Nagelneue Schlaglöcher Neuer Ärger für Bilfinger Berger
Eckhard Stengel, vom 13.03.2010 09:30 Uhr
Die Autobahn 1 bei Bremen ist ein Sanierungsfall. Kurz vor Weihnachten freigegeben ist sie bereits jetzt mit Schlaglöchern übersät. Foto: dpa
Bremen/Hamburg - Nach Problemen bei den U-Bahn-Projekten in Köln und Düsseldorf sowie bei der ICE-Trasse Nürnberg-Ingolstadt kommt der Baukonzern Bilfinger Berger jetzt auch wegen Autobahnarbeiten ins Gerede. Auf der A1 zwischen Bremen und Hamburg ist auf zwei kürzlich ausgebauten Teilstrecken der neue Flüsterasphalt bröselig geworden, so dass er wohl komplett erneuert werden muss. "Die Fahrbahndecke löst sich vier Zentimeter tief auf", sagt Heiko Gerken von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Die Autobahn wird nach und nach auf sechs Spuren erweitert. Im Auftrag des Bundes erledigt die Projektgesellschaft "A1 mobil" den Ausbau und die Finanzierung und hat für 30 Jahre die Unterhaltung übernommen. An dem Konsortium "A 1 mobil" sind Bilfinger Berger und der britische Konzern John Laing mit je 42,5 Prozent und die Papenburger Baufirma Johann Bunte mit 15 Prozent beteiligt. Für die reinen Bauarbeiten ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Bilfinger Berger und Bunte zuständig, wie ein Sprecher von "A 1 mobil" der StZ sagte. Zum Teil seien auch "nachgeordnete Unternehmen" beteiligt. Daher könne er nicht sagen, welche Firma genau die Streckenabschnitte gebaut habe.
Warum der Asphalt schon nach wenigen Wochen brüchig geworden ist, darüber rätseln die Verantwortlichen. Die erste Schäden waren schon im Januar aufgetreten: sogenannte Kornablösungen, die sich zu Schlaglöchern ausgeweitet haben. Betroffen ist "offenporiger Asphalt", der die Geräusche mindern soll und bei anderen Bauarbeiten problemlos eingesetzt wurde, auch im Winter. Hat auf der A 1 also jemand gepfuscht? Gutachter der Technischen Universität Darmstadt sollen bis April versuchen, die Ursache herauszufinden. Die Schlaglöcher werden zunächst geflickt. Im Spätherbst soll die Deckschicht ausgetauscht werden. Wie teuer das wird und wer die Kosten trägt, ist noch unklar.
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