Mexiko
Perlenkäfer auf Welttour
Klaus Ehringfeld,
10.02.2011 07:32 Uhr
Mit zwei Millionen Glasperlen hat der Huichol-Künstler Francisco Bautista sein Lieblingsauto aufgepeppt. Foto: Ehringfeld
Mexiko-Stadt - Vor acht Jahren ist der letzte Käfer im mexikanischen VW-Werk in Puebla vom Band gelaufen. Seither macht sich der Bucklige auf den Straßen Mexikos jeden Tag rarer. Nach und nach verschwinden auch die Käfertaxis, in denen der Beifahrersitz ausgebaut wurde, damit der Fahrgast bequemer einsteigen kann. Das knatternde Motorengeräusch, das untrennbar zum Stadtsound gehörte, verhallt allmählich. Der "Vocho", wie die Mexikaner den legendären Käfer von Volkswagen liebkosend nennen, wird nun auch in Mexiko das, was er in Deutschland schon lange ist: ein Liebhaberstück.
Im Museum für Volkskunst in Mexiko-Stadt haben jetzt Ureinwohner der Huichol-Ethnie den Käfer zudem zum Kunstobjekt erhoben. Francisco Bautista, seine Familie und Freunde haben das Auto mit mehr als zwei Millionen Glasperlen verziert. Insgesamt 90 Kilogramm Kügelchen pappten sie mit einem Spezialkleber auf einen Käfer Baujahr 92. Tiermotive wie Hirsch und Adler, die in der Mythologie der Huichol wichtige Rollen spielen, Erinnerungen an die mexikanische Revolution und die 200 Jahre der Unabhängigkeit von Spanien sind liebevoll auf Kühlerhaube, Kofferraumdeckel und Radkappen aufgetragen. Selbst das Lenkrad und die Sitze sind mit Perlen dekoriert. "Vochol" hat das Kunstmuseum das Auto getauft, eine Wortschöpfung aus Vocho und Huichol.
Sieben Monate haben die Ureinwohnerkünstler in tage- und nächtelanger Arbeit an der blechernen Ethnokunst gebastelt. "Wir wussten selbst nicht, dass es nachher ein so attraktives Auto wird", sagt der 48-jährige Bautista, der sich seit seiner Kindheit der Huichol-Kunst widmet. Die 36.000 Mitglieder der Ethnie leben in vier Staaten in Zentralmexiko und sind für ihre farbenfrohe Kunst berühmt. Aus gefärbten Wollfäden gefertigte Bilder erzielen auf Kunstauktionen Höchstpreise. Die Darstellungen prägen meist geometrische und figurale Motive aus der Mythologie der Huichol.
Der Perlenkäfer ist nun die ultimative Huldigung an Mexikos liebstes Auto. "Klar wissen wir, dass der Käfer ein deutsches Auto ist, aber wir haben ihn als Vocho doch schon seit langem adoptiert", sagt der Museumsdirektor Walther Boelsterly. Mehr als 40 Jahre lang baute Volkswagen das Modell in Mexiko. Viele Mexikaner denken noch heute, der Käfer sei eine Erfindung ihres Landes.
Der "Vochol" wird noch einige Wochen im Volkskunstmuseum in Mexiko-Stadt zu sehen sein und dann seine letzte Fahrt um die Welt antreten. Zunächst wird er auf Messen und Kunstausstellungen in verschiedenen mexikanischen Städten gezeigt. Anschließend stellt ihn das Museum of Modern Art (MoMA) in New York aus, es folgt die Tate Gallery in London und das Musée du quai Branly in Paris.
Einzig in der Heimat des Käfers, in Deutschland, sucht das mexikanische Kunstmuseum noch nach einem Partner. "Irgendwo in Berlin oder auf der Documenta 13 in Kassel können wir uns den Käfer gut vorstellen", sagt der Museumsdirektor Boelsterly. Ganz zum Schluss kommt der bunte Perlenkäfer unter den Hammer. Der Erlös soll dem Volkskunstmuseum zufließen. Die Ureinwohner gehen leer aus: "Die Künstler", sagt Boelsterly, "sind ja für ihre Arbeit schon bezahlt worden."
Im Museum für Volkskunst in Mexiko-Stadt haben jetzt Ureinwohner der Huichol-Ethnie den Käfer zudem zum Kunstobjekt erhoben. Francisco Bautista, seine Familie und Freunde haben das Auto mit mehr als zwei Millionen Glasperlen verziert. Insgesamt 90 Kilogramm Kügelchen pappten sie mit einem Spezialkleber auf einen Käfer Baujahr 92. Tiermotive wie Hirsch und Adler, die in der Mythologie der Huichol wichtige Rollen spielen, Erinnerungen an die mexikanische Revolution und die 200 Jahre der Unabhängigkeit von Spanien sind liebevoll auf Kühlerhaube, Kofferraumdeckel und Radkappen aufgetragen. Selbst das Lenkrad und die Sitze sind mit Perlen dekoriert. "Vochol" hat das Kunstmuseum das Auto getauft, eine Wortschöpfung aus Vocho und Huichol.
Sieben Monate haben die Ureinwohnerkünstler in tage- und nächtelanger Arbeit an der blechernen Ethnokunst gebastelt. "Wir wussten selbst nicht, dass es nachher ein so attraktives Auto wird", sagt der 48-jährige Bautista, der sich seit seiner Kindheit der Huichol-Kunst widmet. Die 36.000 Mitglieder der Ethnie leben in vier Staaten in Zentralmexiko und sind für ihre farbenfrohe Kunst berühmt. Aus gefärbten Wollfäden gefertigte Bilder erzielen auf Kunstauktionen Höchstpreise. Die Darstellungen prägen meist geometrische und figurale Motive aus der Mythologie der Huichol.
Nach seiner Reise kommt der Käfer unter den Hammer
Der Perlenkäfer ist nun die ultimative Huldigung an Mexikos liebstes Auto. "Klar wissen wir, dass der Käfer ein deutsches Auto ist, aber wir haben ihn als Vocho doch schon seit langem adoptiert", sagt der Museumsdirektor Walther Boelsterly. Mehr als 40 Jahre lang baute Volkswagen das Modell in Mexiko. Viele Mexikaner denken noch heute, der Käfer sei eine Erfindung ihres Landes.
Der "Vochol" wird noch einige Wochen im Volkskunstmuseum in Mexiko-Stadt zu sehen sein und dann seine letzte Fahrt um die Welt antreten. Zunächst wird er auf Messen und Kunstausstellungen in verschiedenen mexikanischen Städten gezeigt. Anschließend stellt ihn das Museum of Modern Art (MoMA) in New York aus, es folgt die Tate Gallery in London und das Musée du quai Branly in Paris.
Einzig in der Heimat des Käfers, in Deutschland, sucht das mexikanische Kunstmuseum noch nach einem Partner. "Irgendwo in Berlin oder auf der Documenta 13 in Kassel können wir uns den Käfer gut vorstellen", sagt der Museumsdirektor Boelsterly. Ganz zum Schluss kommt der bunte Perlenkäfer unter den Hammer. Der Erlös soll dem Volkskunstmuseum zufließen. Die Ureinwohner gehen leer aus: "Die Künstler", sagt Boelsterly, "sind ja für ihre Arbeit schon bezahlt worden."
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