Neckarpark
Klares Nein zu Ikea
Hildegund Oßwald,
09.02.2011 13:35 Uhr
Foto: dpa
Stuttgart - Im Streit über die Ansiedlung des Möbelhauses Ikea auf dem ehemaligen Güterbahnhofareal in Bad Cannstatt hat der Städtebauausschuss überraschend klar Position bezogen. Die im beratenden Fachgremium vertretenen Stadtplaner und Architekten sagen ohne Wenn und Aber Nein zu den städtischen Überlegungen, und zwar geschlossen. "Man macht doch den Neckarpark nicht kaputt durch die Ansiedlung von so großem Gewerbe", empörte sich der Architekt Fritz Auer unter dem Beifall vieler Kollegen. "Der Standort ist doch dafür viel zu wertvoll", pflichtete ihm sein Kollege Manuel Schupp bei und forderte ein Abstimmungsvotum darüber, der Stadtverwaltung von diesem Standort für Ikea konkret abzuraten. Das Votum kam dann auch prompt und deutlich.
Undiskutiert blieb nach dem klaren Nein zu Ikea im Neckarpark dagegen die Anregung Auers, Ikea doch stattdessen irgendeine Fläche an der Gewerbeachse zwischen Stuttgart und Esslingen anzubieten.
Wie berichtet ", ist der Gemeinderat in Sachen Ikea gespalten. Die Grünen und die SPD halten eine Stuttgarter Filiale des schwedischen Möbelgiganten zwar für wünschenswert, den Neckarpark im Hinblick auf die bisherige Quartiersplanung mit bis zu 650 Wohnungen und einem Bildungszentrum als Standort jedoch für falsch. Die FDP dagegen hat aufgrund von Lärmemissionen und Kosten ein Fragezeichen hinter den Bau von Wohnungen gesetzt. Der Baubürgermeister Matthias Hahn wies im Ausschuss darauf hin, dass "Ikea Wohnen an Orte verlagern würde, die man wegen des Wasens bisher dafür im Neckarpark ausgeschlossen hat". Auch seien 650 Wohnungen statt der zunächst geplanten 420 "mit Ikea schwer zu schaffen".
Auf heftigste Kritik stieß im Städtebauausschuss auch der Siegerentwurf des Wettbewerbs für das Wohnquartier über dem geplanten ECE-Einkaufszentrum im Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof ". Der preisgekrönte Vorschlag des Düsseldorfer Büros RKW Rhode, Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau, der über dem Ladencenter 22 einzelne Wohnhäuser mit rund 400 Wohnungen platziert, wurde als zu kleinräumig, ja dörflich und fehl am Platz gegeißelt. Damit würden die Monostrukturen des Gesamtkomplexes nur getarnt.
"Das ist nicht die Art von Stadt, die wir uns an dieser Stelle gewünscht hätten", kritisierte Tilmann Harlander von der Uni Stuttgart. Das Unbehagen werde zudem durch eine neue Handelsstudie gesteigert, die solchen Einkaufszentren negative Wirkungen auf die Innenstädte bescheinigte. Die Leiterin des Landesbetriebs Vermögen und Bau, Ilse Lange-Tiedje, sprach dem Entwurf schlicht die Wohnqualität ab und warf die Frage auf: "Ist der Wunsch, überall Projekte mit Wohnen zu verbinden, richtig?" Ihre Antwort: "Ich finde, nein." Baubürgermeister Hahn verteidigte die Pläne vor dem Hintergrund dessen, was aufgrund des inzwischen umstrittenen Bebauungsplanes aus früheren Jahren überhaupt möglich sei. "Mir ist es lieber, ich experimentiere hier mit Wohnungen, als da nur weitere Büros zu verteilen", sagte Hahn und erntete dafür im Ausschuss auch Kopfnicken. Zudem könne er "kein Dorf erkennen".
Einhellige Lob seitens der Architektenschaft gibt es für das neue Innenentwicklungskonzept, das unter anderem eine Wohnbauquote bei Neubauprojekten vorsieht ". Diese sei nicht investorenfeindlich.
Fläche zwischen Stuttgart und Esslingen?
Undiskutiert blieb nach dem klaren Nein zu Ikea im Neckarpark dagegen die Anregung Auers, Ikea doch stattdessen irgendeine Fläche an der Gewerbeachse zwischen Stuttgart und Esslingen anzubieten.
