Mobilität in Stuttgart Neue elektronische Augen für die Verkehrsleitzentrale

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Zwischen Möhringen und Vaihingen installiert die Stadt zahlreiche neue Verkehrskameras. Von Mai an solle die neuen elektronischen Augen der städtischen Verkehrleitzentrale ein aktuelles Bild über die Verkehrlage im Süden vermitteln.

Die neue Kamera   zeigt  die aktuelle Verkehrssituation am Abzweig zur  Nord-Süd-Straße und zur Ostumfahrung.    Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die neue Kamera zeigt die aktuelle Verkehrssituation am Abzweig zur Nord-Süd-Straße und zur Ostumfahrung.   Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Langsam schwebt der orangefarbene Ausleger mit der Hebebühne neben dem Ampelmast nach oben. Eine halbe Stunde später ist die neue Verkehrskamera an der Ecke Vaihinger Straße/Albstadtweg montiert. „Jetzt müssen wir das Gerät noch an das städtische Datennetz anschließen“, sagt der Monteur Joachim Paproth. Doch die Bildübertragung streikt zunächst. Aber nach dem Austausch eines defekten Steckers kann der Fachmann schließlich aufatmen. Alles funktioniert, das Display des angeschlossenen Rechners zeigt ein klares Bild des Verkehrsablaufs auf der Vaihinger Straße.

Integrierte Verkehrsleitzentrale

„Die Daten der Kamera fließen über Glasfaserkabel und Netzknoten direkt in die Integrierte Verkehrleitzentrale (IVLZ) an der Mercedesstraße in Bad Cannstatt“, erklärt Paproth. Noch muss sein Team allerdings weitere Kameras zwischen Möhringen und Vaihingen sowie an der Nord-Süd-Straße (siehe Grafik) montieren, damit die bisher im Süden „blinden“ IVLZ-Verkehrslenker auch dort durchblicken. „Im Mai kann die IVLZ auf alle Kameras zugreifen“, sagt Wolfgang Hertkorn, Leiter der Abteilung Verkehrstechnik im Tiefbauamt. Dann vermitteln 19 Kameras an 16 Standorten ein klares Bild über die Verkehrslage im Süden der Landeshauptstadt.

Die elektronischen Augen sind um 360 Grad schwenkbar, um einen umfassenden Überblick zu gewährleisten. „Gebäude und Fensterfassaden werden automatisch ausgeblendet“, betont Hertkorn. Die Kameras erfassten auch keine Kennzeichen, sondern würden ausschließlich benutzt, um den Mitarbeitern der IVLZ einen Überblick über die aktuelle Verkehrslage zu geben.

Der Lotse ist im Süden nicht mehr blind

Dank der rund 35 in die Fahrbahnen eingelassenen Induktionsschleifen kennt die Verkehrszentrale künftig auch die Verkehrsdichte und die Geschwindigkeiten in einzelnen Abschnitten der großen Ein-und Ausfallstraßen im Süden. „Die Schleifen melden die Verkehrsdichte und die Kameras ermöglichen einen Blick auf die Verkehrsabläufe zwischen Möhringen, Degerloch und den Autobahn A 8 und A 831“, so Hertkorn. Seit Jahren werde immer wieder kritisiert, dass die IVLZ auf den Fildern keinen Einfluss habe. Wenn der Verkehr auf der A 8 zum Erliegen komme, tauchten die über die B 27 rollenden Blechlawinen erst auf den Monitoren der Leitstelle auf, wenn der Stadtkessel bereits blockiert sei.

Dank der vom Gemeinderat im Doppelhaushalt 2014/2015 bewilligten Investition von knapp 900 000 Euro rechnet IVLZ-Chef Ralf Thomas demnächst mit viel besseren Handlungsmöglichkeiten. „Für uns ist es ein Riesenvorteil, die schwierige Verkehrsituation auf den Fildern künftig auf unseren Monitoren genau beobachten zu können“, sagt er.