Mobile World Congress
Mobilfunker starten App-Store
Judith Weber,
15.02.2011 15:11 Uhr
Der Mobile World Congress hat sich als wichtigster Treffpunkt der Mobilfunkbranche etabliert. Foto: dpa
Barcelona - Das rasante Wachstum von Apple und Google ist nicht nur den alteingesessenen Handyherstellern – allen voran Nokia – ein Dorn im Auge. Auch den Mobilfunknetzbetreibern setzt der Erfolg der beiden US-Konzerne gehörig zu. Zwar profitieren auch sie davon, dass immer mehr Verbraucher bei der Wahl ihres Handys nach besonders funktionsfähigen Smartphones greifen und das mobile Internet nutzen. Geld verdienen damit aber neben den Handyherstellern vor allem Apple und Google, indem sie in speziellen Internetshops Tausende von Zusatzprogrammen für Mobiltelefone verkaufen, sogenannte Apps.
Und dieser Markt ist lukrativ. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass die Verbraucher allein in diesem Jahr weltweit 18 Milliarden mobile Anwendungen – allen voran in Apples App Store herunterladen werden. Der Umsatz soll bei mehr als 15 Milliarden Dollar liegen und bis zum Jahr 2015 um mehr als 1000 Prozent steigen. Auch die Mobilfunker wollen von diesem Kuchen ein Stückchen abbekommen – und sei es, indem sie sich zusammenschließen.
Und so verkündeten die Chefs von Vodafone, AT&T, Ericsson, Telefónica, Samsung und Alcatel Lucent auf dem Mobile World Congress in Barcelona in ungewöhnlicher Harmonie den kommerziellen Start ihrer eigenen App-Plattform, an der sie seit mehr als einem Jahr schmieden. Das Ziel der "Wholesale Application Community" (WAC) ist es, eine Plattform zu bilden, auf der Entwickler – anders als bisher – eine App nur einmal für alle Smartphone-Betriebssysteme programmieren müssen. "So können sie auf einen Schlag mehr Verbraucher erreichen. Und die Kunden müssen sich beim Kauf eines neuen Handys nicht mehr mit der Frage beschäftigen, welches Betriebssystem das Gerät hat", sagte WAC-Chef Peter Suh.
Die Mobilfunker hoffen, genug Entwickler für sich gewinnen und damit eine ausreichende Anzahl an Apps anbieten zu können, um für Verbraucher attraktiv zu werden. Bislang gibt es bei WAC rund 12.000 verschiedene Anwendungen. Zum Vergleich: Bei Apple können Handynutzer inzwischen aus mehr als zehn Millionen verschiedenen Apps eine auswählen. Da ist es kein Wunder, dass der Entwickler eines der populärsten Smartphone-Spiele "Angry Birds" von einem "brutalen Wettbewerb" spricht.. Die finnische Firma Rovio landete 50 Flops, bevor die "Bösen Vögel" abhoben. Die Produktion einer anspruchsvollen App sei sehr aufwendig und dauere in der Regel Monate, sagt Veit. Vier von fünf heruntergeladenen Apps seien kostenlos, wissen Marktforscher. Der Rest verkaufe sich für 0,79 Cent und 4,99 Cent pro App. Von den Einnahmen behalten Google und Apple jeweils 30 Prozent, den Rest erhält der Entwickler. "Da braucht man schon ein paar Hunderttausend Downloads ehe sich das rechnet", sagt Birger Veit, Geschäftsführer bei der App-Entwicklerfirma Cellular aus Hamburg.
Das Projekt der Mobilfunker hält er "sehr ambitioniert". Seiner Ansicht nach ist es fast unmöglich, einen weiteren App Store zu etablieren. "Mit Googles Marketplace und Apples App Store sind zwei riesige Anbieter auf dem Markt, die eine perfekte Infrastruktur und ein perfektes Bezahlsystem etabliert haben. Es gibt wenig Anreize für einen Kunden, zu einem anderen Store zu wechseln", sagt Veit.
Und dieser Markt ist lukrativ. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass die Verbraucher allein in diesem Jahr weltweit 18 Milliarden mobile Anwendungen – allen voran in Apples App Store herunterladen werden. Der Umsatz soll bei mehr als 15 Milliarden Dollar liegen und bis zum Jahr 2015 um mehr als 1000 Prozent steigen. Auch die Mobilfunker wollen von diesem Kuchen ein Stückchen abbekommen – und sei es, indem sie sich zusammenschließen.
Und so verkündeten die Chefs von Vodafone, AT&T, Ericsson, Telefónica, Samsung und Alcatel Lucent auf dem Mobile World Congress in Barcelona in ungewöhnlicher Harmonie den kommerziellen Start ihrer eigenen App-Plattform, an der sie seit mehr als einem Jahr schmieden. Das Ziel der "Wholesale Application Community" (WAC) ist es, eine Plattform zu bilden, auf der Entwickler – anders als bisher – eine App nur einmal für alle Smartphone-Betriebssysteme programmieren müssen. "So können sie auf einen Schlag mehr Verbraucher erreichen. Und die Kunden müssen sich beim Kauf eines neuen Handys nicht mehr mit der Frage beschäftigen, welches Betriebssystem das Gerät hat", sagte WAC-Chef Peter Suh.
Die Produktion einer anspruchsvollen App dauert Monate
Die Mobilfunker hoffen, genug Entwickler für sich gewinnen und damit eine ausreichende Anzahl an Apps anbieten zu können, um für Verbraucher attraktiv zu werden. Bislang gibt es bei WAC rund 12.000 verschiedene Anwendungen. Zum Vergleich: Bei Apple können Handynutzer inzwischen aus mehr als zehn Millionen verschiedenen Apps eine auswählen. Da ist es kein Wunder, dass der Entwickler eines der populärsten Smartphone-Spiele "Angry Birds" von einem "brutalen Wettbewerb" spricht.. Die finnische Firma Rovio landete 50 Flops, bevor die "Bösen Vögel" abhoben. Die Produktion einer anspruchsvollen App sei sehr aufwendig und dauere in der Regel Monate, sagt Veit. Vier von fünf heruntergeladenen Apps seien kostenlos, wissen Marktforscher. Der Rest verkaufe sich für 0,79 Cent und 4,99 Cent pro App. Von den Einnahmen behalten Google und Apple jeweils 30 Prozent, den Rest erhält der Entwickler. "Da braucht man schon ein paar Hunderttausend Downloads ehe sich das rechnet", sagt Birger Veit, Geschäftsführer bei der App-Entwicklerfirma Cellular aus Hamburg.
Das Projekt der Mobilfunker hält er "sehr ambitioniert". Seiner Ansicht nach ist es fast unmöglich, einen weiteren App Store zu etablieren. "Mit Googles Marketplace und Apples App Store sind zwei riesige Anbieter auf dem Markt, die eine perfekte Infrastruktur und ein perfektes Bezahlsystem etabliert haben. Es gibt wenig Anreize für einen Kunden, zu einem anderen Store zu wechseln", sagt Veit.
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>