Wie berichtet ", ist der Gemeinderat in Sachen Ikea gespalten. Die Grünen und die SPD halten eine Stuttgarter Filiale des schwedischen Möbelgiganten zwar für wünschenswert, den Neckarpark im Hinblick auf die bisherige Quartiersplanung mit bis zu 650 Wohnungen und einem Bildungszentrum als Standort jedoch für falsch. Die FDP dagegen hat aufgrund von Lärmemissionen und Kosten ein Fragezeichen hinter den Bau von Wohnungen gesetzt. Der Baubürgermeister Matthias Hahn wies im Ausschuss darauf hin, dass "Ikea Wohnen an Orte verlagern würde, die man wegen des Wasens bisher dafür im Neckarpark ausgeschlossen hat". Auch seien 650 Wohnungen statt der zunächst geplanten 420 "mit Ikea schwer zu schaffen".
Kritik am Wohnquartier im Europaviertel
Auf heftigste Kritik stieß im Städtebauausschuss auch der Siegerentwurf des Wettbewerbs für das Wohnquartier über dem geplanten ECE-Einkaufszentrum im Europaviertel hinter dem Hauptbahnhof ". Der preisgekrönte Vorschlag des Düsseldorfer Büros RKW Rhode, Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau, der über dem Ladencenter 22 einzelne Wohnhäuser mit rund 400 Wohnungen platziert, wurde als zu kleinräumig, ja dörflich und fehl am Platz gegeißelt. Damit würden die Monostrukturen des Gesamtkomplexes nur getarnt.
Unbehagen wegen neuer Handelsstudie
"Das ist nicht die Art von Stadt, die wir uns an dieser Stelle gewünscht hätten", kritisierte Tilmann Harlander von der Uni Stuttgart. Das Unbehagen werde zudem durch eine neue Handelsstudie gesteigert, die solchen Einkaufszentren negative Wirkungen auf die Innenstädte bescheinigte. Die Leiterin des Landesbetriebs Vermögen und Bau, Ilse Lange-Tiedje, sprach dem Entwurf schlicht die Wohnqualität ab und warf die Frage auf: "Ist der Wunsch, überall Projekte mit Wohnen zu verbinden, richtig?" Ihre Antwort: "Ich finde, nein." Baubürgermeister Hahn verteidigte die Pläne vor dem Hintergrund dessen, was aufgrund des inzwischen umstrittenen Bebauungsplanes aus früheren Jahren überhaupt möglich sei. "Mir ist es lieber, ich experimentiere hier mit Wohnungen, als da nur weitere Büros zu verteilen", sagte Hahn und erntete dafür im Ausschuss auch Kopfnicken. Zudem könne er "kein Dorf erkennen".
Einhellige Lob seitens der Architektenschaft gibt es für das neue Innenentwicklungskonzept, das unter anderem eine Wohnbauquote bei Neubauprojekten vorsieht ". Diese sei nicht investorenfeindlich.
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Stuttgart wird verschleudert!
Da kommen die Menschen von fern daher, winken mit ihren Millionen und kaufen, reißen ab, verbauen und verplanen und lassen unser altes Stuttgart angeblich in einem neuen Glanz erscheinen. Was für skrupellose Menschen, ohne Gewissen da dahinter stecken, erfährt man meist aus Insiderkreisen und ist dann meist schon so verstrickt in derer Machenschaften, dass es so oder so kein Entrinnen gibt. Am besten sind die, die jeden Tag einen Spiegel vor sich hertragen um sich zu sagen, wie gut sie sind und was sie, die Herrscher des Universums, was sie nicht alles erschaffen und erbauen lassen können. Sind wir alle blind?Die haben uns und alle emsigen Bienchen schon lange im Griff und aufgekauft!
Lästiges Investoren Hofieren!
Wann hört das endlich auf und die Stadt entwickelt Konzepte die für die Stadt gut sind, Investoren werden sich auch dafür finden. Die verschachern noch Ihren A.
Ikea, der Schraubenlieferant
@Ilikebilly: Glauben Sie denn, dass der Bau einer IKEA-Niederlassung in Bad Cannstatt Ihre Chancen auf Holzschrauben in downtown Stuttgart erhöht? Seit wann gilt denn diese Rechnung?