Nach Interview zu Flüchtlingen AfD will Kandidaten abservieren

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Der Landtagskandidat der AfD im Wahlkreis Kirchheim, Günter Lenhardt, ist von seinem Parteichef Meuthen aufgefordert worden, alle Parteiämter ruhen zu lassen. Ob er dem nachkommt, ließ Lenhardt am Mittwochabend offen.

Die Lea in Heidelberg. Hier hat der  AfD-Kandidat Günter Lenhardt in der Flüchtlingsregistrierung gearbeitet, bevor er wegen seiner  Aussagen  zur Flüchtlingspolitik von seinem Dienstherrn, der Bundeswehr, abgezogen worden ist. Foto:  
Die Lea in Heidelberg. Hier hat der AfD-Kandidat Günter Lenhardt in der Flüchtlingsregistrierung gearbeitet, bevor er wegen seiner Aussagen zur Flüchtlingspolitik von seinem Dienstherrn, der Bundeswehr, abgezogen worden ist.Foto:  

Kirchheim - Die Luft wird dünn für Günter Lenhardt, den Landtagskandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) im Wahlkreis Kirchheim. Neben den Konsequenzen, die dem 58 Jahre alten Stabsunteroffizier der Reserve wegen seiner ­Äußerungen zur Flüchtlingspolitik seitens seines Arbeitgebers, der Bundeswehr, ­drohen, steht auch seine politische Zukunft auf der Kippe. Der AfD-Landeschef und Spitzenkandidat, Jörg Meuthen, hat am Rande einer von den „Stuttgarter Nachrichten“ ausgerichteten Diskussionsrunde seinen Parteifreund Lenhardt dazu aufgefordert, alle Parteiämter abzugeben.

Lenhardt, der als Reservist der Bundeswehr in der Landeserstaufnahmestelle (Lea) für Flüchtlinge in Heidelberg eingesetzt war, hatte in einem Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung unter anderem gesagt, einem Flüchtling sei es egal, ob er an der griechischen oder deutschen Grenze durch Schüsse sterbe . Dies hatte landesweit Empörung hervorgerufen. Am Mittwoch war er deshalb zum Rapport ins Landeskommando der Bundeswehr in Stuttgart einbestellt worden. „Bei der Lagefeststellung ist es zu einer Entscheidung gekommen“, sagt Andreas Steffan, der Bundeswehr-Sprecher. Nähere Angaben zum Inhalt des Gesprächs und zu den dienstrechtlichen Folgen für Lenhardt könne er erst machen, wenn das Kommando für territoriale Aufgaben in Berlin die Entscheidung des Stuttgarter Kommandeurs, Oberst Dieter Bohnert, auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft habe.

Bundeswehr zieht Lenhardt aus Flüchtlingsarbeit ab

Lenhardt, der schon unmittelbar nach Bekanntwerden seiner Aussagen von der Arbeit in der Landeserstaufnahmestelle entbunden worden war, droht als mildeste Option ein Verweis. Im äußersten Fall kann laut Steffan „die Wehrübung beendet werden“, was gleichbedeutend mit einer Entlassung aus dem Reservistenstand wäre.

In einer Stellungnahme hat sich Lenhardt am Mittwoch um Schadensbegrenzung bemüht und erstmals seine Wortwahl bedauert. Er habe nur darauf hinweisen wollen, dass sich die Aussagen der ­AfD-Bundeschefin Frauke Petry und des Grünen-Oberbürgermeisters von Tübingen, Boris Palmer, zur Grenzsicherung nicht unterscheiden würden, sagt er. „Mit dem einzigen Unterschied, dass Petry die deutsche und Palmer die europäische Grenze schützen will“, so Lenhardt. Dazu gehöre im Extremfall auch der Einsatz der Waffe. In der AfD-Mitteilung heißt es weiter, dass der Kirchheimer Landtagskandidat einen Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge ablehne. Im Schulterschluss mit Günter Lenhardt distanziere sich auch der gesamte Esslinger Kreisverband „von allen Versuchen, einen Zusammenhang zwischen dem dienstlichen Tragen einer Schusswaffe zur Selbstverteidigung und deren Gebrauch gegen Flüchtlingen herzustellen“. Noch am Vortag hatte Lenhardt allerdings auf Nachfrage erklärt, er stehe zu seinen Aussagen und habe keine Probleme mit dem, was er gesagt habe. Und: „Die Bauchschmerzen haben andere.“

