Nahverkehr in Stuttgart Mehr Senioren entdecken Bus und Bahn

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) hat von Januar bis September vor allem neue Stammkunden gewonnen und steuert auf ein neues Rekordjahr zu. Bei der Pünktlichkeit hapert es allerdings in letzter Zeit.

Die Stadtbahnen sind auch bei älteren Semestern ein zunehmend beliebtes Beförderungsmittel. Foto: Steinert
Die Stadtbahnen sind auch bei älteren Semestern ein zunehmend beliebtes Beförderungsmittel.Foto: Steinert

Stuttgart - Trotz unpünktlicher S-Bahnen im Berufsverkehr bleibt der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) auf Erfolgskurs: Von Januar bis September 2012 stiegen die Fahrgastzahlen von 234 auf 237 Millionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Damit haben wir nach dem Rekordjahr 2011 um ein Prozent zugelegt“, erklärte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger. Vor allem mit der monatlich abbuchbaren Jahreskarte habe man neue Stammkunden gewonnen. „Mittlerweile sind 76 Prozent unserer Fahrgäste mit einer Monats- oder Jahreskarte unterwegs“, ergänzte der für den Bereich Tarif zuständige VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. „Wir möchten aber noch mehr Fahrgäste als Stammkunden gewinnen.“

Zuwächse konnte der VVS auch beim Gelegenheitsverkehr verbuchen. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden 1,1 Millionen Tagestickets abgesetzt – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem das Tagesticket für drei bis vier Zonen sei gut angekommen, sagte Hachenberger. Auch beim Kurzstreckenticket verzeichne man steigende Einnahmen. „Es muss sich aber noch stärker herumsprechen, dass damit auch eine Station weit mit der S-Bahn gefahren werden darf.“

VVS setzt auf die demografische Entwicklung

Von der guten Konjunktur hat der VVS auch im Berufsverkehr mit einem Zuwachs von vier Prozent profitiert. Außerdem entdecken immer mehr Ältere die Vorzüge von Bus und Bahn. „Die Zahl der Fahrten mit dem Seniorenticket ist in den ersten drei Quartalen um 10,4 Prozent auf 16 Millionen Fahrten angestiegen“, freut sich Stammler. Seitdem bei diesem vergünstigten Ticket die morgendliche Sperrzeit wegefallen sei, gewinne der Verbund immer mehr Rentner und Pensionäre als Kunden. „Die Trendwende ist geschafft“, sagte Stammler. „Im Hinblick auf die demografische Entwicklung möchten wir aber noch mehr Senioren als Stammkunden gewinnen.“

Die Ruheständler sind für den Verbund ein wichtiger Ausgleich für die sinkenden Schülerzahlen. „Die Entwicklung beim Scool-Abo ist leicht rückläufig“, so Hachenberger. Dank der Rekordzahl bei den Studenten sei im Ausbildungsverkehr die Zahl der Kunden aber dennoch um zwei Prozent gestiegen.

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8 KommentareKommentar schreiben

Liebe(r) ... (?): ich finde es in Ordnung wenn mein Steuergeld zur Bezuschussung der von mir genutzten Infrastruktur verwendet wird. Das gefällt mir sogar besser als wenn sich irgendein Banker oder Großinvestor damit die Taschen füllt.

der VVS ist nicht(!!!!) Betreiber: der S-Bahn - aber das haben sie mal wieder alle vergessen hier. Und überall ist der ÖPNV ja so viel besser wie in Stuttgart, blabla. Ja, billiger mag es häufig schon sein, vielleicht mag sich mal jemand ansehen, wieviel in anderen Städten bezuschusst wird. Häufig werden hier Städte wie München und Berlin genannt: diese sind a) deutlich größer und b) touristisch eben mehr besucht, da braucht man sich nichts vormachen. Wer in Berlin und z.B. auch Nürnberg mal S-Bahn fährt und danach wieder hier, der weiß relativ saubere Bahnen mit Sitzüberzügen aus Stoff zu schätzen. In den diesen beiden Städten kann man nämlich schön auf Plastik sitzen und über das Alter der Bahnen möchte ich lieber nichts schreiben, da sind die älteren Züge der S-Bahn (die glaub nicht mehr fahren) hier noch sowas von hip!! Aber hauptsache mal wieder gemeckert.

Die Entwicklung lässt auch andere Interpretationen zu: Steigende Fahrgastzahlen ohne verbessertes Angebot: Die Pendler steigen um weil die Parkplätze durch das Parkraummanagement teuer geworden sind. Wer abends in die Stadt will ist ab 2 Personen mit dem Auto deutlich billiger unterwegs, daher sind im Segment 'Einzelfahrschein' und 'Viererkarte' auch keine nennenswerten Zuwächse zu vermelden. Das Schülerabo lohnt sich nur für die, die weiter als 1 Zone fahren - aber sicher ist das der VVs bekannt.

Pünktlichkeit...: ist eine Zier doch es geht auch ohne ihr...Hauptsache im Gewinnbereich. Da kann man gerne schonmal einen Zug kürzer machen als früher oder ausfallen lassen, die Passagiere drängen sich dann und müssen stehen, aber der Profit ist größer. Und wenn dann kein Platz ist und die Leute in den Türen stehen bleiben müssen, dann kann man mit einer Jingle-Ansage auch noch dafür sorgen, dass die Fahrgäste glauben, sie wären auch noch schuld drann, das der Zug jetzt später loskommt, weil die Türen nicht zugehen. So sieht die Rechnung aus. Aber liebe Bahn, es gibt tatsächlich auch Fahrgäste, die klüger sind, als sie annehmen und merken, wenn sie vera*** werden...und es ist eine Beleidigung aller Fahrgäste, anzunehmen, der Fahrgast wäre nicht fähig zu verstehen.

S60: Einen Kunden hat der VVS diese Woche verloren, indem sie auf der Linie S60 für drei Wochen den Verkehr eingestellt haben um die Strecke zu 'testen'. Der Schienenersatzverkehr fährt 20 Minuten länger als die S-Bahn. Glücklicherweise konnte ich so feststellen, dass ich mit dem Auto, trotzt Stau und Unfällen ca. 15 Minuten früher auf Arbeit oder zu Hause ankomme.

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