Musiker aus Esslingen: Jan Weitzenbürger Voller Einsatz für die Metal-Szene

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Der Esslinger Veranstalter und Sänger Jan Weitzenbürger hält mit drei Bands und mehreren Festivals die Fahne des Metal und Grunge hoch. Wir stellen den Musiker und seine neuen Pläne vor.

Jan Weitzenbürgers raue Stimme steht bei Naked Hazelbeard im Vordergrund. Foto: M.  Steck 4 Bilder
Jan Weitzenbürgers raue Stimme steht bei Naked Hazelbeard im Vordergrund. Foto: M. Steck

Esslingen - Für gleich drei Bands ist der Esslinger Jan Weitzenbürger als Sänger und Frontmann das Aushängeschild. Mit seiner Acoustic-Grunge-Gruppe Naked Hazelbeard spielt er zur Zeit die meisten Konzerte, 50 pro Jahr. „Der Sound ist ein Mix aus Bob Dylan, Nirvana Unplugged und einer Art Joe-Cocker-Stimme,“ meint der 29-Jährige, dessen Vollbart ein Teil der Bandnamensgebung war. „Der etwas ruhigere Gitarrensound kommt gut bei den Leuten an“, sagt der Vollblutmusiker.

Ruhiger bedeutet bei Weitzenbürger leiser und langsamer als Metal und Stoner Rock. Das spielt er mit seinen beiden anderen Bands, Killing Age und Conquered Mind. Für alle drei Bands ist seine raue Stimme typisch. Im letzten Jahr hat er mit der Band Naked Hazelbeard zwei Alben aufgenommen. „Seitdem habe ich 45 neue Songs geschrieben,“ so der Sänger mit der Reibeeisenstimme. 2018 will er noch mal zwei Alben aufnehmen.

Musiker, Veranstalter, Förderer

Drei Bands und neue Songs am laufenden Band, was für andere Künstler ein Lebenswerk ist, ist für Weitzenbürger charakteristisch. In der Stadt ist er weit über seine eigene Musik hinaus bekannt. Man könnte ihn auch als einen der engagiertesten Musiker der hiesigen Metal-Szene bezeichnen.

Als Veranstalter steckt der 29-Jährige hinter vier Festivals, die über das Jahr hinweg verteilt stattfinden: dem „Hell over Esslingen“, „Riverside“, „Esslingen frisst Staub“ und „Burn it down“– allesamt im weiteren oder engeren Sinne der Musikrichtung Metal verhaftet. „Die Metal-Szene ist für mich der Inbegriff für eine gewisse Andersartigkeit, eine Alternative zum Mainstream. In diesem Umfeld fühle ich mich wohl, weil hier eine politische und kapitalismuskritische Haltung thematisiert wird und wir uns gegen das gedankenlose Mitschwimmen im Strom unserer Gesellschaft stellen. Das ist auch in unserer Musik so“, so Weitzenbürger. Die Namen seiner Bands Killing Age und Conquered Mind sind an diese Haltung angelehnt.

Politische Motivation

Auch in Weitzenbürgers Liedtexten geht es um Politisches, Zwischenmenschliches und um Ungerechtigkeiten auf der Welt. „Ich will, dass die Leute etwas aus den Texten mitnehmen. Bewerten kann es dann jeder selbst“, so der Gitarrist.

Die Festivals hat er ins Leben gerufen, weil es für kleinere Bands oft schwierig sei, Auftritte zu bekommen. Um genau das noch mehr Musikern aus Esslingen und der Region zu ermöglichen, will Weitzenbürger demnächst einen Förderverein für Musik und Musikveranstaltungen in Esslingen gründen. „Die Satzung steht bereits“, kommentiert er seinen neuesten Streich vielversprechend. Bis dahin kann man sich auf den anstehenden Konzerten und Festivals seinen derzeitigen Sound anhören.

Konzerte

Termine: 20. Oktober, „Voices &Guitars Festival“, ab 19 Uhr, Zehntscheuer Deizisau. 21. Oktober, „Esslingen frisst Staub“, ab 17.30 Uhr, Fritz-Müller-Straße 119, Esslingen 4. November, „Burn it down“, ab 17.30 Uhr, Fritz-Müller-Straße 119, Esslingen