Messeneuheiten
Hörstift zwitschert dem Schüler etwas
Christoph Link,
27.02.2011 15:06 Uhr
Foto: Zweygarth
Stuttgart - Wahrscheinlich brauchen auch Erfindungen eine Verschnaufpause, damit sie sich erstmal im Alltag durchsetzen. Das White-Board beispielsweise, auch Smart-Board genannt, die digitale Klassentafel, die mit Berührung und ohne Kreide funktioniert, gibt es seit Jahren. Die Marktdurchdringung liegt bei sechs bis acht Prozent, aber allenthalben heißt es auf der Bildungsmesse, dass das White-Board "in vielen Schulkellern verstaube". Oder dass ihr Potential nur ansatzweise genutzt wird.
Die Erklärungen sind vielfältig: die Lehrer seien nicht ausgebildet, der Hausmeister habe das Ding nicht angeschlossen oder es fehle die Software. Als Grund wird auch der Takt der 45-Minuten-Stunden genannt, der sei für digitalen Unterricht ungeeignet, weil das Hochfahren schon ein paar Minuten dauere.
Was auf der Didacta jetzt präsentiert wird, sind leichte Verbesserungen der digitalen Tafeln. Der Hersteller Promethan beispielsweise hat festgestellt, dass Grundschüler gerne statt mit der Fingerspitze gleich den ganzen Handballen auf die elektronische Tafel legen - ein neues Touchboard schließt dies und damit negative Effekte aus.
Mit Whiteboards arbeitet natürlich auch die Firma Microsoft, die diesmal als Neuheit eine sogenannte Cloud-Lösung für die Schulen anbietet. Cloud steht für Wolke, sie schwebt irgendwo als ein fester Datenspeicher – genauer gesagt sitzt sie in einem Zentralrechner in Irland – und von ihr können Schüler und Lehrer jederzeit Daten abrufen und einspeichern. Das lokale Speichern auf Rechnern entfalle damit, sagt Norbert Hähnel, Forschungschef von Microsoft Deutschland.
Bisher habe jeder in seinem stillen Kämmerlein gearbeitet. Das werde nun anders, alle sind mit der Cloud vernetzt. "Dass ein Schüler dann in die Klasse kommt und sagt, er habe leider seinen USB-Stick mit den Hausaufgaben vergessen, das geht dann nicht mehr." Seine "Hausis" schreibt er daheim, aber er speichert sie in der Cloud ab.
Hähnel sagt, das neue System entlaste die Pädagogen auch von der Verwaltung der Software. Am Stand von Microsoft konnten sich Schüler schon in einer Art Planetarium aus der Cloud bedienen: Fotos des Teleskops Hubble zauberten einen Sternenhimmel in die Dunkelheit.
Die großen Buchverlage sind wie immer die Publikumsmagneten. Fragt man dort nach Neuheiten, wird auch nur vom elektronischen Lernen gesprochen. Nico Enger vom Cornelsen-Verlag sagt, dass längst ein Verdrängungswettbewerb auf dem Bildungssektor herrsche, da die Ausgaben dafür nicht anstiegen. Zunehmend richte man sein Augenmerk auf den "Nachmittagsmarkt" – die Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeangeobte.
Die Erklärungen sind vielfältig: die Lehrer seien nicht ausgebildet, der Hausmeister habe das Ding nicht angeschlossen oder es fehle die Software. Als Grund wird auch der Takt der 45-Minuten-Stunden genannt, der sei für digitalen Unterricht ungeeignet, weil das Hochfahren schon ein paar Minuten dauere.
Was auf der Didacta jetzt präsentiert wird, sind leichte Verbesserungen der digitalen Tafeln. Der Hersteller Promethan beispielsweise hat festgestellt, dass Grundschüler gerne statt mit der Fingerspitze gleich den ganzen Handballen auf die elektronische Tafel legen - ein neues Touchboard schließt dies und damit negative Effekte aus.
Cloudlösung gegen vergessene Hausaufgaben
Mit Whiteboards arbeitet natürlich auch die Firma Microsoft, die diesmal als Neuheit eine sogenannte Cloud-Lösung für die Schulen anbietet. Cloud steht für Wolke, sie schwebt irgendwo als ein fester Datenspeicher – genauer gesagt sitzt sie in einem Zentralrechner in Irland – und von ihr können Schüler und Lehrer jederzeit Daten abrufen und einspeichern. Das lokale Speichern auf Rechnern entfalle damit, sagt Norbert Hähnel, Forschungschef von Microsoft Deutschland.
Bisher habe jeder in seinem stillen Kämmerlein gearbeitet. Das werde nun anders, alle sind mit der Cloud vernetzt. "Dass ein Schüler dann in die Klasse kommt und sagt, er habe leider seinen USB-Stick mit den Hausaufgaben vergessen, das geht dann nicht mehr." Seine "Hausis" schreibt er daheim, aber er speichert sie in der Cloud ab.
Hähnel sagt, das neue System entlaste die Pädagogen auch von der Verwaltung der Software. Am Stand von Microsoft konnten sich Schüler schon in einer Art Planetarium aus der Cloud bedienen: Fotos des Teleskops Hubble zauberten einen Sternenhimmel in die Dunkelheit.
Die großen Buchverlage sind wie immer die Publikumsmagneten. Fragt man dort nach Neuheiten, wird auch nur vom elektronischen Lernen gesprochen. Nico Enger vom Cornelsen-Verlag sagt, dass längst ein Verdrängungswettbewerb auf dem Bildungssektor herrsche, da die Ausgaben dafür nicht anstiegen. Zunehmend richte man sein Augenmerk auf den "Nachmittagsmarkt" – die Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeangeobte.
Seite
1
2
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>



Cloud - Datenschutz
Lernprogramme, die Informationen und Zusammenhänge anschaulich darstellen und dazu Übungen anbieten, sind - wenn sie gut gemacht sind - sicherlich eine große Hilfe, die über das, was ein Buch kann, hinausgeht. Aber die Verwendung der "Cloud" zum Speichern von sensiblen persönlichen Informationen irgendwo in der Welt - dazu zählen auch die Übungsergebnisse, Aufsätze usw. der Schüler aus Ausdruck der persönlichen Leistung und der persönlichen Eigenheiten - sollte kritisch hinterfragt werden. Meiner Meinung nach gehörten solche Informationen auf geschützten Servern im Hoheitsgebiet des deutschen Staats gespeichert, die deutschem Recht - auch deutschem Datenschutzrecht - unterliegen und man genau weiß, wo die Daten liegen und wie die Zugriffe darauf geregelt sind. Es muss nicht jede Schule selbst solche Server anbieten - man kann das auch gemeinsam für mehrere Schulen oder für das ganze Land oder ganz Deutschland anbieten. Es muss auch nicht unbedingt vom Staat betrieben werden - der Staat kann jemanden mit dem Betrieb eines solchen Dienstes beauftragen. Aber für solche persönlichen Daten der Schüler soll der Staat bzw. der Schulträger verantwortlich bleiben und über deren Schutz wachen. Es soll nicht eine Privatfirma wie Microsoft, Google, Amazon und ähnliche darüber bestimmen könen und nach Belieben damit machen können was sie wollen (und sie z.B. dem viel laxeren amerikanischen Datenschutzrecht unterliegen - vergleiche Facebook usw.). Ich weiß, dass viele Menschen sich heutzutage darum wenig kümmern und alles und jedes in Internet stellen. Trotzdem und gerade darum dieser Beitrag.