Möhringen - Für die Möhringer Bürger war es am Dienstagvormittag fünf vor zwölf. Zumindest, wenn sie am Kirchturm der Martinskirche emporblickten. Dort war das Zeigerwerk in der Nacht von Montag auf Dienstag stehengeblieben.
„Wir vermuten, dass es mit der Kälte zusammenhing“, sagt der Pfarrer der Martinskirche, Ernst-Martin Lieb, auf Anfrage der Filder-Zeitung. „Möglicherweise war etwas eingefroren, so dass ein Sicherheitsmechanismus ausgelöst wurde und die Zeiger ganz still gelegt wurden“, sagt er. Ansonsten habe es keine weiteren Störungen an der Kirchturmuhr gegeben, die Elektrik an der Hauptuhr habe funktioniert und das Glockengeläut war weiterhin zu hören. Am Dienstagvormittag hat die Mesnerin die mitteleuropäische Uhrzeit für die Kirchturmuhr an der Steuerungsanlage eingestellt und die Zeiger wieder zum Laufen gebracht. Um kurz nach 11 Uhr stimmte die Uhrzeit wieder „Wir werden aber ein Auge auf die Uhr haben, und wenn es noch einmal vorkommen sollte, müssen wir weiter sehen“, sagt Lieb, der den stillstehenden Zeigern durchaus etwas Positives abgewinnen konnte. „Es hat schon morgens bei uns das Telefon geklingelt, und die Leute wollten wissen, was los ist“, sagt er. „Es ist doch schön, dass sich die Möhringer um ihre Kirche sorgen. Das zeigt doch, dass sie ortsprägend ist und sie sich mit ihr identifizieren.“
Dass Uhren einfrieren, kommt selten vor
Dass die Bürger derzeit besonders hellhörig sind, schiebt der Pfarrer auch darauf, dass erst Ende Januar während des Gottesdienstes in der Kirche der Strom ausgefallen war. Im Mittelschiff wurde es plötzlich dunkel, die Orgel ging unter anderem nicht mehr und die Lieder wurden spontan auf einem Flügel begleitet. „Einen Tag später hat die EnBW den Schaden behoben“, erzählt Lieb. Die Leitung hatte altersbedingt den Geist aufgegeben.
Dass Uhren stehenbleiben oder einfrieren, kommt laut Uwe Eisenhart nicht oft vor – auch nicht bei den derzeitigen Temperaturen. Eisenhart ist Geschäftsführer der Firma, die für die Wartung der Möhringer Kirchturmuhr zuständig ist. „Wir haben bisher vier Fälle“, sagt Eisenhart. „Von insgesamt mehr als 1000 Kirchturmuhren, die wir warten.“ Die Erklärung des Fachmanns: Das Zeigerwerk sei schon etwas älter. Wenn Wasser durch die Fassade gelange und gefriere, würden auch die Zeiger in Mitleidenschaft gezogen. „Wir gehen aber davon aus, dass das Problem nun wieder behoben ist“, sagt er.


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