Neubau der Klinik am Eichert Die Planung erfolgt von „innen“

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Der nächste Schritt zum Neubau der Klink am Eichert in Göppingen ist gemacht: das städtebauliche Konzept ist beschlossen. Die Verantwortlichen halten die Öffentlichkeit auf dem Laufenden – und wollen es weiter tun.

Das städtebauliche Konzept für den Klinik-Neubau steht. Foto: Büro Lehen drei
Das städtebauliche Konzept für den Klinik-Neubau steht. Foto: Büro Lehen drei

Göppingen - Beim abschließenden Rundgang durch eine Station und durch die Technikzentrale ist eines deutlich geworden: zeitgemäß ist das, was Patienten, Ärzte und Pflegepersonal in der Klinik am Eichert antreffen, längst nicht mehr. Dass das Krankenhaus saniert werden muss, daran zweifelte beim ersten Informationsabend zum geplanten Klinikneubau denn auch niemand mehr.

Dass zu dem Termin nur 50 Interessierte gekommen waren, davon knapp die Hälfte Beschäftigte des Hauses sowie Vertreter der Politik, ließ indes Zweifel daran aufkommen, ob das Thema die Bürger im Kreis Göppingen wirklich so sehr umtreibt, wie die Kritiker des Bauprojekts immer behaupten. Wie auch immer: die Klinikleitung und der als externer Sachverständiger hinzugezogene Architekt Eckart Rosenberger legten ausführlich dar, warum aus ihrer Sicht ein Neubau im Vergleich zur Kernsanierung günstiger zu haben und einfacher abzuwickeln ist.

Stockweise Modernisierung nicht möglich

Das Problem an der Sache ist, dass sämtliche Versorgungsleitungen horizontal angelegt sind. Eine stockweise Modernisierung ist deshalb unmöglich, vielmehr müssten komplette Türme des Gebäudes geschlossen werden, was, nach Rosenbergers Worten, zu Auslagerungen und zu teuren Provisorien führen würde. „Und wenn erst mal in den Bestand eingegriffen wird, gelten auch die aktuellen Richtlinien, etwa zum Brandschutz oder zum Standard von Hochhäusern“, ergänzte er.

Wolfgang Schmid, der kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, hob auf die bestehenden Schwierigkeiten ab: zu kleine Operationsräume, zu wenig Platz im Intensivbereich, schmale Patientenzimmer, beengte Sanitärräume, Arbeitszimmer ohne Tageslicht. „Auch sonst ist alles sehr knapp bemessen und teilweise unfunktional“, sagte Schmid. Die neue Klinik werde deshalb von innen nach außen geplant. Das heißt, dass der Baukörper den Erfordernissen folge.

Landrat verspricht offensive Informationspolitik

Während diese Einlassungen unumstritten waren, kamen im Publikum neue Fragen auf, als es darum ging, dass wegen der ganzen Baumaßnahme womöglich eine 110-Kilovolt-Stromleitung unter die Erde verlegt werden muss. Weil dazu noch keine Kostenprognosen vorliegen, ergriff anderntags sofort die Göppinger Piratenpartei, die den Klinikneubau ablehnt, das Wort und nannte das Vorhaben, ebenfalls ohne eine Berechnung vorliegen zu haben, „unbezahlbar“.

Der Göppinger Landrat Edgar Wolff weiß um die Sensibilität des Themas: „Wir werden den Klinikneubau durch eine aktive Kommunikationsstrategie begleiten, alle Entscheidungshintergründe sowie den jeweils aktuellen Planungsstand offen legen und Fragen beantworten.“ Ergebnisse aus Gutachten würden, so weit sie für die Neubauentscheidung relevant seien und keine unternehmensstrategischen Informationen beträfen, ebenfalls öffentlich vorgestellt, betonte er.