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Music Award Region Stuttgart Knietief im Underground

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Am Dienstagabend hat sich die örtliche Popszene selbst gefeiert - und die elf Preisträger des Music Award Region Stuttgart (Mars). Die Auswahl zeigt, wie vielfältig die Szene ist - und wie viel Innovatives in der Region Stuttgart abseits des Mainstreams entsteht.

Bees Made Honey In The Vein Tree erhalten den Zukunftspreis Künstler. Die Band aus Ostfildern darf mit Recht als größte Überraschung des Mars 2017 gelten. Sie spielen laute, ellenlange psychedelische Rocksongs zu bekifft-verhalltem Gesang. Sie sind Teil des hiesigen Psychedelic-Trends - und, mit 5000 Euro Fördergeld ausgestattet, nun dessen offizielles Flaggschiff. Weitere Mars-Preisträger zeigt die Fotostrecke. Foto: Luke Shanahan Neubauer 11 Bilder
Bees Made Honey In The Vein Tree erhalten den Zukunftspreis Künstler. Die Band aus Ostfildern darf mit Recht als größte Überraschung des Mars 2017 gelten. Sie spielen laute, ellenlange psychedelische Rocksongs zu bekifft-verhalltem Gesang. Sie sind Teil des hiesigen Psychedelic-Trends - und, mit 5000 Euro Fördergeld ausgestattet, nun dessen offizielles Flaggschiff. Weitere Mars-Preisträger zeigt die Fotostrecke. Foto: Luke Shanahan Neubauer

Stuttgart - Alle zwei Jahre ruft das Popbüro Region Stuttgart die hiesige Popszene zusammen, um gemeinsam zu feiern – sich selbst sowie die elf Preisträger des Music Award Region Stuttgart, kurz Mars. Am Dienstag bekannte der Popbüro-Leiter Peter James am Beginn der Preisverleihung im Variété, dass die Mars-Jury diesmal „knietief im Underground“ gewühlt habe – und dass das kein Selbstzweck sei, sondern vielmehr „ganz toll, denn das heißt: Start-Ups!“

Dazu muss man wissen, dass das Popbüro zwei Träger hat: neben der Jugendhausgesellschaft ist das die regionale Wirtschaftsförderung. Ergo sollen Peter James und sein Team nicht zuletzt helfen, Existenzen im Popgeschäft zu gründen – einer Branche, in der entgegen manchem Vorurteil ganz viele Menschen ganz hart arbeiten, aber nur wenige wirklich reich werden.

Der Bietigheimer Rapper Rin könnte Glück haben und schon bald zur zweiten Gruppe zählen. Er wurde als bester Künstler ausgezeichnet. Sein Album „Eros“ greift den aktuellen, hochartifiziellen Sound der Cloud-Rapper auf und stieg prompt auf Platz drei der Charts ein. Rin darf damit als neuester Stuttgarter HipHop-Export gelten: einer, den man ins Schaufenster stellen kann und für den man sich dann vielleicht trotzdem den Spruch anhören muss, dass „das schon ganz gut ist, dafür, dass es aus Stuttgart kommt“. So zitiert vom Moderator Michael Setzer, der selbst viel über Musik schreibt und bei der Band End of Green mitspielt.

Chimperator hat inzwischen 100 Mitarbeiter

Ein Blick auf die übrigen Preisträger zeigt, was Peter James mit seinem Eingangsstatement gemeint hat: ausgezeichnet wurden vor allem Künstler, Unternehmen und Veranstalter, die abseits des breiten Mainstreams arbeiten – die Eventreihen Horse Soul Club und Montage, der Plattenladen Second Hand Records oder die übrigen in der Bildergalerie präsentierten Preisträger.

Quasi außer Konkurrenz läuft die Unternehmensgruppe Chimperator, die mit dem Rapper Cro groß geworden ist. Sie erhielt den Wirtschaftspreis – nicht zuletzt, weil sie auf mittlerweile 100 Mitarbeiter angewachsen ist. Chimperator ist ein Musterbeispiel. Dass ihm andere nachfolgen, ist neben der Leistungsschau ein Hauptziel der jetzt verliehenen Auszeichnungen.

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