Neonazi-Demo in Göppingen Gericht erlaubt Aufmarsch der Rechten

Von dpa/lsw 

Trotz eines Verbots der Stadt Göppingen dürfen Neonazis am kommenden Samstag aufmarschieren. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat das Verbot als rechtswidrig eingestuft. Vor fast genau einem Jahr war es in Göppingen bei einer linken Gegendemo gegen einen Nazi-Aufmarsch zu Ausschreitungen gekommen.

Trotz eines Verbots der Stadt Göppingen dürfen Neonazis am kommenden Samstag aufmarschieren. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat das Verbot als rechtswidirg eingestuft. (Symbolbild) Foto: dpa 60 Bilder
Trotz eines Verbots der Stadt Göppingen dürfen Neonazis am kommenden Samstag aufmarschieren. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat das Verbot als rechtswidirg eingestuft. (Symbolbild)Foto: dpa

Göppingen/Stuttgart - Obwohl die Stadt Göppingen ein Demonstrationsverbot ausgesprochen hat, darf am Samstag eine rechte Gruppe durch die Stadt ziehen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat das Verbot als rechtswidrig eingestuft, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Die Stadt will nun die Begründung des Gerichts prüfen.

Auch gegen zwei weitere Gruppierungen hat die Stadt ein Verbot erlassen. Diese haben sich nach Aussagen eines Sprechers bisher aber noch nicht gegen das Verbot gewehrt. Auch im vergangenen Jahr hatte es einen Aufmarsch gegeben, den die Stadt zuvor verboten hatte.

Ausschreitungen bei Demo vor einem Jahr

Fast genau vor einem Jahr war es bei einem Neonaziaufmarsch in Göppingen zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Die Polizei nahm damals 101 Aktivisten aus dem linken Lager in Gewahrsam. Rund 2000 Menschen hatten in der östlich von Stuttgart gelegenen Stadt gegen den Aufmarsch von 150 Neonazis protestiert. Die Polizei war in Göppingen mit 1500 Beamten im Einsatz, um die verschiedenen Blöcke auseinanderzuhalten.

Nach Angaben der Polizei wurden bei der Demo im Jahr 2012 22 Beamte leicht verletzt, als ein Tränengaskörper von Gegendemonstranten auf sie geworfen wurde. Drei Polizisten wurden durch Steinwürfe verletzt, zwei Ordnungshüter erlitten ein Knalltrauma durch die Detonation von Feuerwerkskörpern und ein Beamter wurde durch Pfefferspray verletzt. Auch drei Polizeipferde mussten wegen Blessuren behandelt werden.