Nahverkehr in Stuttgart S-Bahn hat Wlan-Probleme im Tunnel

Von dud 

Das Wlan-Angebot funktioniert im langen S-Bahn-Tunnel unter der Stuttgarter Innenstadt noch nicht richtig. Dennoch begrüßt die Region den Test für das Angebot und beschließt bessere Schilder.

Der Datenempfang in den S-Bahnen soll verbessert werden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Datenempfang in den S-Bahnen soll verbessert werden.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Seit Anfang des Jahres testen die Bahn und der Verband Region Stuttgart in zwei Fahrzeugen der Baureihe ET 423, die auf den Linien S 4, S 5 und S 6 unterwegs sind, den Wlan-Zugang in den S-Bahnen. Das haben die Regionalräte im Verkehrsausschuss am Mittwoch begrüßt, ohne allerdings festzulegen, wie nach dem Testlauf weiter verfahren werden soll. Auch mit „alter“ Technik beschäftigten sich die Regionalräte: Auf Antrag der CDU wird auf den Hinweisschildern im S-Bahnnetz nicht mehr „Hauptbahnhof (tief)“ als Zwischenziel angezeigt, sondern „Stuttgart Hbf“.

Hintergrund ist Kritik an der Anzeige am Flughafen, wo die Angabe „Hauptbahnhof (tief)“ als Halt auf der S 2 und der S 3 „für Fremde zu einer Verunsicherung führt, weil sie mit den Endbahnhöfen Schorndorf und Backnang die Landeshauptstadt Stuttgart nicht in Verbindung bringen“, argumentierte die CDU.

Für die lange Tunnelstrecke wird nach einer Lösung gesucht

Die Regionaldirektorin Nicola Schelling betonte, dass die mobile Nutzung des Internets ein wichtiges Merkmal für einen attraktiven Nahverkehr sei. Mit dem Test wolle man nun ein halbes Jahr lang Erfahrungen mit der Technologie sammeln, was in einem mit 800 Personen voll besetzten S-Bahnzug etwas ganz anderes sei als in einem Café oder in einem Fernbus.

Eine Untersuchung habe mittlerweile ergeben, dass Telekom und Vodafone die beste Mobilfunkabdeckung hätten und in diesen Netzen mehr Daten übermittelt würden. Die Verfügbarkeit auf der Stammstrecke, also dem Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße in Stuttgart, sei aber „nicht optimal“. Hier suche man nach Lösungen. Schelling bezifferte die Kosten für den Umbau der S-Bahnen und die Ausstattung mit Wlan-Routern je nach Geräteauswahl mit 10 000 bis 100 000 Euro pro Zug.

Fahrzeuge der Baureihe ET 423 seien deshalb für den Testbetrieb ausgewählt worden, weil die Wagen nicht mehr unter die Gewährleistung fallen und die Bahn deshalb eigenständig Umbauten vornehmen könne. Bei den neuen Fahrzeugen ET 430, die noch unter die Garantie fallen, müssten die Arbeiten noch mit dem Hersteller Bombardier abgestimmt werden. Bis zum Herbst soll das erledigt sein.

Finanzierung des weiteren Ausbaus noch offen

Die Regionalräte begrüßten, dass ein Anfang gemacht sei – auch wenn bei nur zwei Test-S-Bahnen die Auswahl gering sei. Ob und in welchem Tempo die Fahrzeuge umgerüstet würden, sei angesichts der Kosten aber noch offen. „In erster Linie sollen die S-Bahnen fahren, und erst in zweiter Linie sind sie ein Internetcafé“, sagte Regionalpräsident Thomas Bopp.

  Artikel teilen
3 KommentareKommentar schreiben

Wlan S-Bahn: Man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll: WLAN-Probleme der S- BahN im Tunnel. Die S-Bahn ist ein Transportmittel, mit dem man zuverlässige Umstiege und Ankünfte gar nicht mehr planen kann. Weichendefekte, Signalstörungen, Zugausfälle usw usf. Das letzte was wir brauchen ist eine WLAN-Verbindung in der S-Bahn. Wir brauchen ein zuverlässiges und pünktliches Verkehrsmittel. Wenn dann alles klappt, kann man immer noch drüber nachdenken.

Ja und nein.: Ich finde es prinzipiell gut, daß WLAN in den Stuttgarter ÖPNV Einzug halten soll. Schon vor 3 Jahren habe ich das im Baltikum teilweise in Bussen so erlebt. NUR sehe ich auch, daß es im Moment noch genug andere Baustellen beim VVS gibt (Pünktlichkeit, Zugausfälle, Technikausfälle) und daher sollte diese enormen Summen besser dort investiert werden. Wenn gleich WLAN, dann wäre als erster Schritt besser, am Hbf und in der Stadtmitte in den Tiefbahnhöfen WLAN für die Wartenden einzurichten. Das wäre erstmal einfacher und billiger.

Internetcafé: >>>> „In erster Linie sollen die S-Bahnen fahren, und erst in zweiter Linie sind sie ein Internetcafé“, sagte Regionalpräsident Thomas Bopp. <<<< Das haben Sie sehr schön gesagt, Herr Bopp. Wenn die S-Bahnen allerdings wegen einer Weichen-/Signal- oder Fahrzeugstörung wieder einmal nicht fahren, kann man die Wartezeit sozusagen quasi im Internetcafe verbringen, sofern an der Halteposition der Internetzugang funktioniert. Eigentlich fehlt dann nur noch der Kaffee.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.