Mode zum Selbermachen
Wider die Diktatur der Marken
Mirko Weber,
15.10.2010 08:03 Uhr
Wie es Euch gefällt – in der Wiener Boutique Useabrand kann jeder zum Designer seiner eigenen Garderobe werden. Foto: Andrew Rinkhy
Stuttgart - Herbst ist's – und das heißt: entweder die Winterkleidung daheim auszumotten oder, so das Budget es hergibt, im Geschäft etwas Neues an- und auszuprobieren. Meistgehörter Satz vor den einschlägigen Umkleidekabinen: "Alles wäre gut wenn …" Wenn nämlich dieser Schnitt nicht so weit, jenes Muster nicht so spießig oder überhaupt der Stoff nicht so dick wäre (von eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten nicht zu reden). Die Macht des Modekunden ist mithin oft begrenzt und reduziert sich in punkto Souveränität, wenn’s nur leidlich passt, auf den Griff zum Portemonnaie.
Wer sich alternativ umtun will, ist in der Wiener Lindengasse, unweit der langen Mainstreameinkaufsmeile Mariahilferstraße, nicht schlecht aufgehoben. Hier reiht sich ein Jungdesignerladen an den anderen, die meisten davon sind durchaus auch mit kleinem Geldbeutel einen Besuch wert. Und dann wäre da auch noch in der Zollergasse im Siebten Bezirk ein ganz besonderer Laden mit kleinem Showroom: das Useabrand.
Hier arbeiten die 24-jährige Modedesignerin Anna Rihl und der knapp dreißigjährige Fotograf Moritz Baier. Rihl figuriert als Chefdesignerin, hat in Linz an der Kunstuniversität studiert und war praktikantinnenenhalber bei Wendi & Jim, IrinaVolkonskii und Christian Lacroix. Was sie selber schneidert, ist tendenziell "klassisch" und schnörkellos, aber erkennbar von heute. Moritz Baier wiederum ist ursprünglich gelernter Fotograf , hat etliche Musikvideos gedreht und ansonsten als Grafiker für die Covergestaltung bei der Plattenfirma EMI gesorgt. Und wie Joseph Beuys fand, dass im Prinzip jeder Mensch ein Künstler sein, findet Baier, "dass jeder Mensch designen kann". Was bewiesen werden sollte – und wurde.
Die Gründung des gemeinsamen Labels Useabrand ging deswegen einher mit einer zunächst verwegen anmutenden Idee. Seit einem knappen Jahr wurden im Laden und im Netz potenzielle Kunden ermutigt, ruhig eigene Entwürfe für welches Kleidungsstück auch immer einzureichen. Näheres regle eine Abstimmung. Seitdem gilt das monatliche Votieren im Netz, wo die Kunden ihre Ideen skizzieren, einen Account erstellen und den Entwurf hochladen (Papier im Laden abgeben geht aber auch noch).
Willkommen sind sowohl Vorschläge, die unter die Rubrik "Was ich immer schon kaufen wollte, aber nie gefunden habe" fallen, wie auch richtiggehend schräge Ansichten. Bisher durchgesetzt haben sich aber die eher praktisch orientierten, nicht zu weltfremden Designs. Was die Community wählt, wird auch produziert.
Wer sich alternativ umtun will, ist in der Wiener Lindengasse, unweit der langen Mainstreameinkaufsmeile Mariahilferstraße, nicht schlecht aufgehoben. Hier reiht sich ein Jungdesignerladen an den anderen, die meisten davon sind durchaus auch mit kleinem Geldbeutel einen Besuch wert. Und dann wäre da auch noch in der Zollergasse im Siebten Bezirk ein ganz besonderer Laden mit kleinem Showroom: das Useabrand.
Hier arbeiten die 24-jährige Modedesignerin Anna Rihl und der knapp dreißigjährige Fotograf Moritz Baier. Rihl figuriert als Chefdesignerin, hat in Linz an der Kunstuniversität studiert und war praktikantinnenenhalber bei Wendi & Jim, IrinaVolkonskii und Christian Lacroix. Was sie selber schneidert, ist tendenziell "klassisch" und schnörkellos, aber erkennbar von heute. Moritz Baier wiederum ist ursprünglich gelernter Fotograf , hat etliche Musikvideos gedreht und ansonsten als Grafiker für die Covergestaltung bei der Plattenfirma EMI gesorgt. Und wie Joseph Beuys fand, dass im Prinzip jeder Mensch ein Künstler sein, findet Baier, "dass jeder Mensch designen kann". Was bewiesen werden sollte – und wurde.
Die praktisch orientierten Designs haben sich durchgesetzt
Die Gründung des gemeinsamen Labels Useabrand ging deswegen einher mit einer zunächst verwegen anmutenden Idee. Seit einem knappen Jahr wurden im Laden und im Netz potenzielle Kunden ermutigt, ruhig eigene Entwürfe für welches Kleidungsstück auch immer einzureichen. Näheres regle eine Abstimmung. Seitdem gilt das monatliche Votieren im Netz, wo die Kunden ihre Ideen skizzieren, einen Account erstellen und den Entwurf hochladen (Papier im Laden abgeben geht aber auch noch).
Willkommen sind sowohl Vorschläge, die unter die Rubrik "Was ich immer schon kaufen wollte, aber nie gefunden habe" fallen, wie auch richtiggehend schräge Ansichten. Bisher durchgesetzt haben sich aber die eher praktisch orientierten, nicht zu weltfremden Designs. Was die Community wählt, wird auch produziert.
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nett geworden....
der artikel ist ja ganz nett geworden. hat uns gefreut!