Neckarpark in Stuttgart Zeugen Jehovas feiern Kongress

Von vv 

Die umstrittene Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehoves veranstaltet in der Mercedes-Benz-Arena, in der Porsche-Arena und in der Hanns-Martin-Schleyerhalle ihren Bezirkskongress.

Auf dem Kongress ist auch aus dem Wachtturm zitiert worden. Foto: dpa
Auf dem Kongress ist auch aus dem Wachtturm zitiert worden.Foto: dpa

Stuttgart - Noch bis Sonntag feiern nach Veranstalterangaben 30 000 Zeugen Jehovas aus Baden-Württemberg am Neckarpark ihren dreitägigen Bezirkskongress. Das Programm wird dreisprachig abgehalten: In der Mercedes-Benz-Arena auf Deutsch, in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle auf Italienisch und in der Porsche-Arena auf Russisch.

Dass in diesem Jahr deutlich mehr Anhänger der umstrittenen Religionsgemeinschaft zu dem Kongress kommen als im Vorjahr, begründet der Leiter der Veranstaltung, Hans-Dieter Talas, mit einem Jubiläum: So habe vor 100 Jahren, im Jahr 1914, für die Zeugen Jehovas eine bestimmte Zeitrechnung begonnen – 1914 sei Jesus Christus im Himmel inthronisiert worden.

Mit dem Tablet wird das Programm verfolgt

Weltweit finden deshalb zeitgleich Kongresse statt. Aus der Weltzentrale der Zeugen Jehovas in Brooklyn werden Vorträge per Videoschaltung übertragen. „Wir sind vernetzt“, sagt Talas. Moderne Technik ist auch unter dem Publikum in den Sitzreihen in der Fußballarena weit verbreitet. Ältere Teilnehmer haben Bibel und Gesangsbuch dabei, die Jüngeren haben ein Tablet in der Hand, auf dem entsprechende Apps installiert sind, mit denen sie das Programm verfolgen und die zitierten Bibelstellen mitlesen können.

„Stellt das Königreich Jehovas immer an den ersten Platz“ singen alle zu Beginn. Anschließend stimmt der Kongressvorsitzende Rainer Kruppe mit dem ersten Vortrag auf das Motto der Veranstaltung ein: „Suchet zuerst Gottes Königreich!“ Sein Fazit dabei: „In allem, was wir tun, zeigen wir, dass uns Gottes Königreich wichtiger ist als alles andere.“ Außerdem präsentiert Kruppe „Vorbilder“ – sechs Menschen, die als Missionare für die Zeugen Jehovas tätig waren oder sind. Sie habe „einen kleinen Beitrag leisten“ wollen, um „die Schmach, die Satan auf Jehovas Namen geworfen hat, zu entfernen“, sagte eine Frau zu ihrer Motivation. Einen Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Erwachsenentaufe am heutigen Samstagvormittag. Hans-Dieter Talas rechnet mit 180 bis 200 Täuflingen.