Nach Rücktritt als Bundesbildungsministerin Schavan kann auf Südwest-CDU bauen

dpa, 10.02.2013 17:35 Uhr

Stuttgart - Annette Schavan (CDU) bekommt nach dem Rücktritt als Bundesbildungsministerin aus der CDU in ihrer Wahlheimat Baden-Württemberg weiterhin volle Unterstützung. Die 57-Jährige bleibt Spitzenkandidatin des Kreisverbands Alb-Donau/Ulm für die Bundestagswahl. „Sie hat mir versichert, dass sie ihre Kandidatur wahrnimmt“, sagte Verbandschef Paul Glökler. Seit 2005 vertritt Schavan den Wahlkreis. Schavan hatte ihre Entscheidung am Samstag verkündet und zog damit die Konsequenzen aus der Aberkennung ihres Doktortitels.

Im Südwesten hatte Schavan während der Plagiatsaffäre stets Rückendeckung bekommen. So erhielt Schavan auch am Wochenende Lob für ihre Verdienste als Ministerin in Baden-Württemberg, wo sie von 1995 bis 2005 die Ressorts Kultus, Jugend und Sport geleitet hatte. Der Vorsitzende des CDU-Bezirks Württemberg-Hohenzollern, Thomas Bareiß, bedauerte den Rücktritt: „Es ist ein Jammer, dass Annette Schavan nach 17 Jahren unglaublich erfolgreicher Arbeit in Stuttgart und Berlin als Ministerin gehen muss.“

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Fraktionsübergreifend wird nicht an Schavans Erfolgen gezweifelt

Darauf baut auch ihr Heimatverband, der Schavan Ende Januar – damals also noch mit Doktortitel – mit knapp 96 Prozent der Stimmen nominiert hatte. „Bei den Beziehungen und Netzwerken, die die Frau hat, unabhängig vom Ministeramt, ist sie für uns immer noch Gold wert“, sagte Glökler. „Auch als Abgeordnete ohne Bundesministertitel ist sie eine starke Repräsentanz für den Kreisverband“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der Ulmer CDU, Thomas Kienle. An Schavans Erfolgen werde fraktionsübergreifend nicht gezweifelt. So hatte etwa Ulms SPD-Oberbürgermeister Ivo Gönner ihr Unterstützung zugesagt.

Dass die Südwest-CDU nun nur noch mit Finanzminister Wolfgang Schäuble im Bundeskabinett repräsentiert ist, schadet dem Ansehen des zweitgrößten CDU-Landesverbands laut einem Sprecher nicht. Mit Schäuble, Volker Kauder als Unionsfraktionsvorsitzendem, Annette Widmann-Mauz und Hans-Joachim Fuchtel als parlamentarische Staatssekretäre sowie Thomas Strobl als Landesgruppenchef und Bundes-Vize sei die Südwest-CDU in Berlin „hervorragend“ vertreten.

Über die Parteigrenzen hinweg gab es Respekt

Über die Parteigrenzen hinweg zollten Politiker Schavan für ihren Schritt Respekt. Damit habe sie sich die Anerkennung im Dienst der Bildungs- und Wissenschaftspolitik gesichert, meinen Oppositionsvertreter. Als neue Bildungsministerin soll die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) antreten. Eine von der „Bild am Sonntag“ beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegebene Umfrage noch vor dem Rücktritt ermittelte eine Mehrheit der Deutschen (62 Prozent), die Merkel und die Union durch die Schavan-Affäre beschädigt sieht.

 
 
Kommentare (23)
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FEB
11
nur mal so, 16:42 Uhr

Unmut, 11:47 Uhr

Hallo Unmut wenn man schon so vom Leder zieht, sollte man wenigstens wissen um wen und was es geht.

FEB
11
Rolf Richard , 11:52 Uhr

BW-CDU-falsche Doktoren wie Pröfrock oder Schavan

Mit diesen CDU-Leuten ist doch kein Staat zu machen. Das hat sogar die Angela aus der Uckermark feststellen müssen. Was wollen wir mit abgehalterten Akademikern? Wenn die gegen ihr an der Uni gegebenes Ehrenwort mit Pliagiaten verstoßen, dann sind sie doch noch weniger tauglich, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die brechen ihren Ministereid so wie Mappus gegen die Verfassung verstoßen hat: Leichtfertig, opportunistisch, verlogen.

FEB
11
Unmut, 11:47 Uhr

Gesine Schawan

Sehr geehrte Damen und Herren von der CDU, ich vermute das ich mich verlesen habe, mit der geplanten Rückendeckung für die Täuscherin und Abschreiberin Frau Gesine Schawan. Das kann doch wohl nicht ihr Ernst sein, wollen sie tatsächlich die Wissenschaft beschädigen und den Doktortitel noch weiter der Lächerlichkeit preisgeben. Sie sollten lieber dafür sorgen, dass solche Titel als Schmuck in der Öffentlichkeit vor Namen etc. nichts zu suchen haben und nicht mehr als Türöffner für angebliche Karrieren benutzt werden können. Wer ahnungslos ist und liest diese zusammengeklaubten Titel der Frau, versinkt doch in Ehrfurcht (Doktor,Professor), dabei ist alles zusammengebastelt. Ein Irrtum hat den nächsten eingeleitet, nach dem falschen Doktor wurde doch bestimmt die Professur verliehen. Es ist wie Österreich, in der Banenrepublik Deutschland, statt zu bannen werden diese Leute noch gedeckt von der CDU. Wofür bekommt diese Person eigentlich Respekt, die Bildung in der Bundesrepublik ist doch unter aller Kanone, Pisa zeigt es immer wieder. Familie und Bildung kann die CDU nicht.

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