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Musikschule Filderstadt Ein adliger Geist spukt durch das Schloss
Jens Noll, 31.01.2012 09:00 Uhr
Die Schüler proben in Bonlanden für den Auftritt Foto: Jens Noll
Die Schüler proben in Bonlanden für den Auftritt Foto: Jens Noll

Bernhausen - Drei Schritte vor, drei Schritte zurück, ein Knicks, eine Verbeugung – alles muss synchron zur Musik erfolgen. Erst als die Bewegungen sitzen, gibt sich Monika Grauschopf zufrieden. Die Lehrerin der Filderstädter Musikschule sitzt am Klavier und leitet die einzelnen Gruppen an. Die Gespensterkinder sind fertig, nun kommen die größeren Kinder an die Reihe. Grauschopf schlägt in die Tasten.

Die Aufregung wird größer – bei der Lehrerin wohlgemerkt, nicht bei den Kindern. Die sehen ihrem Auftritt am Sonntag in der Filharmonie vor erwarteten 500 Zuschauern noch gelassen entgegen. Monika Grauschopf hingegen macht sich noch viele Gedanken. „Es gibt sehr viel, an was man noch denken muss“, sagt sie.

Am Sonntag ist Geisterstunde in der Filharmonie, wenn Kinder- und Mittelchor sowie ein Musicalorchester der Musikschule in das Schloss Canterville entführen. Dort spukt Nacht für Nacht Sir Simon de Canterville durch die Gemächer. Nachdem er vor langer Zeit seine Frau mit einem Tintenfass erschlagen hat, lastet ein Fluch auf ihm. Er möchte die Amerikaner vertreiben, die das Schloss gekauft haben. Die aber scheinen sich nicht im Geringsten vor dem Gespenst von Canterville zu fürchten.

38 Schüler und ein zehnköpfiges Orchester wirken mit

Nach den Herbstferien haben die 38 Musikschüler im Alter von sechs bis 14 Jahren mit den Proben angefangen. Monika Grauschopf hat mit ihrem Mann Stephan die Gesamtleitung des Kinder- und Jugendmusicals übernommen. Sie haben auch das Bühnenbild gebastelt, Kostüme genäht und angepasst.

„Wir sind zum ersten Mal in der Filharmonie“, erklärt Grauschopf, „das wird für uns besonders spannend.“ Mit den Schülern probt sie im Bildungszentrum Seefälle in Bonlanden, erst zur Generalprobe dürfen alle an den Veranstaltungsort. Dann wird auch das zehnköpfige Orchester dazukommen. „Wir können nur einmal in die Halle rein“, sagt Grauschopf. Was sie an der Filharmonie besonders schätzt: „Dort sind wir technisch super ausgerüstet.“

Aus Erfahrung weiß Grauschopf, dass Kindermusicals schwer zu finden sind. Das Musical, das sie nun mit den Kindern einstudiert, basiert auf einer Novelle des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Die Inszenierung ist laut Grauschopf kindgerecht gemacht. „Das Stück hat eine tolle Musik und eine gute Geschichte“, sagt sie.

Sir Simon versammelt Gespensterkollegen um sich

„Ich finde es gut, dass wir so vieles zum Anziehen haben“, meint Melina von Taboritzki. Sie spielt eine Wahrsagerin. Unter ihrem Kopftuch trägt sie ein Gestell mit Lampen, die bunt aufleuchten, wenn sie ihre Wahrsagungen macht. Besonders elegant ist das adlige Gespenst gekleidet. Gespielt wird Sir Simon de Canterville von Ruben Lohn. Der kann aber auch anders, beispielsweise, wenn er als Schwarzer Harald durch den Raum spuken wird.

Im Laufe des Stücks schart das Gespenst von Canterville weitere Gespensterkollegen um sich, um die amerikanischen Bewohner zum Auszug aus dem Schloss zu bewegen. Da kann es recht gruselig werden, weshalb die Veranstalter die Aufführung für Kinder ab acht Jahren empfehlen.

Termine „Das Gespenst von Canterville“ wird am Sonntag, 5. Februar, im Großen Saal der Filharmonie, Tübinger Straße 40, aufgeführt. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
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