""Palmer kann sich ja für das Projekt Klimafreundliche Stadt bewerben""
Tanja Gönner, Umwelt- und Verkehrsministerin
Stuttgart - Die Minsterin hat mittlerweile viele Aufgaben: Zur Umwelt kommen der Verkehr und der Naturschutz.
Frau Gönner, haben Sie als Umweltministerin genug Zeit, auch noch das Verkehrsressort zu übernehmen? Noch dazu ohne Staatssekretär?
Dieses Haus war schon einmal für Umwelt und Verkehr zuständig. Das ist es jetzt wieder, ergänzt durch den Naturschutz. Es ist klar, dass es eine Herausforderung ist, ohne Staatsekretär zu arbeiten. Aber ich habe einen sehr guten Amtschef, der mir viele Termine abnehmen wird.
Was bedeutet der Wechsel inhaltlich?
Es gibt beispielsweise Synergieeffekte bei der Luftreinhaltung oder bei der Lärmbekämpfung. Wir wollen Zukunftsfragen klären wie etwa: Wie sieht nachhaltige Mobilität aus - in Ballungszentren und zwischen den Zentren und dem ländlichen Raum.
Was liegt Ihnen persönlich näher, die Schiene, die Straße oder gar das Fahrrad?
(lacht) Ich gebe zu, dass mein Fahrrad-Gebrauch verbessert werden könnte. Immerhin, ich habe die Diensträder schon genutzt. Sonst fahre ich neben dem Dienstwagen wenn möglich mit der Bahn.
Als Umweltministerin bekämpfen Sie den Lärm. Werden Sie nun als Verkehrsministerin Kommunen unterstützen, die den Lärm durch ein Tempolimit reduzieren wollen?
Das Thema Lärm spielt im Verkehrsbereich eine immer größere Rolle. Das lässt sich sogar an den Vorschriften ablesen. Damit ein Tempolimit wegen des Lärms genehmigt werden kann, musste früher eine Senkung des Lärms um 3 Dezibel erreicht werden. Heute sind es 2,1 Dezibel.
Fast alle Autos haben grüne Plaketten, aber Grenzwerte werden immer noch überschritten - beim Feinstaub und bei Stickstoffdioxid. Kommt da noch was Neues?
Lange haben alle Autos mit grünen Plaketten dem neuesten Stand der Technik entsprochen. Die Debatte wird wiederkommen, wenn sich der Euro-6-Standard durchsetzt. Ob wir dafür neue Plaketten brauchen? Vorrangig ist, dass die Autos mit roten und gelben Plaketten schrittweise aus Umweltzonen ausgeschlossen werden.
Was ist mit den Stickstoffdioxiden?
Fachleute im Land haben vorige Woche darüber diskutiert; die Europäische Kommission wird sich im April damit befassen. Aber es stimmt schon: Wir bekämpfen den Feinstaub mit Rußfiltern und Oxi-Kat, der wiederum zu mehr Stickstoffdioxide führen kann. Das Thema wird uns noch längere Zeit nicht in Frieden lassen.