Müllgebühren 232 Euro in Mannheim, 90 in Esslingen

Von Maria Wetzel 

Umweltminister Untersteller präsentiert die Abfallbilanz 2015: Bei den Müllmengen und Beseitigungskosten gibt es große Unterschiede zwischen den Kreisen

Immer auf Achse: 1,32 Millionen Tonnen Hausmüll wurden 2015 in Baden-Württemberg abgeholt Foto: dpa 6 Bilder
Immer auf Achse: 1,32 Millionen Tonnen Hausmüll wurden 2015 in Baden-Württemberg abgeholtFoto: dpa

Stuttgart - Die höchsten Müllgebühren im Südwesten zahlen die Bürger in Mannheim und im Kreis Tuttlingen. Das geht aus der neuen Abfallbilanz hervor, die Umweltminister Franz Untersteller an diesem Montag in Stuttgart vorgestellt hat. Demnach entfallen auf einen Vier-Personen-Haushalt in Mannheim pro Jahr 232 Euro, im Kreis Tuttlingen schwanken die Kosten zwischen 173 und 267 Euro. Am wenigsten zahlen die Esslinger: Dort liegen die Gebühren bei 90 Euro pro Jahr.

Nach Angaben von Untersteller haben die Baden-Württemberger 2015 erneut etwas weniger Müll produziert als in den Jahren zuvor. Im Landesdurchschnitt fielen an Haus- und Sperrmüll 142 Kilo pro Person an, davon waren 123 Kilo Hausmüll. Das war die niedrigste Menge an Restmüll seit 1990, dem ersten Jahr, in dem eine Abfallbilanz erstellt wurde.

Weniger Hausmüll, mehr Industrieabfälle

Hauptgrund für den Rückgang ist, dass die Mülltrennung in den meisten Stadt- und Landkreisen große Bedeutung gewonnen hat. In die Biotonne kamen im Durchschnitt rund 45 Kilo; Papier, Glas und andere getrennt gesammelte Wertstoffe machten insgesamt 166 Kilo aus. „Das Pro-Kopf-Aufkommen an häuslichen Abfällen sinkt zwar weiter, Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum führen dennoch zu insgesamt größeren Abfallmengen im Land“, sagte der Grünen-Politiker.

Insgesamt fielen 2015 im Südwesten rund 47 Millionen Tonnen an Abfällen an, eine Million Tonnen mehr als 2014. Davon sind 35,45 Millionen Tonnen Abfälle, die Industrie- und Gewerbebetriebe direkt entsorgt haben. 11,55 Millionen Tonnen kommen aus privaten Haushalten, von der Bauwirtschaft oder sind haushaltsähnliche Abfälle der Industrie, um die sich öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in den Stadt- und Landkreisen kümmern. Diese verzeichneten 2015 einen Rückgang der Müllmenge um drei Prozent.

„Dass unsere Wirtschaft weiter wächst, ist gut. Die Zahlen belegen aber, dass das in unserer Landesstrategie Ressourceneffizienz enthaltene Ziel, das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch und damit auch vom Abfallaufkommen zu entkoppeln, wichtig und richtig ist“, sagte Untersteller. Die Landesregierung setzt vor allem Abfallvermeidung, Recycling und Wiederverwendung. „Unser Ziel ist es, die vielen Wertstoffe, die in der Bananenschale, dem nicht mehr genutzten Handy oder dem abgerissenen alten Haus stecken, wiederzugewinnen und erneut zu nutzen.“ Damit werde auch ein Beitrag zur Minderung von Treibhausgasemissionen geleistet.