Neubau in Stuttgart-Vaihingen Zustimmung im zweiten Anlauf

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Der Bezirksbeirat hat für den Neubau von Drees und Sommer gestimmt und für die damit verbundene Verlagerung des Radsportvereins Vaihingen.

Das Beratungsunternehmen Drees und Sommer will am Standort Stuttgart-Vaihingen wachsen. Foto: Alexandra Kratz
Das Beratungsunternehmen Drees und Sommer will am Standort Stuttgart-Vaihingen wachsen. Foto: Alexandra Kratz

Vaihingen - Eigentlich war alles genau so, wie Mitte Dezember. Mit einem kleinen Unterschied: Diesmal standen nicht nur die Expansionspläne von Drees und Sommer offiziell auf der Tagesordnung, sondern auch die damit einhergehende Verlagerung des Radsportvereins Stuttgart (RSV). Der zuständige Bürgermeister hatte die Vorlage spät unterschrieben. Noch am selben Tag war sie in den Sportausschuss eingebracht worden. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Tagesordnung für den Bezirksbeirat im Dezember längst geschrieben und verschickt gewesen. Allerdings war Horst Jesinger, der stellvertretende Leiter des Sportamts, damals extra in die Sitzung gekommen, um zu berichten. Das stellte die Lokalpolitiker aber nicht zufrieden. Sie bestanden darauf, dass beide Themen noch einmal zusammen und offiziell in dem Gremium behandelt werden.

Also nahm Michael Hausiel vom Stadtplanungsamt am Dienstag erneut vorn am Ratstisch Platz. „Ich habe bereits in der vergangenen Sitzung einen ausführlichen Vortrag gehalten und sie haben damals bereits die Vorlagen zu beiden Themen ausgehändigt bekommen. Soll ich jetzt noch einmal berichten?“, fragte er in die Runde. Auf Nachfrage fügte er hinzu, dass es seit Dezember keine neuen Erkenntnisse gebe. Unter diesen Umständen verzichteten die Bezirksbeiräte auf einen neuen Vortrag.

UTA kann sich auch fünf Geschosse vorstellen

In diesem wäre es um die Expansionspläne von Drees und Sommer gegangen. Das Unternehmen will an seinem Standort im Gewerbegebiet Obere Waldplätze wachsen. Derzeit ist ein dreigeschossiges Bürogebäude geplant. Dabei ist die letzte Etage ein zurückgesetztes Dachgeschoss mit Dachbegrünung. Um das zu ermöglichen, muss der RSV weichen und der westliche Teil des bisherigen Bebauungsplans muss durch einen neuen ersetzt werden. Der RSV soll im Sportgebiet Vaihingen-West ein neues Zuhause finden. Den Radlern und auch den dort bereits ansässigen Vereinen gefällt diese Idee.

Als Hausiel das Projekt von Drees und Sommer im Umwelt- und Technikausschuss vorstellte, gaben die Mitglieder der Verwaltung einen Prüfauftrag mit auf den Weg. Denn die Stadträte können sich im Gebiet Obere Waldplätze auch eine bis zu fünfgeschossige Bebauung vorstellen. „Sie sollten sich nun überlegen, ob sie das so mittragen wollen“, wandte sich Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt am Dienstag an seine Bezirksbeiräte.

Innenverdichtung vor Ausverdichtung

„Wir lehnen das Vorhaben ab, weil es nicht einzusehen ist, dass in Vaihingen immer weiter gebaut wird“, sagte Gerhard Wick (SÖS/Linke-plus). Er gehe jedoch davon aus, dass der UTA anderer Meinung ist. „Für diesen Fall sind wir der Meinung, dass es zumindest bei den drei Geschossen bleiben sollte“, sagte Wick. Christa Tast (Grüne) fügte hinzu: „Wir lehnen das Vorhaben wegen der schlechten Umweltbilanz ab.“ Ulrich Bayer (CDU) meinte: „Wenn schon gebaut wird, dann sollten wir die Höhe auf maximal drei Geschosse begrenzen.“

Michael Hausiel erklärte, dass es in Stuttgart zu wenige Gewerbeflächen gebe. Und dass es das erklärte Ziel der Stadt sei, keine neuen Gewerbegebiete auf der grünen Wiese zu erschließen. Darum wolle man in den vorhandenen Gewerbegebieten nachverdichten. Gabriele Leitz (Grüne) ließ diese Begründung nicht gelten. „Das Argument kommt immer. Dann wird erst höher gebaut und ein paar Jahre später werden trotzdem neue Flächen versiegelt.“ Ein wenig überraschend ging die Vorlage dann aber doch durch. Bei der Abstimmung votierten sieben Bezirksbeiräte für den Neubau von Drees und Sommer, fünf waren dagegen, drei enthielten sich. Damit hatte es der Bezirksbeirat versäumt, zuvor über die Zahl der Geschosse abzustimmen. Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Stückle machte einen „Vorschlag zur Güte“, wie sie es formulierte. Sie bot an, im Protokoll explizit hervorzuheben, dass das Gremium maximal drei Geschosse haben solle.

Zum RSV gab es dann nicht mehr viel zu sagen. Bayer betonte, dass die Fläche für das geplante überdachte Kleinspielfeld freigehalten werden müsse. Jesinger bestätigte das. Bei der Abstimmung waren 13 Räte für die Vorlage, die zwei Mitglieder der SÖS/Linke-plus stimmten dagegen.

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