Stuttgart 21 Polizeiaktion im Schlossgarten hat begonnen

Von ceb, era, hip, dpa, dapd 

Mit einem Aufgebot von mehr als 200 Beamten hat die Polizei am Mittwoch den Schlossgarten geräumt. Am Abend wurden die ersten Bäume gefällt.

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Stuttgart - Die Polizei hat in der Nacht zum Mittwoch ihren Einsatz im Schlossgarten begonnen. Der Tag im Rückblick.

+++ 20.00 Uhr +++ Die Bahn hat die Arbeiten auf dem Baufeld offenbar für heute eingestellt. Es gehe am frühen Donnerstag weiter, sagte eine Sprecherin der Bahn.

+++ 16.50 Uhr +++ Die Baumfällarbeiten im Schlossgarten haben begonnen.

+++ 15.45 Uhr +++ Im Mittleren Schlossgarten gibt es zahlreiche Schritthügel, die nach und nach von der AWS abgebaut werden.

+++ 15.15 Uhr +++ Am Ausgang Schillerstraße haben sich etwa 100 Projektgegner versammelt. Die Polizei sichert die Absperrungen. Die Stimmung ist friedlich.

+++ 14.26 Uhr +++ Das Protestcamp ist fast vollständig abgerissen worden. AWS-Mitarbeiter räumen Materialien auf einen Sammelplatz

+++ 14.20 Uhr +++ Der Schlossgarten ist jetzt komplett geräumt. Um 14.15 Uhr hat die Polizei den letzten Demonstranten von einem Baum am Ausgang Klett-Passage geholt.

+++ 14.15 Uhr +++ Die Volksabstimmung hat nach Ansicht von Nils Schmid (SPD) die friedliche Räumung des Schlossgartens begünstigt. „Ich habe immer darauf gesetzt, dass die Volksabstimmung befriedend wirkt“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident am Mittwoch. Es habe beim Protest zwar einen harten Kern gegeben; die Polizei sei aber klug und besonnen vorgegangen. „Jetzt steht der Realisierung dieses wichtigen Projekts nichts mehr im Wege.“ Schmid forderte die Bahn auf, die Bauarbeiten nun zügig voranzutreiben.

+++ 13.47 Uhr +++ „Der Einsatz ist so verlaufen, wie wir es tatsächlich auch erwartet haben“, sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD).

+++ 13.45 Uhr +++ Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Vorgehen der Polizei bei der Räumung des Stuttgart-21-Geländes gelobt. Die Polizei habe den Einsatz am Mittwoch im Schlossgarten umsichtig und professionell vorbereitet, sagte Kretschmann. „Der bisherige Verlauf des Polizei-Einsatzes stimmt mich auch zuversichtlich, dass auch die weiteren Maßnahmen im Großen und Ganzen friedlich ablaufen.“ Kretschmann dankte auch den Gegnern des Milliardenprojekts Stuttgart 21, die am Dienstag und Mittwoch friedlich protestierten.

+++ 13.30 Uhr +++ Am ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhof am Rande des Parks sind erste Bäume und Sträucher mit Baggern herausgerissen und gehäckselt worden. Arbeiter kappten mit Motorsägen weitere Gehölze.

+++ 13.02 Uhr +++ OB Schuster hat der Polizei und den Demonstranten gedankt: „Ich bin sehr erleichtert darüber, dass der Einsatz im Schlossgarten ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen ist. Bei der hohen Emotionalität des Themas, der teilweise massiven verbalen Aufrüstung im Vorfeld, war damit nicht unbedingt zu rechnen. Mein großer Dank gilt den zahlreichen Polizisten, die bei der Räumung der Zeltstadt sehr besonnen agiert haben. Die deeskalierende Einsatzstrategie von Polizeipräsident Thomas Züfle hat sich bewährt. Ein ausdrücklicher Dank aber auch an die Stuttgart-21-Gegner, die mehrheitlich friedlich demonstriert haben. Sie haben sich deutlich von gesetzeswidrigen Aktionen distanziert.“

+++12.18 Uhr +++ Aktuell sind wohl noch zwei Bäume im Schlossgarten besetzt. Kleinere Bäume werden gefällt.

+++ 12.17 Uhr +++ Bei der Räumung hat die Polizei laut Nachrichtenagentur dpa Straftaten von mehr als 100 Personen registriert. Bis zum späten Vormittag wurde bei 104 Personen die Identität festgestellt. Vier davon wurden in den Gewahrsamscontainer auf dem Cannstatter Wasen gebracht. Ihnen werden Verstöße gegen das Versammlungsverbot, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Nötigung vorgeworfen. Einer der Beschuldigten hatte zudem Feuerwerkskörper dabei. Vier Projektgegner hatten sich laut Polizei an Bäumen festgekettet, zwei Aktivisten hatten ihre Arme in den Boden einbetoniert. Von elf Bäumen mussten zudem Aktivisten von einem Spezialeinsatzkommando geholt werden.

+++ 11.21 Uhr +++ Beide Aktivisten sind jetzt aus den Betonröhren befreit.

+++ 11.10 Uhr +++ Am Rathaus und am Landtag ist es derzeit ruhig.

+++ 10.45 Uhr +++ Eine Person ist aus dem Betongemisch heraus. Die zweite noch nicht.

+++ 10.32 Uhr +++ Mittlerweile bauen städtische Mitarbeiter das Camp ab.

+++ 10.19 Uhr +++ Material aus dem Protestcamp werden in Container geladen.

+++ 10.18 Uhr +++ Das Protestcamp ist menschenleer. Mindestens drei Aktivisten sind noch in Baumkronen.

+++ 10.06 Uhr +++ Direkt am Südflügel werden kleinere Bäume gefällt.

