auf dem Konto eingegangen. Die Stiftung bemüht sich auch darum, die Martinskirche wieder stärker im Bewusstsein der Kirchheimer zu verankern.
Gastredner referieren über wichtige Glaubensthemen
Dabei scheut sie auch nicht davor zurück, eher ungewohnte Wege zu gehen. Am kommenden Dienstag, 28. Februar, um 19 Uhr lädt die Stiftung zu einem Vortrag des Paters Hermann-Josef Zoche. Der katholische Theologe ist durch sein Buch „Die zehn Gebote für Manager“ bekannt geworden. Er wird über „Werte, Ethik und erfolgreiches Wirtschaften“ reden. Ermöglicht hat den Vortrag das Stiftungsratmitglied Matthias Bankwitz. Aus diesem ersten Vortrag soll eine Reihe werden, in der jedes Jahr im Februar bekannte Gastredner über wichtige Glaubensthemen referieren.
Die Höhe des Eintrittspreises mag zunächst irritieren: Die 17 Euro im Vorverkauf und 20 Euro an der Abendkasse erklären sich aber aus der Tatsache, dass mit Hilfe der Vortragsreihe möglichst viel Geld in die Stiftungskasse kommen soll. Jeder eingenommene Cent werde dem guten Zweck zufließen, betont Kath. Man habe das Ziel, bis zum Jahr 2023 das Stiftungskapital auf 500 000 Euro zu erhöhen.

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