Mobilfunkmesse in Barcelona
2010: Jahr der Smartphones
Helmut Merschmann,
15.02.2010 10:09 Uhr
Foto: dpa
Barcelona - Alljährlich sind die Freunde des Mobilfunks selbst sehr mobil und pilgern ins mediterrane Barcelona zur weltgrößten Fachmesse für Handys, Smartphones und Co. - zum GSMA Mobile World Congress, der am heutigen Montag beginnt. Früher waren sie damit allen Cebit-Messe-Gängern zwei Wochen voraus. Seit jedoch viele Handyhersteller auf einen Auftritt bei der Computermesse Cebit in Hannover komplett verzichten, hat der Mobile World Congress, der 2006 von Cannes nach Barcelona umgesiedelt ist und im letzten Jahr 50.000 Besucher zählte, umso mehr die Nase vorn. Es zählt das Schneller, Größer, Leichter. Hier erblicken die neuesten Mobilfunktrends, oftmals lange vor ihrem Marktauftritt, das Licht der Öffentlichkeit.
2010 ist das Jahr der Smartphones. Darüber sind sich alle einig. Alle Hersteller haben brandneue Geräte im Gepäck. Der taiwanesische Hersteller HTC setzt mit seinem Modell Incredible auf die neueste Version des Google-Betriebssystems Android 2.1, die erstmalig Multitouch-Funktionen erlaubt. Sony Ericsson aus Schweden stellt mit dem Xperia X10 zum ersten Mal ein Modell für die Google-Plattform vor. Gerüchten zufolge will der finnische Handyhersteller Nokia sein neuestes Highend-Handy N8 in Barcelona präsentieren, das eine 12-Megapixel-Kamera aufweist, mit der sich Videos in HD-Qualität (High-Definition) drehen lassen.
Vergleichbar üppig sind auch die anderen Smartphones ausgestattet. Sie unterscheiden sich nur noch im Detail. Die Touchscreens weisen inzwischen eine Größe von bis zu 3,7 Zoll auf und erreichen eine Auflösung von 800 mal 480 Pixel. Das sehr helle und kontrastreiche Aktiv-Matrix-OLED (AMOLED)-Display findet sich nicht mehr nur in Modellen von Samsung. Zügige Anwendungen gewährleistet die neueste Prozessor-Generation für Smartphones mit einer Taktfrequenz von 1 Gigahertz. W-Lan und UMTS beziehungsweise der Datenturbo HSDPA gehören inzwischen, genauso wie ein GPS-Empfänger und Speichererweiterung per Micro-SD-Karten, zur Grundausstattung der kleinen Alleskönner.
Mit Spannung wird in Barcelona eine Weltneuheit von Microsoft erwartet. Der Softwarehersteller arbeitet an einem eigenen Mobiltelefon, was die Handyforen im Internet in helle Aufregung versetzt hat. Das "Pink Phone" soll optisch dem Zune-Musicplayer ähneln und auf die neueste Version von Windows Mobile7 aufsatteln, die ebenfalls in Barcelona erstmalig der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird. Microsoft betritt damit, wie unlängst Google mit dem Nexus One, zum ersten Mal die Bühne der Mobiltelefon-Produzenten. Auch Garmin-Asus, ein Hersteller von Navigationssoftware, bastelt an eigenen Handys mit dem klingenden Namen "Nüvifone". Wahlweise soll es die mit integrierter Navi-Software ausgestatteten Geräte mit Android- oder Windows Mobile-Betriebssystem geben.
Die branchenfremden Konzerne werden wissen, was sie tun. Smartphones wird eine glänzende Zukunft vorausgesagt. Der Hightech-Verband Bitkom geht allein für den deutschen Markt dieses Jahr von einem Anstieg beim Absatz um 47 Prozent aus und von einer Umsatzsteigerung von 33 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Jedes dritte Mobiltelefon wird demzufolge ein Smartphone sein. "Die universell einsetzbaren Smartphones beflügeln den gesamten Handy-Markt", sagte Bitkom-Hauptvorstand Herbert Merz anlässlich des Mobile World Congress. "Das Handy ist zum Multifunktionsgerät geworden und hilft als ständiger Begleiter bei alltäglichen Aufgaben."
