Nahverkehr in Stuttgart Mehr Senioren entdecken Bus und Bahn

Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 20.11.2012 17:25 Uhr

Stuttgart - Trotz unpünktlicher S-Bahnen im Berufsverkehr bleibt der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) auf Erfolgskurs: Von Januar bis September 2012 stiegen die Fahrgastzahlen von 234 auf 237 Millionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Damit haben wir nach dem Rekordjahr 2011 um ein Prozent zugelegt“, erklärte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Vor allem mit der monatlich abbuchbaren Jahreskarte habe man neue Stammkunden gewonnen. „Mittlerweile sind 76 Prozent unserer Fahrgäste mit einer Monats- oder Jahreskarte unterwegs“, ergänzte der für den Bereich Tarif zuständige VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. „Wir möchten aber noch mehr Fahrgäste als Stammkunden gewinnen.“

Die Zahl der Fahrten mit dem Seniorenticket ist in den ersten drei Quartalen um 10,4 Prozent auf 16 Millionen Fahrten angestiegen Horst Stammler, VVS-Geschäftsführer

Zuwächse konnte der VVS auch beim Gelegenheitsverkehr verbuchen. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden 1,1 Millionen Tagestickets abgesetzt – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem das Tagesticket für drei bis vier Zonen sei gut angekommen, sagte Hachenberger. Auch beim Kurzstreckenticket verzeichne man steigende Einnahmen. „Es muss sich aber noch stärker herumsprechen, dass damit auch eine Station weit mit der S-Bahn gefahren werden darf.“

VVS setzt auf die demografische Entwicklung

Von der guten Konjunktur hat der VVS auch im Berufsverkehr mit einem Zuwachs von vier Prozent profitiert. Außerdem entdecken immer mehr Ältere die Vorzüge von Bus und Bahn. „Die Zahl der Fahrten mit dem Seniorenticket ist in den ersten drei Quartalen um 10,4 Prozent auf 16 Millionen Fahrten angestiegen“, freut sich Stammler. Seitdem bei diesem vergünstigten Ticket die morgendliche Sperrzeit wegefallen sei, gewinne der Verbund immer mehr Rentner und Pensionäre als Kunden. „Die Trendwende ist geschafft“, sagte Stammler. „Im Hinblick auf die demografische Entwicklung möchten wir aber noch mehr Senioren als Stammkunden gewinnen.“

Die Ruheständler sind für den Verbund ein wichtiger Ausgleich für die sinkenden Schülerzahlen. „Die Entwicklung beim Scool-Abo ist leicht rückläufig“, so Hachenberger. Dank der Rekordzahl bei den Studenten sei im Ausbildungsverkehr die Zahl der Kunden aber dennoch um zwei Prozent gestiegen.