Mikaela Wessels: neue Vize-Bezirksvorsteherin Altes Wissen im Neuland

Von Eveline Blohmer 

Mikaela Wessels ist vor wenigen Wochen ihr Amt als stellvertretende Bezirksvorsteherin angetreten. Dafür bringt sie einiges mit. Ein paar Dinge muss die 43-Jährige allerdings auch noch lernen.

Noch  ist das Büro von Mikaela Wessels recht karg. Foto: Eveline Blohmer
Noch ist das Büro von Mikaela Wessels recht karg.Foto: Eveline Blohmer

Birkach/Plieningen - Etwas Essenzielles hat Mikaela Wessels schon gelernt: Es gibt Plieningen UND es gibt Birkach. Die neue stellvertretende Bezirksvorsteherin der beiden Stadtbezirke sagt, sie kenne das von ihrem Heimatort im Kreis Esslingen: „Wir haben zwei Ortsteile, da heißt es immer ,wir‘ und ,die‘.“ Welche der Bezirksbeiräte zu Plieningen und welche zu Birkach gehören, kann Mikaela Wessels nach eigenem Bekunden aber noch nicht so ganz zuordnen.

Offiziell ist die Diplom-Verwaltungswirtin ihr Amt als Nachfolgerin von Regine Theimer am 1. Januar angetreten. Tatsächlich bezogen hat sie ihr Büro im Bezirksrathaus an der Filderhauptstraße aber erst vor wenigen Wochen.

Erfahrungen aus dem Sozialen

Wobei von bezogen angesichts der nüchternen Einrichtung nicht wirklich die Rede sein kann: „Ich habe mich bewusst noch nicht so eingerichtet. Das Büro wird noch umgebaut“, sagt Wessels, die sich künftig ein Büro mit ihrer Amtskollegin Stephanie Reinhold teilen wird. Das ginge gut, weil sich die Arbeitszeiten der beiden Stellvertreterinnen nur an einem Tag in der Woche überschneiden. Wegen ihrer siebenjährigen Tochter arbeitet Mikaela Wessels, deren Mann bei der Stuttgarter Feuerwehr ist, in Teilzeit.

Damit hat die 43-Jährige an zweieinhalb Tagen in der Woche ein ordentliches Arbeitspensum zu erfüllen. Denn sie vertritt nicht nur die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel, wenn Not an der Frau ist, sondern hat auch noch die Leitung der Dienststelle Soziale Leistungen inne. Wessels, die zufällig von der Stellvertreter-Stelle gehört habe, kommt das zupass: „Ich muss mein altes Wissen nicht ad acta legen.“ Wessels meint damit die Erfahrungen aus ihrer bisherigen Laufbahn: Schon während ihres Studiums an der Hochschule für öffentliche Verwaltung war sie bei der Stadt Stuttgart angestellt. Am ersten Tag nach ihrer mündlichen Prüfung fing die damals 24-Jährige im Bezirksrathaus in Stammheim an. Im sozialen Bereich, der „schon immer meins“ war, wie sie sagt – und dennoch nicht ohne: „Man kommt aus einem behüteten Leben und trifft auf Dinge, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt.“

Die erste Bezirksbeiratssitzung

Nach vier Jahren in Stammheim ging Wessels in die Verwaltung nach Sillenbuch, um dann, zur Hartz-IV-Reform 2005, zum entstehenden Stuttgarter Jobcenter zu wechseln. Drei Jahre blieb sie dort. 2008 kam ihre Tochter zur Welt. „Eigentlich wollte ich die drei Jahre Elternzeit ausnutzen“, sagt die Beamtin. Doch früher als erwartet kam die Anfrage aus Sillenbuch, ob sie nicht zurückkommen wolle. „Die Elternzeit war eine schöne Zeit, aber ich fand’s auch schön, in Teilzeit wieder anzufangen“, erzählt Wessels, die bis zu ihrem Start in Plieningen und Birkach in der Sozialhilfe in Sillenbuch arbeitete. Auch wenn Mikaela Wessels allerlei berufliche Erfahrung mitbringt, betritt die gebürtige Flensburgerin Neuland: Gemeinsam mit Andrea Lindel absolviert sie Termine, die Bezirksvorstehern und ihren Stellvertretern obliegen. Sie erkundet in der Mittagspause beim Spazierengehen die Bezirke, deren Atmosphäre sie wegen der gemischten Altersgruppen und der dörflichen Heimeligkeit mag. Sie hat ihre allererste Bezirksbeiratssitzung absolviert und als „spannend und sehr lokalpolitisch“ erlebt. Sie lernt die Geschäftsordnung für die Bezirksbeiräte für den Fall, dass sie einmal eine Sitzung leiten muss, – und die Namen und Gesichter den Stadtbezirken zuzuordnen.

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