Microsoft "Streetside" Minister Bonde fordert Verbesserungen
dpa, 01.08.2011 18:45 Uhr
Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde kritisiert den neuen Kartendienst "Streetside". Foto: dapd
Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde kritisiert den neuen Kartendienst "Streetside". Foto: dapd
Weitere Artikel
zum Thema

Stuttgart - Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) kritisiert den Internet-Kartendienst Microsoft Bing Maps Streetside. Die Möglichkeiten, einer Darstellung des eigenen Hauses zu widersprechen, seien nicht ausreichend, erklärte Bonde am Montag in Stuttgart.

Derzeit fahren die Kamerawagen von Microsoft nach eigenen Angaben bis September durch die Rhein-Neckar-Region und bis Oktober durch Stuttgart. Im September und Oktober sollen Freiburgs Straßen fotografiert werden. Bing Maps Streetside soll im September live geschaltet werden. Wer nicht möchte, dass sein Gebäude in Bing Maps Streetside zu sehen ist, kann seit Montag bei Microsoft Widerspruch vorab einlegen. Die Widerspruchsfrist läuft bis 30. September.

„Es muss gewährleistet sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei allen Geodatendiensten schon vorab die Möglichkeit zum Widerspruch haben und dass dieser Widerspruch auch umfassend berücksichtigt wird“, sagte Bonde. Nach Ablauf der Widerspruchsfrist könne nur noch eine Löschung bereits veröffentlichter Daten beantragt werden - dieses Vorgehen ist nach Ansicht des Ministers unzureichend. Das Ministerium stelle im Netz Hilfe zur Löschung der Daten bereit.

Die 3D-Karten-Darstellung hatte bereits beim Konkurrenten Google und dessen Angebot StreetView für Diskussionen gesorgt. Die lückenlose Darstellung von Straßenzügen könnte nach Ansicht von Kritikern für kriminelle Zwecke, etwa zum Einbruch in Häusern, missbraucht werden. Befürworter hielten dem entgegen, dass der Dienst nichts zeige, was nicht ohnehin für jedermann einsehbar sei und dass die Fotografien zum Zeitpunkt der Veröffentlichung teils mehrere Jahre alt seien.

 

Kommentare (1)
Anzeigen
AUG
02
Marc, 10:56 Uhr

Ablenken vom eigentlichen Problem

Vorratsdatenspeicherung Websperren (wird sicher neu aufgelegt zum Schutz der Filmindustrie) Fluggastdatenübermittlung Banktransferübermittlung Volkszählung, Elena, Pässe mit Fingerabdrücken Verhaftung von Gefährdern, ohne Gerichtsverfahren Ende der Privatsphäre und des Rechtsgrundsatzes, dass jeder als unschuldig zu gelten hat, statt dessen wer nichts zu verbergen hat, der braucht sich auch nicht zu fürchten. All dies tut der Staat für uns um sich dann als Datenschützer und Verfechter der Privatsphäre aufzuspielen. Ein paar Fotos von aussen haben noch niemandem geschadet und waren auch immer erlaubt (über die Höhe kann man sicher diskutieren) Die Aushöhlung unserer Grundrechte und Freiheiten ist ein Problem und hier kann der Grüne direkt bei seinem Roten Partner anfangen.

0
Kommentar bewerten