Neubauprojekt in Stuttgart Gibt es einen Plan B am Karlsplatz?
Hildegund Oßwald, 18.02.2011 11:28 Uhr
Neben dem Hotel Silber (rechts) könnte Breuninger in jedem Fall bauen. Foto: Steinert
Neben dem Hotel Silber (rechts) könnte Breuninger in jedem Fall bauen. Foto: Steinert
Stuttgart - "Wir müssen nicht bauen. Wir sind nicht auf das Land angewiesen." Mit Sätzen wie diesen hat der Breuninger-Chef Willem van Agtmael immer wieder geschmollt und kokettiert, wenn in Sachen Neubebauung am Karlsplatz die politischen Hindernisse für ihn als Mann der Wirtschaft mal wieder ins Unerträgliche zu wachsen drohten. Jetzt, da die baurechtliche Hängepartie aus Wahlkampfgründen zu einer Entscheidungspause bis nach dem 27.März ausgewachsen ist, fragt sich so mancher, wie lange es noch dauert, bis dem Breuninger-Chef der Geduldsfaden reißen könnte - denn letztlich braucht Breuninger das Land tatsächlich nicht, um seinen Hinterhof zum Karlsplatz aufzuwerten und seinen Handelsstandort für die Zukunft zu rüsten.

Gibt es bereits einen Plan B für das Neubauprojekt am Karlsplatz? Könnten das geplante Hotel, die neuen Läden sowie die Bürobauten für Ministerien zusammen mit einem privaten Investor gebaut oder auf die Ministerien gar verzichtet werden, um die Baumassen auf das von der Stadt geforderte Maß zu stutzen und das umstrittene Hotel Silber einfach stehen zu lassen? Diese Fragen drängen sich auf, zumal Breuninger am Karlsplatz längst Fakten geschaffen und mit dem Abriss des Gebäudes an der Holzstraße seinen Part begonnen hat - unabhängig der Gewitterwolken über dem mit dem Land geplanten Großprojekt.

Baurecht lässt Alleingang von Breuninger zu


Diese Ausgangslage gibt all jenen recht, die darauf setzen, dass sich am Karlsplatz auf jeden Fall etwas tun wird, so oder so. Allein das Baurecht würde Breuninger jederzeit einen Alleingang gestatten. So hat das Unternehmen nicht nur das Haus Betten-Braun an der Sporerstraße längst gekauft, sondern auch die ganze Häuserzeile an der Holzstraße. Die erste Hälfte wird, wir berichtet, zurzeit bereits für einen 30 Millionen Euro teuren Neubau für den Verkauf, die Verwaltung und die Logistik abgerissen. Und der Abriss des anderen Teils bis zum Hotel Silber ist nur eine Frage der Zeit, zumal sich für die Firma Waschmaschinen Möck eine Alternative gefunden hat. "Wir werden Anfang Januar 2012 interimsweise ins Schwabenzentrum und danach in den Neubau an gleicher Stelle ziehen", sagt Harald Möck.

Da auch der Parkplatz hinter dem Möck-Gebäude Breuninger gehört, ließe sich ein Neubau von der Holzstraße bis zur Karlspassage errichten. Bereits vor Jahren plante Breuninger, den Parkplatz zu überbauen. Seinerzeit gab es auch Überlegungen, die Karlspassage in Richtung Markthalle zu verlängern und die Sporerstraße zwischen Breuninger und Betten-Braun mit einem Glasdach zu überspannen. Das Gebäude des Innenministeriums bliebe davon unbehelligt, ebenso das Hotel Silber.

Kommentare (9)
Anzeigen
FEB
19
@Errinnerung, 15:58 Uhr

@Die Frage ist durchaus berechtigt

Stellen sie Ihre Fragen doch der Pressestelle von Breuninger? Geht Sie doch gar nichts an, was Breuninger mit seinem Geld macht. Ist Ihnen langweilig, dass Sie sich mit diesen Fragen beschäftigen? Wenn Breuninger ein Fehlinvestion tätigt, was juckt Sie das. Breuninger ist ein Unternehmen und will halt expandieren. So funktioniert halt Wirtschaft. Schon einmal sich mit dem Wirtschaftsleben (Kneipen sind nicht gemeint) beschäftigt? Wenn man liest was Sie schreiben, eher nicht. Also doch begrenzter geistiger Horizont, reicht vermutzlich nur bis zur nächsten Tür.

FEB
19
Erinnerung, 10:36 Uhr

Die Frage ist durchaus berechtigt

Die Frage, die gestellt wurde, ist durchaus berechtigt und verdient diesen Versuch sie ins lächerliche zu ziehen überhaupt nicht. Es sind allein in der Innenstadt derzeit mind. 5 neue große Projekte, die alle mit dem gleichen Konzept - Hotels, Gastronomie, Büros und Einzelhandel - daher kommen, geplant oder schon im Bau. Ich kann mich noch gut an das gejammer der Hoteliers erinnern, deren Zimmer leerstehen. Die Gastronomen heulen doch auch jetzt schon, dass zu wenig Kundschaft da ist. Wie viele Geschäfte hat alleine die Königstraße (also die "erste Adresse Stuttgarts") in den letzten Jahren verloren? Was passiert mit den vielen Büroflächen, die heute schon leerstehen? Von mir aus können die jeweiligen Bauherren/Investoren ihr Geld gerne hierher tragen und bauen. Aber dass es offenbar nur dieses eine Konzept geben soll erscheint mir doch sehr fragwürdig. Schließlich sind nicht verpachtete Geschäfte (oder ganz allgemein leere Häuser) so ziemlich das schlimmste, was einer (hoffentlich belebten) Innenstadt passieren kann.

FEB
19
Andrea, 10:34 Uhr

Wenn man keine Argumente mehr hat,

versucht man, den Gegner zu beleidigen und zu diffamieren. Und welche Argumente könnte es für den Abriss des Hotel Silber geben, wenn daneben das Innenministerium steht, das nun wirklich niemand als Gebäude vermissen würde?

Kommentar-Seite 1  von  3