Nach WM-Affäre Beckenbauer löst Vertrag als TV-Experte bei Sky auf

Von red/dpa 

Franz Beckenbauer hat beim Achtelfinal-Rückspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern und Juventus Turin vorerst seinen letzten Auftritt als Experte beim Münchner Bezahlsender.

Franz Beckenbauer war zuletzt durch seine Verwicklung in den Skandal um die Fußball-WM 2006 heftig in die Kritik geraten. Foto: AP
Franz Beckenbauer war zuletzt durch seine Verwicklung in den Skandal um die Fußball-WM 2006 heftig in die Kritik geraten.Foto: AP

München - Nach heftiger Kritik an seiner Rolle im WM-Skandal beendet Franz Beckenbauer seine Arbeit als Fußball-Experte für den TV-Sender Sky. Der 70-Jährige habe gebeten, die Zusammenarbeit „auf unbestimmte Zeit nicht fortzuführen“, teilte Sky am Mittwochabend kurz vor dem Champions-League-Achtelfinalrückspiel des FC Bayern gegen Juventus Turin mit. Der Einsatz bei der Partie in München sollte Beckenbauers letzter TV-Auftritt für den Sender sein, hieß es.

Insgesamt hatte der Weltmeister von 1974 rund 25 Jahre für das Bezahlfernsehen gearbeitet. „Ich bin jetzt 70 Jahre alt, stehe seit über 50 Jahren in der Öffentlichkeit und bin für den Fußball - ob als Spieler, Trainer oder Funktionär - zig Mal um die Welt gereist. Nach so langer Zeit möchte ich mir eine Pause gönnen“, wurde Beckenbauer zitiert. Kurz vor der Partie sprach Beckenbauer von „gewissen Ermüdungserscheinungen durch die letzten Jahre, die sehr schwer für mich waren“. Es sei „einzig und allein mein Wunsch gewesen, das Verhältnis aufzulösen“, sagte Beckenbauer.

Für Sky der zweite Verlust einer prägenden Figur

Zuletzt war er wegen seiner Verwicklung in die Sommermärchen-Affäre beim Deutschen Fußball-Bund ins Zwielicht geraten. So hatte Beckenbauer vor der Vergabe der WM 2006 an Deutschland einen dubiosen Vertrag mit dem korrupten Weltverbands-Vizepräsidenten Jack Warner unterzeichnet. Zudem lief eine verdächtige Millionen-Zahlung im Jahr 2002, die letztlich in Katar landete, über eines seiner Konten.

Neben dem Wirbel um den WM-Skandal nannte Sky auch einen „schweren privaten Schicksalsschlag“ als Grund für Beckenbauers Rückzug. Sein Sohn Stephan war im Vorjahr nach langer Krankheit gestorben. „Wir respektieren diesen Wunsch von Franz Beckenbauer und nehmen ihn mit Bedauern zur Kenntnis“, sagte Sender-Chef Carsten Schmidt laut der Mitteilung.

Beckenbauers Abschied von Sky bedeutet für den Sender den zweiten Verlust einer prägenden Figur seiner Fußball-Berichterstattung innerhalb kurzer Zeit. Marcel Reif, der bekannteste Kommentator von Sky, hatte im Januar angekündigt, nach dem Ende der Bundesliga-Saison im Mai aufhören zu wollen. „Es waren 25 schöne Jahre, darauf kann ich schon auch ein bisschen stolz sein“, sagte Beckenbauer.