Mietpreis-Vergleich für Stuttgart und Region Teure Geroksruhe, günstiges Kirchberg

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Die Onlineplattform Immobilienscout hat dargestellt, was für eine Zweizimmerwohnung in der Nähe verschiedener Haltestellen im Raum Stuttgart verlangt wird. 

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Stuttgart - Trotz neuer Gesetze hat sich auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt kaum etwas verändert – die Preise sind hoch, die Mieten steigen weiter kräftig an. Dabei sollte die Mietpreisbremse dem Höhenflug Einhalt gebieten. Nun attestiert selbst der Mieterverein: „Das Gesetz zeigt bislang keine Wirkung.“ Derweil zeigt der Überblick des Onlineportals Immobilienscout, wo in der Stadt und in der Region bei Neuvermietungen die höchsten Mieten verlangt werden.

Zwei Zimmer, 70 Quadratmeter – im Schnitt werden in der Nähe der Stadtbahnstationen Stelle oder Geroksruhe dafür mehr als 900 Euro Kaltmiete verlangt. Auch an den Haltestellen Killesberg oder Russische Kirche sind Preise um 900 Euro an der Tagesordnung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Onlineportals Immobilienscout. Die sogenannte MietMap ist eine Nahverkehrskarte mit Preisen basierend auf den im Internet im vierten Quartal 2015 angebotenen Wohnungen.

Nach Hamburg, München, Berlin und Frankfurt hat das Portal eine entsprechende Karte nun für Stuttgart ausgearbeitet. „Aufgrund der Topografie liegen die teuersten Lagen in Stuttgart in den Höhenlagen der Innenstadt und nicht direkt im Stadtzentrum wie in anderen Städten“, erklärt Jan Hebecker, der Leiter für Märkte und Daten bei Immobilienscout. Das Stuttgarter Preisniveau in der Innenstadt sei dabei mit dem in Berlin Mitte vergleichbar.

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Preisniveau auf einer Ebene mit Berlin

Doch gerade der Vergleich mit der Bundeshauptstadt verdeutlicht eine Besonderheit des Stuttgarter Marktes. Während in der Landeshauptstadt die Preise über die gesamte Region hinaus recht stabil erscheinen, sind in Berlin deutliche Sprünge zwischen der Innenstadt und den Randbezirken zu beobachten. Grundsätzlich sagt Jan Hebecker: „Das Mietpreisgefälle vom Zentrum in die Außenbezirke und Vororte ist in Stuttgart geringer ist als in anderen deutschen Großstädten.“

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Während in Berlin ganze Stadtteile mit Preisen von unter 500 Euro ausgewiesen werden, finden sich entlang der Achsen des hiesigen öffentlichen Nahverkehrs lediglich zwei Haltestelle, in deren Nähe zwei Zimmer und 70 Quadratmeter für weniger als 500 Euro zu haben sind. Dabei handelt es sich um die S-Bahn-Stationen Kirchberg und Burgstall (beide Rems-Murr-Kreis). Im Unterschied zu zahlreichen Berliner Haltestellen im Stadtgebiet, die ähnliche Preise aufweisen, liegen die beiden günstigsten Haltestellen der Region Stuttgart weit von der Markungsgrenze der Landeshauptstadt entfernt.

Die Mietpreisbremse greift nicht

Eigentlich sollte die Mietpreisbremse den Anstieg der Preise stoppen. Das Gesetz gilt seit dem Herbst 2015. Demnach dürfen Vermieter nach einem Mieterwechsel lediglich zehn Prozent mehr verlangen, als im Mietspiegel verzeichnet wird. Ein Beispiel: wenn gemäß dem Mietspiegel neun Euro pro Quadratmeter angemessen wären, darf der Vermieter also maximal 9,90 Euro verlangen. Doch die Beobachtungen des Stuttgarter Mietervereins zeichnen ein ganz anderes Bild.

„Es werden oft zwölf Euro oder mehr verlangt“, betont der Vereinsvorsitzende Rolf Gaßmann. „Solange sich die Mieter aber nicht wehren, passiert überhaupt nichts“, beklagt er Daher komme man den zu hohen Mieten ordnungspolitisch nicht bei, so das Urteil des Mietervereins. „Viele Menschen sind aufgrund der extremen Enge auf dem Stuttgarter Markt inzwischen bereit, fast alles für eine Wohnung zu bezahlen“, betont Gaßmann. Das Gesetz sehe leider keine Sanktionen vor, bedauert der Vorsitzende des Mietervereins.

Der Eigentümerverein Haus und Grund beurteilt die Situation hingegen völlig anders. „Wir haben die Wirkung der Mietpreisbremse schon immer grundsätzlich in Frage gestellt“, sagt der Geschäftsführer Ulrich Wecker. In Bezug auf die Kritik, die Mietpreisbremse sehe keine Sanktionen wegen zu hoher Mieten vor, erklärt Wecker: „Es ist nur richtig, dass diese Sache zivilrechtlich und nicht strafrechtlich geregelt wird.“ Mit Blick auf die Miet-Map sagt Ulrich Wecker: „Dass die Preise im Stuttgarter Raum von der Innenstadt in die Außenbereiche nicht so stark abfallen wie in anderen Großstädten zeigt, dass sich das Problem auf dem Wohnungsmarkt nur auf regionaler Ebene lösen lässt.“

Keine Sanktionen bei zu hohen Mieten

Geht es nach den bislang erschienenen Miet-Maps, liegt Stuttgart bei den Toppreisen im Übrigen nicht auf den vorderen Plätzen. Lediglich in Berlin liegen die höchsten Mieten für die 70-Quadratmeterwohnung ebenfalls noch unter 1000 Euro. In München, Frankfurt und Hamburg sind an mehreren Stellen Kaltmieten von deutlich mehr als 1000 Euro verzeichnet.

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2 KommentareKommentar schreiben

Tja, aber wir haben dann doch: den tollen Herrn Rolf Gaßmann, der wird es hinbiegen. Oder nicht? Diesen Mann von der "SPD", einmer partei welche nichts dagegen getan hat daß haufenweise Wohnungen an Patrizia verkauft wurden welche mittlerweile, mit großem Profit, dieselben weiterverscherbelt hat. Die Wohnungs-Kümmerer-Partei SPD - welche lieber Milliarden in ein funktionsunfähiges Tiefbahnhof-Projekt versenkt und den Wohnungsbau an Investoren delegieren will. . - Dieser Beitrag im übrigen enthält keine Verstösse gegen eine netiquette!

Seltsame Rechnung: So, das Preisniveau in Stuttgart Mitte ist mit dem in München Mitte zu vergleichen? - Uups - München Mitte ist dann mal um 530 € teurer als Stuttgart (bei gleicher Wohnung) also bezahlt man in München ungefähr das 1,5-fache wie in Stuttgart - Vergleichbar ist anders, oder?

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