Nahverkehr in der Region
S 60 wird nicht vor Mitte 2012 fertig
Thomas Faltin,
01.03.2010 15:01 Uhr
Der direkte Zusammenschluss von S1 und S6 wird sich verzögern. Foto: Steinert
""Das Gerücht, die S 60 stehe auf der Kippe, ist völliger Unfug.""
Rainer Ganske, CDU-Regionalrat
Doch es ist kein Geheimnis mehr: die Eröffnung des dritten und letzten Abschnitts der S 60 von Maichingen nach Renningen und damit der direkte Zusammenschluss von S 1 und S 6 wird sich mindestens um sechs weitere Monate verzögern; es könne auch ein ganzes Jahr werden, wurde am Freitag kolportiert. Frühestens Mitte 2012 - und damit fast sechs Jahre später als ursprünglich einmal geplant - könnte die Tangentiale damit in Betrieb gehen. Der VRS hat die erneute Verzögerung Freitag im Grundsatz bestätigt; zum Ausmaß der weiteren Verschiebung der Bauarbeiten wollte sich Jürgen Wurmthaler, der Wirtschaftsdirektor des VRS, aber nicht äußern. Rainer Ganske, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, forderte am Freitag die Deutsche Bahn auf, endlich Fakten auf den Tisch zu legen. Die Ursache für die Verzögerung liegt beim Bundesverkehrsministerium, dessen Zusage über die Förderung der S 60 seit Monaten aussteht.
Gestiegene Kosten
Daneben sind alle Fraktionen zutiefst beunruhigt über die gestiegenen Kosten. Schon länger ist bekannt, dass sich das S-Bahn-Projekt von ursprünglich 93,5 Millionen Euro auf derzeit 149 Millionen Euro verteuern wird. Zusätzliche Brisanz hat in dieser Woche eine Empfehlung des Eisenbahnbundesamtes an das Ministerium ausgelöst. Danach würde das Projekt bei Kosten über 150 Millionen Euro die Wirtschaftlichkeitsprüfung nicht mehr bestehen - sprich: öffentliche Stellen dürften den S-Bahn-Ausbau über diese Obergrenze hinaus nicht mehr finanziell fördern.
Das Gerücht, der dritte Abschnitt der S 60 stünde deshalb ganz auf der Kippe, ist aber von Rainer Ganske als "völliger Unfug" zurückgewiesen worden. Auch die SPD sprach davon, dass ein Scheitern nicht im Raum stehe. Falls das S-Bahn-Projekt aber die Schallgrenze von 150 Millionen Euro überschreitet, wird sehr schnell eine Diskussion darüber aufkommen, wer die Mehrkosten tragen muss. Der FDP-Regionalrat Wolfgang Weng äußerte dazu am Freitag im Verkehrsausschuss eine klare Meinung: "Das Motto ,Koste es, was es wolle' wird es für den Regionalverband nicht geben", so Weng. Zunächst stünde aber wohl die Bahn in der Pflicht, die Kosten zu übernehmen. Insofern hat die Empfehlung des Eisenbahnbundesamtes dort sicherlich keine große Freude ausgelöst.
Alfred Bachofer von den Freien Wählern konnte es sich in öffentlicher Sitzung dann doch nicht verkneifen, einen Schlenker zu Stuttgart 21 zu machen, ohne den Projektnamen aber auszusprechen. Es wäre bei der S 60 wünschenswert gewesen, wenn die Region beim Kostenmanagement mehr Einblick erhalten hätte. Man könne nur hoffen, dass die Kostensteuerung bei anderen Bahn-Großprojekten besser gelöst sei.
Hintergrund
Zeitplan:
Mit einem symbolischen Akt ist der Bau der 14,5 Kilometer langen Strecke im Juni 2004 im Bahnhof von Böblingen begonnen worden. Dabei wird vor allem ein zweites Gleis an der bestehenden Güterzugstrecke verlegt. Zunächst sollte die Tangentiale, welche die S 1 nach Herrenberg und die S 6 nach Weil der Stadt verbindet, bereits Ende 2006 fertig sein.Ablauf
Der erste Bauabschnitt bis nach Sindelfingen wurde erst im März 2007 beendet. Auf dem zweiten Abschnitt bis nach Maichingen-Nord laufen zurzeit noch Restarbeiten, er soll vom 14. Juni an befahren werden. Die Arbeiten auf dem dritten Abschnitt zwischen Maichingen und Renningen sollten Ende 2009 beginnen. Doch sie verzögern sich.
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strasse vor schiene
es ist doch ganz klar im interesse der automobillobby, das die schienenstrecke keinesfalls vor der umgehungsstrasse von magstadt und maichingen fertigwerden darf, sonst koennten ja womoeglich zuviele leute auf die idee kommen zukuenftig bahn zu fahren... alle anderen gruende sind doch nur vorgeschoben!
Den Realitäten ins Auge sehen
Dieses kleine Beispiel gibt uns doch einen Vorgeschmack auf das was mit S21 so alles kommen mag. Was nützen all diese Beteuerungen, dass die Bauzeit von S21 "nur" 10 Jahre ist und die Kosten die 4.5 Mrd. nicht überschreiten werden. In der Realität kommt dann alles ganz anders. Sehenden Auges stürzen wir uns in das Milliardengrab und propagieren den Kellerbahnhof als zukunftsweisend. - Mich würde nicht wundern, wenn das Projekt wegen Finanzierungsschwierigkeiten und technischer Unwägbarkeiten 20 Jahre lang gebaut würde. Zukunftsweisend wäre für mich eine zügige Realisierung von Bahnstrecken mit einem hohen Kosten-Nutzen-Verhältnis, wie die lange ersehnte S60.
Die Pickel meiner Schwester...
...kommen auch von S21! Und die Schattenseite des Mondes und mein abgebrochener Zahn und Käsefüße und Doofheit und die Nudeln in der Suppe und Fliegendreck und, und, und... . Was ist schlecht und hat eigentlich nicht S21 als Ursache? Ist es einzig und allein die geistige Umnachtung?