+++ 09.24 Uhr +++ Noch immer werden die beiden Aktivisten aus dem Betongemisch herausgemeißelt.

+++ 08.57 Uhr +++ Zwei "einbetonierte" Aktivisten werden langsam herausgemeißelt.

+++ 08.34 Uhr +++ Projektsprecher Wolfgang Dietrich geht davon aus, dass die ersten Baumfällarbeiten am frühen Nachmittag beginnen können.  "Die Versetzungen der Bäume soll frühestens morgen, vielleicht erst übermorgen beginnen", sagte er. Auch mit dem Verlauf des Polizeieinsatzes in der Nacht war er sehr zufrieden: "Ich bin sehr froh wie der Einsatz gelaufen ist. Die Demonstranten haben das Ihre dazu beigetragen, dass es weitgehend friedlich geblieben ist."

+++ 08.10 Uhr +++ Der erste (von zwei) Aktivisten ist auf der Bühne des Steigers.

+++ 08.09 Uhr +++ Nächster Baum, Nähe GWM. Aktivisten sollen wohl gleich geholt werden.

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phil55: Bitte teilen Sie uns doch mit, wo Herr Engelhardt schon jemals ein Schienenprojekt geplant und gebaut hat. Vielen Dank.

'Aufmerksamer Leser' also auch tatsachenresistent!: ''In den Bereich „bw optimal“ wurde die risikohafte Qualität (Verspätungsaufbau größer 0 und kleiner 0,5 Minuten) mit einbezogen.' Auch das ist falsch. Der riskiobehaftete Bereich befindet sich gerade AM ANDEREN ENDE des wirtschaftlich optimalen Bereichs, nämlich unterhalb von einer Verspätung von 60 Sekundnen.' Wenn Sie so etwas behaupten, dann gehe ich wie bei Ihrem Kollegen Nicht'Eisenbahner' von einer Tatsachenresistenz aus. Die ganze Aufzählungen Ihrer Details aus dem Stresstest sind von diesem Kollegen auch nur abgeschrieben und dienen zu keiner Diskussion. Sie begreifen z. B. auch nicht, daß die 11 vorgesehenen realen ansonsten für Notfälle vorgesehenen Doppelbelegungen eine klar ersichtliche Kapazitätsbeschränkung des Tiefbahnhofs aufzeigt. Der Hamburger Hbf kämpft mit ca. 3 Notfall-Doppelbelegungen und ist an der absoluten Kapazitätsgrenze angelangt. Man benötigt hier nicht mal eine Wissenschaft, zu erkennen, als das dies bei S21 erst recht zutrifft. ... Ach ja, wenn Sie meinen, mir so wissenschaftlich hochtrabend nach Lehrbuch einen Vortrag halten zu müssen. Nennen SIE mir doch bitte einen Hauptbahnhof eines Bahnknotens (bitte nicht den 6gleisigen und ohne Weichen ausgestatteten Bahnhof Brüssel Central), der wie der geplante Tiefbahnhof 6 Züge pro Gleis und Stunde fahren kann. Bisher haben mir das weder 'Klartext', 'Eisenbahner (Pro 21)', der frühere 'Beobachtung' noch sonst irgendwelche selbsternannte Scheineisenbahner Pro S21 nennen können. Können Sie das wenigstens??? - Oben bleiben!

neuer Rekord dieses Blogs: >> Liebe Railomotive-Leserinnen und -Leser, _____________________________________________________________ offenbar habe ich vorgestern hier eine Herzensangelegenheit thematisiert. Bis heute Morgen, Null Uhr, hatten über 4500 Menschen meinen Beitrag gelesen (und ein paar Hundert Maschinen). Das ist der neue Rekord dieses Blogs. Und noch nie gab es so viele Kommentare, darunter einen von Jörp Rupp, Parteirat bei den Grünen Baden-Württemberg. << _____________________________________________________________ http://railomotive.com/2012/02/vielleicht-sollte-auch-kretschmann-abdanken/ _____________________________________________________________ http://openpetition.de/petition/online/stuttgarter-erklaerung-zur-fortfuehrung-des-widerstandes-gegen-stuttgart-21

Fehlende Basis für Milliardenprojekt: >> Was viele Kritiker des Projekts Stuttgart 21 bewegt und was für eine drohende Demokratiemüdigkeit der Bürger wesentlich ist, ist der Aspekt der Unaufrichtigkeit. Indem die Bahn nicht bereit war, die Prämissen des Stresstests im Vorfeld festzulegen, sondern im Prozess anpassen wollte, „damit der Stresstest bestanden werde“, hatte sie praktisch schon eingestanden, was ihr von WikiReal vorgeworfen wird. Die Bahn hatte zum Stresstest vielfach Informationen zurückgehalten, sie hatte dargestellt, die Störungen durch die zufälligen Verspätungsspitzen abzubilden, diese aber im Verborgenen aus der Simulation herausgenommen, etc. pp. Und letztlich hatte sie falsch angegeben, regelkonform gearbeitet zu haben. Das ist keine Basis zur Begründung eines Milliardenprojekts. +++ Mit freundlichen Grüßen, Christoph Engelhardt << _____________________________________________________________ http://www.wikireal.org/w/images/e/ed/2012-02-02_Engelhardt%2C_Entgegnung_auf_offenen_Brief_Kretschmann.pdf _____________________________________________________________ http://www.bahn-fuer-alle.de/media/docs/2011/TAZ-Beilage_BfA_2011_12.pdf _____________________________________________________________ http://openpetition.de/petition/online/stuttgarter-erklaerung-zur-fortfuehrung-des-widerstandes-gegen-stuttgart-21

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