MHP Riesen Ludwigsburg trotz Sieg ausgeschieden

Von Florian von Stackelberg 

Eines war bereits vor dem Sprungball klar: Die MHP Riesen mussten ihr letztes Eurocup-Gruppenspiel in der Zwischenrunde gegen Zenit St. Petersburg gewinnen um zumindest noch eine theoretische Chance auf das Achtelfinale zu haben.

Jason Boone holt für Ludwigsburg einen Rebound. Foto: Pressefoto Baumann
Jason Boone holt für Ludwigsburg einen Rebound.Foto: Pressefoto Baumann

Ludwigsburg - Sie erfüllten diese Aufgabe mit Bravour und schlugen die bereits als Gruppensieger feststehenden Russen mit 85:72 (45:37). Zeitgleich hätte aber im anderen Gruppenspiel Venedig gegen Zielona Gora gewinnen müssen. Diese Schützenhilfe blieb aber aus.

„Wir haben uns auf die europäische Basketball-Landkarte gespielt mit unserer Leistung. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, auch wenn es nicht gereicht hat“, sagte Ludwigsburgs Trainer John Patrick.

Nervöser Start

Ludwigsburg begann nervös, außer dem Center Jon Brockman, der die ersten acht Ludwigsburger Punkte allesamt erzielte, gelang den MHP Riesen wenig. Es dauerte einige Zeit bis sich der defensive Druck der Hausherren auszahlte und durch Ballgewinne und Schnellangriffe in eine Erhöhung der Führung ummünzte.

Doch die Müdigkeit der MHP Riesen, die wettbewerbsübergreifend ihr 37. Saisonspiel bestritten, war nicht zu übersehen. „Wir wollten unbedingt weiter international spielen, auch wenn wir sehr müde waren“, sagte Ludwigsburgs bester Mann, Jon Brockman (16 Punkte). Im Fernduell in Venedig war es zeitgleich noch enger: Die Hausherren dort, die aus MHP-Riesen-Sicht Schützenhilfe leisten mussten, lagen zur Halbzeit mit einem Punkt zurück.

Gewünscht hätte sich John Patrick sicher ein Spiel das früh entschieden wäre, um seinen Profis eine Pause vom stressigen Basketball-Alltag genehmigen zu können. So sah es auch zu Beginn der zweiten Halbzeit auch aus, Ludwigsburg legte stark los und schraubte den Vorsprung auf 15 Punkte empor. Doch St. Petersburg spielte immer wieder seine Schnelligkeit aus und nutzte Ludwigsburger Fehler aus um in Schlagdistanz zu bleiben.

Venedig im Blick

Doch je sicherer der Sieg war, den Tekele Cotton mit wichtigen Drei-Punkte-Würfen jetzt festigte, desto öfter ging der Blick der 3489 Zuschauer in der MHP Arena auf das Smartphone, um den Spielstand in Venedig zu prüfen. Doch Ernüchterung machte sich breit, Venedig verlor gegen Zielona Gora im Parallelspiel – der Ludwigsburger Sieg war damit ohne Bedeutung.

Mit drei Siegen in der Zwischenrunde ist somit Schluss im Eurocup für die Ludwigsburger, die letztlich nur wegen des verlorenen direkten Vergleichs (minus 4 Punkte) gegen Zielona Gora als Tabellendritter ausgeschieden sind. „Die Liga hat Priorität, deshalb bin ich gar nicht so traurig“, sagte Patrick.

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