Fahrplanauskünfte, Übersetzungsprogramme, News, Musik-Downloads, soziale Netzwerke, Navigationsfunktionen und viele weitere Applikationen mehr bescheren vor allem den Mobilfunkunternehmen glänzende Absätze mit Datendiensten. Der Umsatz soll laut Bitkom in Deutschland dieses Jahr um acht Prozent auf 5,7 Milliarden Euro steigen und in Frankreich um 17 Prozent, in China um 23 Prozent und in den USA sogar um 25 Prozent anwachsen. Schon steht die nächste Generation mobiler Netzwerke ins Haus. LTE-Netze (Long-Term Evolution) ermöglichen Datengeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde. Das ist sechs Mal schneller als DSL. Im Frühjahr 2010 will die Bundesnetzagentur weitere Mobilfunkfrequenzen versteigern und den Grundstein für die 4G-Netze legen, deren Probebetrieb in Barcelona zu bestaunen ist.
Während sich dies alles recht positiv ausnimmt, mahnen Handyhersteller bereits einen zügigen weiteren Netzausbau an. Blackberry-Vizechef Mike Lazaridis hält den sofortigen Ausbau der Mobilfunknetze für unerlässlich. Im Vorfeld des Mobile World Congress rief er die Mobilfunkkonzerne auf, umgehend für mehr Funkzellen und mehr Masten zu sorgen. Schon jetzt kommt es in Ballungszentren zu Überlastungen, wenn sich zu viele Smartphones in einer Netzzelle befinden. Dass der Netzausbau nur schleppend vorankommt, hängt mit anderen Zahlen zusammen: Die Mehreinnahmen bei Datendiensten können die Verluste bei der herkömmlichen Telefonie nicht kompensieren. Unterm Strich verdienen die Konzerne weniger.
Hiervon ging die Wissenschaftskonferenz "Mobile Communications - Technologien, Märkte, Anwendungen" aus, die Anfang des Monats in Berlin stattgefunden hat. "Sprachumsätze sinken inzwischen schneller als Datenumsätze steigen, wodurch die Mobilfunknetzbetreiber insgesamt sinkende Umsätze verzeichnen", sagte Arno Wilfert von der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers. "Um die steigende Nachfrage nach Datendiensten und den damit verbundenen Bedarf an Netzkapazität befriedigen zu können, befinden sich die Mobilfunkunternehmen in einem Dilemma: Trotz sinkender Umsätze sind sie gezwungen, in neue Infrastrukturen zu investieren."
Dies könnte ihnen gelingen, wenn sie neue Konsumentenschichten mobilisieren. Dazu sind ja Messen gut geeignet. Immerhin: 69 Prozent der Handys weisen einen Internetzugang auf. Doch nur 18 Prozent der Verbraucher nutzen ihn. Den meisten sind die Flatrates zu teuer oder sie wollen tatsächlich nur telefonieren.
Alles dreht sich um das Smartphone
2010 ist das Jahr der Smartphones. Darüber sind sich alle einig. Alle Hersteller haben brandneue Geräte im Gepäck. Der taiwanesische Hersteller HTC setzt mit seinem Modell Incredible auf die neueste Version des Google-Betriebssystems Android 2.1, die erstmalig Multitouch-Funktionen erlaubt. Sony Ericsson aus Schweden stellt mit dem Xperia X10 zum ersten Mal ein Modell für die Google-Plattform vor. Gerüchten zufolge will der finnische Handyhersteller Nokia sein neuestes Highend-Handy N8 in Barcelona präsentieren, das eine 12-Megapixel-Kamera aufweist, mit der sich Videos in HD-Qualität (High-Definition) drehen lassen.
Vergleichbar üppig sind auch die anderen Smartphones ausgestattet. Sie unterscheiden sich nur noch im Detail. Die Touchscreens weisen inzwischen eine Größe von bis zu 3,7 Zoll auf und erreichen eine Auflösung von 800 mal 480 Pixel. Das sehr helle und kontrastreiche Aktiv-Matrix-OLED (AMOLED)-Display findet sich nicht mehr nur in Modellen von Samsung. Zügige Anwendungen gewährleistet die neueste Prozessor-Generation für Smartphones mit einer Taktfrequenz von 1 Gigahertz. W-Lan und UMTS beziehungsweise der Datenturbo HSDPA gehören inzwischen, genauso wie ein GPS-Empfänger und Speichererweiterung per Micro-SD-Karten, zur Grundausstattung der kleinen Alleskönner.
