Stadtkind Stuttgart

Neu in der Stadt: Café Bohne Kaffeebar mit italienischem Touch

Von Tanja Simoncev 

Seit einiger Zeit mischt ein neues Café Stuttgarts Mitte auf. Direkt an der Stadtautobahn eröffneten Gastronom Francesco Molendini und seine Partnerin Andrea Nigsch das Café Bohne. Wir haben die beiden zum Gespräch getroffen.

Stolz auf die eigene Espressobar Café Bohne: Francesco Molendini und seine Partnerin Andrea Nigsch. Foto: Tanja Simoncev 5 Bilder
Stolz auf die eigene Espressobar Café Bohne: Francesco Molendini und seine Partnerin Andrea Nigsch. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - "Wir machen alles ein bisschen anders", sagt Francesco Molendini überzeugt. Mit seiner Partnerin Andrea Nigsch eröffnete der Gastronom kürzlich die Espressobar "Café Bohne" - mittendrin, an der Stadtautobahn, neben der Jazz-Kiste. Kaffee aus dem Stuttgarter Stadtgebiet trifft hier auf Weine aus Piemont - wichtig für den Italiener, der nicht nur regionale Produkte zelebrieren, sondern auch seine Heimat unterstützen will.

Rückblende: Vor rund 20 Jahren kam der 37-Jährige nach Deutschland, in der Sommerzeit, um den Urlaub mit einem Job zu verbinden. Und er blieb am Städtle hängen, machte sich in der Gastro-Szene einen Namen und fand sich noch schneller auf Events und Messen wieder. Vor Augen immer dieser bestimmte Traum: "So wie die meisten Gastronomen habe auch ich mir gewünscht, irgendwann mal etwas Eigenes zu machen." 

Bei einem Job im Scholz am Marktplatz lernte der Italiener Andrea kennen, er arbeitete hinter der Bar, die 31-Jährige im Service. Seit zehn Jahren sind sie nun ein Paar. "Nebenberuflich, wenn ich Urlaub habe und am Wochenende greife ich Francesco unter die Arme", so die Vollzeit-Erzieherin. Aufgrund von Andreas Job habe man zunächst davon geträumt, einen Kindergarten aufzumachen, beziehungsweise eine Kombi aus Café und Kindergarten, ein sogenanntes Nanny-Café.

Doch mit der Location, die den beiden in die Hände fiel, weil sie direkt nebenan wohnen, kam die Idee, was man daraus machen könnte - irgendwas mit Gastro war natürlich klar und so entstand eine Espressobar.

Zeitloser Look

Es sei kein großer Umbau nötig gewesen. Aus der Kneipe habe sich schnell etwas Annehmbares zaubern lassen. "Das waren eher Verschönerungsarbeiten, eines führte zum anderen, das hat sich alles ergeben, ganz spontan. Ich habe mich einfach an die Räumlichkeit angepasst", sagt Francesco. Der Gastronom habe mit Farben gespielt, unter anderem vier verschiedene Grau-Töne gewählt und ein bisschen braun hinzugegeben, um etwas mehr Wärme zu vermitteln.

"Eine zeitlose Optik war unser Plan", erinnert sich Andrea. "Trends sind vergänglich und man sieht sich schnell satt, deshalb wollten wir etwas Zeitloses kreieren, eine Atmosphäre schaffen, die sowohl tagsüber als auch abends angenehm ist." Man habe sich alle Türen offen halten wollen, es sollte einfach nicht zu hell, aber auch nicht zu dunkel sein. "Toll ist, dass wir Gäste jeden Alters ansprechen, Familien mit Kindern genauso wie ein erwachsenes Publikum, das abends mal einen Cocktail trinken will, eine gute Mischung an Leuten", freut sich das Pärchen. 

Aus Kaffeebohne wurde Café Bohne 

Auf der Karte finden sich neben Klassikern wie Cappuccino auch Drinks wie der Hibiskus Spritz wieder - eine eigene Kreation des leidenschaftlichen Gastronoms. "Wir wollten den Standard ein bisschen abwandeln, dem ganzen eine eigene Note verpassen. Jeder Gast hat dadurch die Möglichkeit, bei uns etwas anderes, neues zu probieren." Was dabei immer zählt: Qualität statt Quantität. "Wir arbeiten nur mit Bio- und Demeter-Produkten. Und donnerstags und samstags gibt's immer frisch vom Markt einen Käsekuchen, saisonweise mit unterschiedlichen Früchten."

Abends werden von Francesco gerne auch mal ein paar Snacks gereicht, etwas Fingerfood zum Aperitivo. "Der italienische Touch, der durch Produkte aus dem Piemont, wo Francesco herkommt, vermittelt wird, ist absolut gewollt. "Liköre, Gin, Weine, Biere, Produkte aus meiner Heimat, die ich mag. So bin ich aufgewachsen und das gebe gerne weiter." Man habe aber auch viele regionale Produkte im Angebot, "weil wir es schön finden, wenn man nicht alles importieren lässt, sondern auch die Region unterstützt. Wir wollen regional bleiben und dies mit Produkten aus Piemont ergänzen."

Bleibt nur noch die Frage zu klären, wessen Idee der Name war. Die Antwort: Andreas Bruder ist schuld. "Wir saßen mit der Familie zusammen und haben ein bisschen herumgesponnen, wie wir den Laden denn nennen könnten. Dann meinte mein Bruder: Wäre doch cool, wenn der Name mit dem Bohnenviertel zu tun hat", so die Teilzeit-Gastronomin. Das Wortspiel aus Kaffeebohne und Café Bohne tat sein übriges und der Name für die Espressobar war geboren.

Café Bohne: Hauptstätter Straße 37, täglich geöffnet von 11:30 bis 22 Uhr und am Wochenende nach Bedarf auch länger.