Nahverkehr in Stuttgart SSB-Automaten zeitweise außer Betrieb

Von Wolf-Dieter Obst 

Holpriger Wochenstart im Bahnverkehr: Die Fahrkartenautomaten der Stuttgarter Straßenbahnen verweigerten am Montagmorgen den Dienst. Zahlreiche Fahrgäste nutzten dies zur kostenlosen Bahnfahrt.

Die Ticketautomaten der SSB sind besonders während des Feinstaubalarms viel gefragt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Ticketautomaten der SSB sind besonders während des Feinstaubalarms viel gefragt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Nicht nur bei der Telekom hat es am Montag erhebliche Probleme gegeben – auch die Fahrkartenautomaten der Stuttgarter Straßenbahnen gingen mit einem technischen Flächenstreik in den Wochenbeginn. Fahrgäste, die am Morgen Tickets lösen wollten, stießen auf defekte Geräte, die keine Fahrkarten herausrücken wollten.

„Ein Softwareproblem“, sagt Hans-Joachim Knupfer, Sprecher der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB). Schon in der Nacht hatte sich abgezeichnet, dass die Automaten mit dem falschen Datum liefen. Die technische Abteilung musste das Programm herunterfahren und wieder neu hochladen. „Im Lauf des Vormittags liefen die Geräte wieder“, so Knupfer.

Über die Ursache des Programmfehlers gibt es keine Angaben. Offenbar war bei der Aktualisierung der Software ein Eingabefehler begangen worden. Ticketautomaten sind derzeit besonders gefragt, weil während des Feinstaubalarms in Stuttgart möglichst viele Autofahrer in den öffentlichen Nahverkehr umsteigen sollen. Dabei kann im gesamten Gebiet des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) das Einzelticket zum Kindertarif gelöst werden.

Plötzlich ganz viele Kinder unterwegs?

Ob Einzeltickets zum Kindertarif derzeit öfter gelöst werden als sonst, ist noch unklar. „Wir rechnen nächste Woche mit Zahlen“, sagt Ulrike Weißinger, Sprecherin des Verkehrsverbunds. Der Grund sei, dass die 40 Nahverkehrsunternehmen ihre Zahlen erst zum Monatsende meldeten. Allerdings lasse sich feststellen, dass die Anfragen über die Elektronische Fahrplanauskunft deutlich gestiegen seien – dass also deutlich mehr Menschen ihren Weg von A nach B mit dem öffentlichen Nahverkehr übers Internet gesucht haben. „Außerdem sitzen subjektiv mehr Menschen in Bussen und Bahnen“, sagt Sprecherin Weißinger.

Allerdings gibt es kaum Autofahrer, die das Angebot wahrnehmen, auf dem Cannstatter Wasen auf die Sonder-Stadtbahnlinie U 19 umzusteigen. Die Parkplätze seien nicht gefragt, ließ die städtische Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart jüngst wissen. Statt 3000 Pendler sind es offenbar nur eine Handvoll, die in der U 19 von 6 bis 20 Uhr im Zehn-Minuten-Takt zwischen Neugereut und Neckarpark unterwegs sind.