Methodik: Gewusst wie Auf das Lernen kommt es an: gewusst wie

Inge Jacobs, 26.01.2013 06:00 Uhr

Stuttgart - Schon wieder eine Vokabelarbeit! Doch wie lassen sich nur all diese Wörter präzise aus dem Gedächtnis abrufen? Alles eine Sache der Methodik, sagt Barbara Graf. Doch die fange nicht mit dem Vokabelheft an, sondern mit einem persönlichen Arbeitsplan, erklärt die Leiterin des Hegel-Gymnasiums in Vaihingen. Dort führen die Schüler ein Hausaufgabenheft, in das genau eingetragen wird, was bis wann erledigt werden muss.

Erst wenn dies geschafft ist, kommt ein Kreuzchen dahinter. In einer Kommunikationsspalte können Lehrer, aber auch Eltern einander Nachrichten hinterlassen. Vor allem bei den Fünftklässlern sei dieser Planer eine wichtige Hilfe – und zugleich natürlich auch eine Kontrolle.

Für die Arbeitsorganisation habe man ein eigenes Schulcurriculum entwickelt, berichtet Graf. Nicht jedem Kind sei es gegeben, von sich aus die Schulmappe zu packen, und dann auch noch so, dass diese zwar alles Nötige, aber möglichst nichts Unnötiges enthält.

Vokabeln kann man sich auf unterschiedliche Weise einprägen

Inzwischen spiegele sich das Methodenlernen als eigener Auftrag in den aktuellen Bildungsplänen wider – „um den Jugendlichen zu ermöglichen, sich selber zu organisieren“, sagt Graf. Deren Voraussetzungen seien allerdings sehr unterschiedlich. „Es gibt sehr lerneifrige Kinder, die neugierig und hoch konzentrationsfähig sind.“ Und es gibt eben auch die anderen, für die schon Vokabellernen harte Arbeit ist.

Doch dabei helfen Tricks. So lohne es sich herauszufinden, was für ein Lerntyp man ist. Eher der visuelle? Oder doch mehr der auditive, der übers Hören lernt? Oder etwa der Teamplayer? Denn Vokabeln könne man sich auf ganz unterschiedliche Weise einprägen, sagt Graf. „Manchen genügt es, sie durchzulesen und einmal laut zu sprechen. Manche müssen sie selber aufgeschrieben haben, um sie wirklich umzuwälzen. Und manche brauchen die Kommunikation mit jemandem, um sie sich einprägen zu können.“

Eine Kollegin gebe den Fünftklässlern im Lateinunterricht regelmäßig einen ­Vokabellernplan mit heim – mit präzisen Angaben für das richtige Timing samt der Bitte an die Eltern, die Einhaltung zu kontrollieren und zu quittieren. Dabei geht es nicht um einzelne Wörter, sondern darum, diese am Mittwoch laut zu sprechen, am Donnerstag nach Wortarten zu sortieren, sie auf Lateinisch und Deutsch ins Heft zu schreiben und laut zu sprechen, sie am Freitag zu wiederholen – „bis du sie kannst – sprich sie laut“.