Mehlwurm, Kakerlake und Co. – die Dschungelcamp-Kolumne Die kreischende Nervensäge

Tim Schleider, 25.01.2013 06:51 Uhr

Stuttgart - Nach dieser Dschungelcamp-Folge beschäftigt mich nur noch eine Frage: Wie hält Deutschland das aus? Und mit „das“ meine ich: Fiona. Wer hat für diese Nervensäge angerufen? Wer mag dieses Geschreie und Getue und Geblubber und Gekreische? Wer mag dieses schlechte, aufgesetzte, überdrehte, hysterische, öffentlichkeitsgeile, degoutante Spiel? Wer investiert Geld, um für diese TV-Zumutung anzurufen, weil er sie unbedingt einen weiteren Tag auf dem Bildschirm erleben möchte?

Es muss ja wohl doch einige geben, denn sonst hätte Fiona diesen Dschungeltag im Camp auf gar keinen Fall überstehen können. Ihr kreischiger Triumph über den Rauswurf von Georgina: nervig. Ihre kreischige Wehklage über eine heiße Pfanne: unglaubwürdig. Ihr Gejammer und Gekreische in der Dschungelprüfung, als sie ein ums andere Mal wegen falsch oder gar nicht beantworteter Fragen in einen Schmodderpfuhl plumpste: ätzend. Ihr Gekreische beim nachfolgenden Bad wegen angeblich zu kalten Wassers: hochnotpeinlich. All dieses grauenhafte Fehlverhalten hätte eigentlich von den Zuschauern mit sofortiger Abwahl quittiert werden müssen. Stattdessen musste zum Schluss Patrick gehen. Und okay, von Patrick war jetzt in der Folge am Donnerstag nicht viel Aktives zu sehen. Aber wenn er mal ins Bild kam, war er doch wenigstens hübsch anzusehen. Und selbst das kann nun wirklich niemand von Fiona behaupten.

Fiona ist einfach nur eine Zumutung

Ich bin ratlos. Auch in früheren Jahren gab es im „Dschungelcamp“ immer ein oder zwei Nervgestalten, über die man eigentlich nur stöhnen konnte, die aber dabei doch wenigstens einen gewissen Unterhaltungsfaktor hatten. Fiona ist einfach nur eine Zumutung. Und man glaubt wirklich gern, dass sie einen besten Freund hat, der auf den Namen Jerome hört. Grusel.

Ob übrigens wirklich alles mit rechten Dingen zugeht bei RTL (ironisch zwinker-zwinker)? Ganz ehrlich: was man Menschen, die über mehrere Tage hinweg wenig zu essen bekommen haben und in großer Hitze leben, wirklich gar nicht so unvermittelt als Mahlzeit reichen sollte, wie jetzt nach der letzten Dschungelprüfung dennoch geschehen, das ist: Aal. Das sag ich jetzt hier mal als Norddeutscher, der schon häufiger Aal verzehrt hat. Das ist ein sehr nahrhafter, aber auch äußerst fetter Fisch. Er liegt nach Verzehr gern zentnerschwer im Magen. Oder liegt da auch nicht. Was die Sache keineswegs besser macht.

Egal. Das Dschungelcamp steuert aufs Finale zu. Mein Tipp: Olivia und Joey sind sicher drin. Doch wer wird die Dritte? Fiona oder Claudelle? Es muss ganz merkwürdige und sehr zwielichtige Model-Fanclubs in Deutschland geben, die die Telefonabstimmung allabendlich dominieren. Eine offenbar zwielichtige Szene. Vermutlich alles total mafiös. Wenn Fiona auch am Freitag tatsächlich weiterkommt, dann ist RTL ein Fall für Transparency International. Und ich werde den Abschluss am Samstag vielleicht nur mit ausgeschaltetem Ton verfolgen können.

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