Messies im Alltag
Daheim ist's doch am schlimmsten
Robin Szuttor,
09.03.2010 14:25 Uhr
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Haus ohne Hüter: jahrelang hat die Bewohnerin hier Müll, Lebensmittel und Ramschwaren angehäuft. Nach einer mehrmonatigen Aufräumaktion ist die Wohnung immer noch ein einziges Durcheinander. Foto: Stoppel
Stuttgart - Frau Schneider zeigt ihr Reich. Wo einmal Möbel standen, stapeln sich voll gestopfte Abfalltüten auf dem nackten Estrich. In dem Raum, der früher Wohnzimmer genannt wurde, führt ein schmaler Pfad durch einen Morast aus Unrat. Die Kitschfiguren, die schrottreifen Elektrogeräte, die angebrochenen Cremetuben und der ganze andere Krempel: alles ist mit einem schmierigen Schmutzfilm überzogen. Die freie Stelle unter der Heizung hat die Katze als Klo auserkoren. Am Geschirr, das sich großflächig um die Küchenspüle türmt, kleben verkrustete und verdorbene Essensreste. Im Minigrill ruhen noch drei vergessene Toastscheiben. Und über der achtzig Quadratmeter großen Müllhalde liegt ein Geruch, bei dem eigentlich kein Mensch existieren kann.
Das Chaos inmitten einer adretten Eigenheimsiedlung am Rand des Schwarzwalds ist nicht Resultat einer wochenlangen Punkparty oder Folge einer Überschwemmung, sondern das Zuhause eines Messies nach einer mehrmonatigen Aufräumaktion.
Genau genommen ist das Reihenhäuschen von Frau Schneider, die in Wirklichkeit anders heißt, eine Schatzkammer. Hier hat sie jahrelang Besitztümer angehäuft, die sie bei Aldi, Schlecker oder NKD ergatterte. Als die Schränke überquollen, deponierte sie ihre Habe auf dem Boden, wo sich die Lagerfläche immer weiter ausdehnte. Mit der Schnäppchensammlung wuchsen Müll und Dreck. Man könnte sagen: Frau Schneider verlor die Kontrolle und ließ alles verkommen. Man könnte auch sagen: Frau Schneiders Wohnung entwickelte sich zum Abbild ihrer inneren Wirrnis.
Vor knapp einem Jahr wurde die Sache ruchbar, als sie nach einem Sturz im Krankenhaus lag und ein Polizist ihre Katze holen sollte. Sie gab ihm die Schlüssel - und hatte kein gutes Gefühl dabei. "Damals ging das Theater los", sagt Frau Schneider. Der Polizist musste über einen dreißig Zentimeter hohen, halb versteinerten Bodenbelag aus Abfall stiefeln. Die Katze teilte sich die Wohnung mit Fleischfliegenvölkern.
Das Chaos inmitten einer adretten Eigenheimsiedlung am Rand des Schwarzwalds ist nicht Resultat einer wochenlangen Punkparty oder Folge einer Überschwemmung, sondern das Zuhause eines Messies nach einer mehrmonatigen Aufräumaktion.
Genau genommen ist das Reihenhäuschen von Frau Schneider, die in Wirklichkeit anders heißt, eine Schatzkammer. Hier hat sie jahrelang Besitztümer angehäuft, die sie bei Aldi, Schlecker oder NKD ergatterte. Als die Schränke überquollen, deponierte sie ihre Habe auf dem Boden, wo sich die Lagerfläche immer weiter ausdehnte. Mit der Schnäppchensammlung wuchsen Müll und Dreck. Man könnte sagen: Frau Schneider verlor die Kontrolle und ließ alles verkommen. Man könnte auch sagen: Frau Schneiders Wohnung entwickelte sich zum Abbild ihrer inneren Wirrnis.
Abfallschicht hat den Gestank verschlossen
Vor knapp einem Jahr wurde die Sache ruchbar, als sie nach einem Sturz im Krankenhaus lag und ein Polizist ihre Katze holen sollte. Sie gab ihm die Schlüssel - und hatte kein gutes Gefühl dabei. "Damals ging das Theater los", sagt Frau Schneider. Der Polizist musste über einen dreißig Zentimeter hohen, halb versteinerten Bodenbelag aus Abfall stiefeln. Die Katze teilte sich die Wohnung mit Fleischfliegenvölkern.
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