Neonazis in Deutschland Friedrich sendet Signal gegen rechte Gewalt
Armin Käfer, 24.01.2012 20:59 Uhr
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Kristina Schröder und Hans-Peter Friedrich Foto: Stuttgarter Zeitung online
Kristina Schröder und Hans-Peter Friedrich Foto: Stuttgarter Zeitung online
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Berlin - Als die Minister Hans-Peter Friedrich und Kristina Schröder vor die Presse treten, kommen sie durch eine Tür, über der ein grün-weißes Schild angebracht ist. Es zeigt ein Strichmännchen im Laufschritt. So werden Fluchtwege markiert. Friedrich und Schröder haben die Flucht nach vorne angetreten.

Die Regierung wolle "ein Signal geben hinaus ins Land", sagt Innenminister Friedrich (CSU), ein Signal "gegen menschenverachtende Ideologie". Zu diesem Zweck hat er Vertreter von Religionsgemeinschaften, Sportverbänden und Institutionen der politischen Bildung eingeladen, um gemeinsam zu erörtern, wie die Aufklärungsarbeit gegen rechtsextremistischen Ungeist verbessert werden könnte.

Familienministerin Schröder (CDU) betont, dass ihr Haus jährlich 24 Millionen Euro zur Förderung einschlägiger Initiativen ausgebe, "so viel Geld wie keine Bundesregierung zuvor". Es gehe nur darum, Lücken zu schließen und die Nachhaltigkeit dieser Arbeit sicherzustellen. Bisher habe der Bund vor allem Modellprojekte gefördert. Jetzt gehe es darum, deren Engagement zu verstetigen.

Deshalb will Schröder ein Kompetenzzentrum einrichten, das Erfahrungen und Kenntnisse aus dem Kampf gegen rechts weitervermittelt. Dafür werde sie die zwei Millionen Euro einsetzen, die ihr Ende 2011 an zusätzlichen Mitteln für diesen Zweck bewilligt worden sind. Die Ministerin will aber auch "die Länder stärker in die Verantwortung nehmen".

"Wir wollen den Rechtsextremismus nicht durch Linksextremismus bekämpfen"

Schröder steht in der Kritik, weil sie von Initiativen gegen Rechtsextremismus, die staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen, ein ausdrückliches Bekenntnis zur Demokratie verlangt. Diese sogenannte Extremismusklausel verstehen viele als Zumutung. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sprach in diesem Zusammenhang von einem Generalverdacht gegen engagierte Bürger. Doch Innenminister Friedrich verteidigt die Extremismusklausel: "Wir wollen den Rechtsextremismus nicht durch Linksextremismus bekämpfen."

Sämtliche im Bundestag vertretenen Fraktionen haben sich am Dienstag auf einen konkreten Arbeitsauftrag für einen Untersuchungsausschuss verständigt, der die Versäumnisse von Polizei und Verfassungsschutz im Zusammenhang mit der Mordserie des Zwickauer Neonazitrios aufklären soll. Offiziell will das Parlament am Donnerstag über den Ausschuss entscheiden.

Grüne und Linke kritisieren die Größe des Gremiums. Elf Abgeordnete sollen ihm angehören, darunter ein Linker und ein Grüner. Für die kleinen Oppositionsparteien wird es somit nicht möglich sein, mit einem Minderheitsvotum eigene Beweisanträge zu beschließen. Dazu wären die Stimmen von einem Viertel der Mitglieder nötig. Volker Beck, der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, rügt das "parteipolitische Kalkül" der Volksparteien. Sowohl die SPD als auch die Union müssen befürchten, dass Fehler und Versäumnisse von Sicherheitsbehörden aufgedeckt werden, für die Regierungspolitiker aus ihren Reihen die Verantwortung zu tragen hätten.

Kommentare (6)
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JAN
25
RAGNAROEKR, 18:28 Uhr

Mediale Scharmützel

Wieder einmal ist die Reaktion erstaunlich und deplatziert. Der Forderung, der Kampf gegen rechts sei auch durch Mittelvergabe an Linke zu machen, ist ein Hohn für die Opfer der deutschen Geschichte. Aber auch für das bürgerliche Bewusstsein von heute. Und dann noch der unvermeidliche Herr Trittin, der von Generalverdacht spricht. Ganz so, als wäre zwischen sozialem und nationalem Faschismus ein Unterschied im Hinblick auf deren demokratische Wertschätzung. Auch in Bezug auf den Generalverdacht, den Herr Trittin ständig gegen andere hegt, wäre seine demokratische Inspiration zu ermitteln. Manchmal riecht die Teufelsaustreibung ganz nach dem Beelzebub. Selbst Herr Käfer sollte sich überlegen, für was er sich hier ausspricht. Der Ansatzpunkt lautet wehrhafte Demokratie und nicht Vertreibung von rechten Umtrieben durch linke. Im Klartext, das Bürgertum, der Rechtsstaat ist gefordert, nicht die linke Verschwörung gegen demokratische Sitten.

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JAN
25
js, 15:00 Uhr

Die alltägliche Gewalt in unseren Städten...

kommt aus einer ganz anderen Richtung! Dagegen sollte der Herr Innenminister etwas tun! Aber da können wir lange warten! Man traut sich ja nachts kaum noch raus und das bestimmt nicht wegen angeblicher rechter Gewalt!

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JAN
25
Raimund Schleidt, 11:58 Uhr

Die Linken - Überwachung durch Verfassungsschützer

Die "Linken" sollten sich Glatzen scheren und Hakenkreuze auf die Kopfhaut tätowieren lassen - dann nimmt der Verfassungsschutz sie bestimmt aus der Beobachtung heraus. Rechtextremismus wird anscheinend von diesen Einrichtungen als staatstragend beurteilt! Wie krank muss man im Hirn sein, um solches Gedankengut zu pflegen?

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