Lenhardt will abwarten

Das Ansinnen seines Parteichefs Meuthen wollte Lenhardt am Mittwoch nicht kommentieren. Eben so wenig, wie dessen Behauptung, er sei dem schon nachgekommen. „Ich warte erst ab, welche konkreten Vorwürfe im Raum stehen, und wie der Landesvorstand den Fall bewertet“, sagte er unter Hinweis auf eine bevorstehende Anhörung. Sollte Lenhardt zurücktreten, müsste sowohl die AfD im Kreis Esslingen als auch der Ortsverband Filder einen neuen Sprecher suchen. Ein Rücktritt von der Landtagskandidatur dagegen ist nicht möglich. „Die Wahlhandlung findet ja schon statt“, sagt Klaus Neckernuss, der Wahlleiter im Landratsamt Esslingen, unter Hinweis auf die schon eingehenden Briefwahlbögen. Der Kreiswahlausschuss habe Lenhardt als AfD-Vorschlag akzeptiert. „Daran ist nicht zu rütteln. Der Rest ist ein Problem der Partei“, so Neckernuss.

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10 KommentareKommentar schreiben

Herrn Lenhardt abservieren?: Diesen verdienstvollen Mann, der die Politik der AfD bis zur Kenntlichkeit dargestellt hat?

Naja abservieren,...: denke da ähnlich wie Frau Theissen, der Mann hat sich durch eigene Aussagen aus dem Rennen genommen. Der Mann arbeitet in der Landeserstaufnahmestelle und äusserst sich auf die Art und Weise.

AfD: Auch die AfD wird von innerparteilichen Meinungen eingeholt. Normale demokratische Situation wir in allen Parteien. Darauf zu schleißen dass die AfD nicht wählbar ist mehr als zweifelhaft. Mit gleicher Beobachtungsschärfe hätte man weder CDU/CSU - SPD - Bündnis 90 / Die Grünen - Die Linke und die Restlichen zu Auswahl. Alle streiten vor Wahl und danach stimmt man über Diäten im Gleichklang ab. Alle Kritiker der AfD sollten sich an der Nase fassen und laut husten.

Aber: die AfD ist doch angeblich ganz anders und so meinungsoffen und gar nicht auf Pöstchen und Diäten aus sondern will die Wahrheit sagen und das, was sich sonst keiner traut zu sagen. Wurd zumindest immer so kommuniziert. Oder hat man das vielleicht auch ganz anders gemeint? Irgendwie seltsam. Ist die AfD vielleicht genauso wie die von Ihr kritisierten etablierten Parteien? Ich tippe mal, eher noch viel schlimmer. Vor allem wenn's um's Ellbogenausfahren beim "ich-will-aber"-Spielchen geht.

Die klare Linie funktioniert immer: aussortieren ist notwendig, EGAL in welchen Bereichen. - - - Ebenso öffentliche Personen wie Representanten von Unternehmen werden ebenso versetzt beziehungsweise aussortiert. - - - Gut so, wer allzusehr auffällt oder abweicht, wird gemaßregelt. - - - - Populistisches Auftreten ist den Vorgesetzten vorbehalten, - ist nix neues.

Tja ... : Der arme Herr Meuthen. So langsam wird es lächerlich. An allen Ecken und Enden muss er flicken und reparieren, verniedlichen ... im Zaum halten. Da nützt auch sämtliche "Kompetenz" beim Flüchtlingsthema nichts. Diese Partei kann die Interessen Deutschlands nicht seriös vertreten.

Ein Professor macht noch keinen Sommer: Punkt.

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