Nahverkehr in Stuttgart Land fördert S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Es ist ein gutes Zeichen für den Nahverkehr: Die grün-rote Landesregierung fördert zwei neue Streckenausbauten im Stuttgarter S-Bahn-Netz – zum Beispiel von Filderstadt nach Neuhausen. Jetzt muss nur noch Berlin zustimmen.

Stuttgart - Es gibt gute Nachrichten für den Nahverkehr in der Region: Die grün-rote Koalition hat am Montagabend beschlossen, für die S-Bahn-Verlängerung Bernhausen–Neuhausen sowie den Ausbau der Stuttgarter Stadtbahnlinie U 6 zum Flughafen rund 29 Millionen Euro bereitzustellen. Insgesamt will das Land von 2013 bis 2019 rund 442 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um Projekte mitzufinanzieren, die der Bund nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz fördert. „Wir lassen die Kommunen beim Ausbau des Nahverkehrs nicht im Stich“, erklärten die Fraktionschefs Edith Sitzmann (Grüne) und Claus Schmiedel (SPD). Das Land gehe bei einzelnen Projekten sogar in Vorleistung, weil Finanzierungszusagen des Bundes über das Jahr 2019 hinaus ausstünden.

Positives Signal für den Ausbau des Nahverkehrs

In der Region ist die Nachricht von dem Geldsegen aus der Landeskasse sehr gut angekommen. „Das ist ein absolut positives Signal für den Ausbau des Nahverkehrs in der Region Stuttgart“, sagte , der Jürgen WurmthalerVerkehrsdirektor des Verbands Region Stuttgart (VRS). Nun sei Berlin am Zug und müsse die Bundesmittel für die beiden als förderwürdig eingestuften Schienenprojekte zur Verfügung stellen. Der Bund trägt rund 60 Prozent der Baukosten, die für die Stadtbahn-Verlängerung vom Möhringer Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost bis zum Flughafen sowie für die rund vier Kilometer lange Strecke von Bernhausen nach Neuhausen insgesamt rund 200 Millionen Euro betragen.

Laut Wurmthaler müssen sich nun alle Beteiligten in der Region unterhalten, um rasch ihren Finanzierungsbeitrag von rund 20 Prozent sicherzustellen. „Hinsichtlich der Stadtbahnstrecke zum Flughafen ist die Finanzierungsfrage innerhalb der Region weitgehend geklärt“, so der VRS-Verkehrsdirektor. Offen sei allerdings noch, mit welchen Beträgen sich der Flughafen und die Stadt Leinfelden-Echterdingen beteiligten. „Dabei spielt natürlich auch der Ausbau der Stadtbahnlinie U 5 eine Rolle.“

Stadtbahnlinie zum Flughafen bis 2016 realisierbar

Das Ziel des VRS sei, nun die Planfeststellung für die beiden Projekte voranzutreiben. Planungsmittel stünden bereits zur Verfügung. „Wir sind da auch, wenn nötig, bereit, in die Vorfinanzierung zu gehen“, sagte Wurmthaler. Die finanziellen und planerischen Voraussetzungen für die beiden sehr wichtigen regionalen Schienenprojekte müssten in den nächsten sechs bis neun Monaten erledigt werden können. „Ich hoffe sehr, dass die S-Bahnlinie U 2 vom Jahr 2019 an bis nach Neuhausen fährt“, sagt Wurmthaler. Vorgesehen sei, dass die im Bau von Schienenstrecken sehr erfahrene und zuverlässige SSB beide Schienenprojekte realisiere. „Wir werden zu einer guten Lösung kommen“, verspricht der VRS-Verkehrsdirektor.

Der Bau der S-Bahn gilt als technisch schwieriger, weil die Tunneltrasse unter Bernhausen wieder nach oben geführt werden muss. Die Stadtbahnlinie zum Flughafen könnte schon 2016 fertig werden. Dann sollen die Züge von der heutigen Endstation im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost aus die A 8 auf einer Brücke überqueren und dann auf einer Trasse neben der B 27 zur etwa drei Kilometer entfernten Endhaltestelle „Flughafen/Messe“ rollen.

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9 KommentareKommentar schreiben

das ist ja schön...: ...aber vielleicht sollte die bahn erst mal an der pünktlichkeit der derzeitig fahrenden arbeiten, regelmäßig verpasse ich meinen anschlussbus in bernhausen nach plattenhardt und komme zu spät zur arbeit, und das bei den preisen. das grenzt an unverschämheit. da hilft auch keine verlängerung der s2/3 nach neuhausen oder fahrt der u6 zum flughafen. wo kann ich mich denn effektiv beschweren? ich pendle abends von cannstatt nach plattenhardt, und kommt die s bahn 5 minuten zu spät erwische ich meinen anschluss bus nicht mehr, was im endeffekt eine verspätung von 30 minuten werktags und 1 stunde am wochenende bedeutet. das k*** mich wirklich langsam an, besonders jetzt im winter ps: ich arbeite in der nachtschicht aussderdem sind die s bahnen dermaßen schlecht beheizt, es ist ein trauerspiel

Da würde ich ein Fragezeichen setzen...: @ Angelika Fink: 'LESEN: 'Vorgesehen sei, dass die im Bau von Schienenstrecken sehr erfahrene und zuverlässige SSB beide Schienenprojekte realisiere.'' === Danke für den Hinweis. Ändert aber nichts an meinem anderen, gravierenderen Einwand - gegen die Fernzüge auf den S-Bahngleisen hilft auch die SSB nicht. Nebenbei habe ich meine Zweifel, ob die DB andere in ihrem Netz arbeiten läßt. Als es darum ging, die Karlsruher S-Bahn nach Heilbronn zu verlängern, hat sich die DB vehement gegen die ebenfalls erfahrene, kostenbewußte und termintreuer Albtalbahn mit Händen und Füßen gewehrt. Ergebnis - wie gehabt: Die DB baute deutlich teurer und deutlich später...

volle Züge: wie kommen dann die Bewohner von L-E nach Stuttgart? Die Züge sind bereits jetzt schon voll, wenn Sie in Leinfelden einsteigen, haben Sie keine Chance auf einen Sitzplatz. Oder werden dann mehr Züge von Bernhausen oder vom Flughafen aus gestartet?

an Reigeschmeckter, 17:27 Uhr: LESEN: 'Vorgesehen sei, dass die im Bau von Schienenstrecken sehr erfahrene und zuverlässige SSB beide Schienenprojekte realisiere.'!!

Betreff*: Hat er wirklich '...S-Bahnlinie U?2...' gesagt?

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