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Nachgefragt „Es ist gut angelegtes Geld“

Wolfgang Berger, 22.02.2013 18:30 Uhr
Stellenwert Ivo Gönner (SPD) ist seit 1992 Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetags und einer der profiliertesten Politiker in Baden-Württemberg. Im Landesverband der Kunstschulen ist der 61-Jährige Mitglied des Kuratoriums. Die Jugendkunstschulen erfüllen eine sehr wichtige Funktion – davon ist Gönner überzeugt.
Herr Gönner, hat die Stadt Ulm schon einmal überlegt, ihre Jugendkunstschule Kontiki aus Kostengründen zu schließen?
Nein.

Und weshalb nicht? Sie ist doch sicher teuer.
Kontiki wurde 1988 gegründet. Die Absicht war, Kindern und Jugendlichen – analog zu den Musikschulen – einen Zugang zur Bildenden Kunst zu ermöglichen. Kreative, ganzheitliche Bildung ist bis heute etwas, das uns sehr wichtig ist. Hier füllt das Angebot der Ulmer Volkshochschule, unter deren Dach Kontiki angesiedelt ist, eine große Lücke für die Jugendlichen der Region.

Wie hoch ist der Zuschuss für Kontiki?
Der jährliche Zuschuss liegt aktuell bei 143 000 Euro. Es ist gut angelegtes Geld, denn es geht sowohl um Kinder und Jugendliche als auch um die Entwicklung unseres Landes. Unsere Rohstoffe sind Wissen und Kreativität.

Jugendkunstschulen konkurrieren verstärkt mit Angeboten der Ganztagesschulen und vielfältigen Freizeitangeboten. Ist die Jugendkunstschule ein Auslaufmodell?
Eine Zukunft haben die baden-württembergischen Jugendkunstschulen mit Sicherheit. Ich sehe da auch keine Konkurrenz. Im Gegenteil: Die Jugendkunstschulen sind allerorts begehrte Kooperations- und Bildungspartner der Schulen, weil sie gezielt Angebote machen für Schülerinnen und Schüler aller Schularten und weil sie bekanntermaßen qualitätsvoll und professionell arbeiten. Nicht umsonst hat der derzeitige Landtag von Baden-Württemberg beschlossen, die Kunstschulen den Musikschulen in der gesetzlichen Förderung gleichzustellen und pro Jahr 150 000 Euro Sonderzuschuss für die als besonders wichtig erkannten Kooperationen mit Schulen bewilligt.

Siehe auch Artikel über die geplante Auflösung der Jugendkunstschule Nürtingen