Weltneuheiten und rasante Umsätze
Mit Spannung wird in Barcelona eine Weltneuheit von Microsoft erwartet. Der Softwarehersteller arbeitet an einem eigenen Mobiltelefon, was die Handyforen im Internet in helle Aufregung versetzt hat. Das "Pink Phone" soll optisch dem Zune-Musicplayer ähneln und auf die neueste Version von Windows Mobile7 aufsatteln, die ebenfalls in Barcelona erstmalig der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird. Microsoft betritt damit, wie unlängst Google mit dem Nexus One, zum ersten Mal die Bühne der Mobiltelefon-Produzenten. Auch Garmin-Asus, ein Hersteller von Navigationssoftware, bastelt an eigenen Handys mit dem klingenden Namen "Nüvifone". Wahlweise soll es die mit integrierter Navi-Software ausgestatteten Geräte mit Android- oder Windows Mobile-Betriebssystem geben.
Die branchenfremden Konzerne werden wissen, was sie tun. Smartphones wird eine glänzende Zukunft vorausgesagt. Der Hightech-Verband Bitkom geht allein für den deutschen Markt dieses Jahr von einem Anstieg beim Absatz um 47 Prozent aus und von einer Umsatzsteigerung von 33 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Jedes dritte Mobiltelefon wird demzufolge ein Smartphone sein. "Die universell einsetzbaren Smartphones beflügeln den gesamten Handy-Markt", sagte Bitkom-Hauptvorstand Herbert Merz anlässlich des Mobile World Congress. "Das Handy ist zum Multifunktionsgerät geworden und hilft als ständiger Begleiter bei alltäglichen Aufgaben."
Fahrplanauskünfte, Übersetzungsprogramme, News, Musik-Downloads, soziale Netzwerke, Navigationsfunktionen und viele weitere Applikationen mehr bescheren vor allem den Mobilfunkunternehmen glänzende Absätze mit Datendiensten. Der Umsatz soll laut Bitkom in Deutschland dieses Jahr um acht Prozent auf 5,7 Milliarden Euro steigen und in Frankreich um 17 Prozent, in China um 23 Prozent und in den USA sogar um 25 Prozent anwachsen. Schon steht die nächste Generation mobiler Netzwerke ins Haus. LTE-Netze (Long-Term Evolution) ermöglichen Datengeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde. Das ist sechs Mal schneller als DSL. Im Frühjahr 2010 will die Bundesnetzagentur weitere Mobilfunkfrequenzen versteigern und den Grundstein für die 4G-Netze legen, deren Probebetrieb in Barcelona zu bestaunen ist.
"Ausbau der Mobilfunknetze ist unerlässlich"
Während sich dies alles recht positiv ausnimmt, mahnen Handyhersteller bereits einen zügigen weiteren Netzausbau an. Blackberry-Vizechef Mike Lazaridis hält den sofortigen Ausbau der Mobilfunknetze für unerlässlich. Im Vorfeld des Mobile World Congress rief er die Mobilfunkkonzerne auf, umgehend für mehr Funkzellen und mehr Masten zu sorgen. Schon jetzt kommt es in Ballungszentren zu Überlastungen, wenn sich zu viele Smartphones in einer Netzzelle befinden. Dass der Netzausbau nur schleppend vorankommt, hängt mit anderen Zahlen zusammen: Die Mehreinnahmen bei Datendiensten können die Verluste bei der herkömmlichen Telefonie nicht kompensieren. Unterm Strich verdienen die Konzerne weniger.
Hiervon ging die Wissenschaftskonferenz "Mobile Communications - Technologien, Märkte, Anwendungen" aus, die Anfang des Monats in Berlin stattgefunden hat. "Sprachumsätze sinken inzwischen schneller als Datenumsätze steigen, wodurch die Mobilfunknetzbetreiber insgesamt sinkende Umsätze verzeichnen", sagte Arno Wilfert von der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers. "Um die steigende Nachfrage nach Datendiensten und den damit verbundenen Bedarf an Netzkapazität befriedigen zu können, befinden sich die Mobilfunkunternehmen in einem Dilemma: Trotz sinkender Umsätze sind sie gezwungen, in neue Infrastrukturen zu investieren."
Dies könnte ihnen gelingen, wenn sie neue Konsumentenschichten mobilisieren. Dazu sind ja Messen gut geeignet. Immerhin: 69 Prozent der Handys weisen einen Internetzugang auf. Doch nur 18 Prozent der Verbraucher nutzen ihn. Den meisten sind die Flatrates zu teuer oder sie wollen tatsächlich nur telefonieren.
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Mich interessiert das alles nur, wenn "es insgesamt weniger kostet".
Sonst: viel zu viele Nuztungsmöglichkeiten für einen langsam älter werdenden Mann... man muß ja nicht alles wissen, kennen und können ... KISS: Keep It Simple, Stupid!