Neubauten in Stuttgart Büroprojekten fehlen die Mieter
Hildegund Oßwald, 26.02.2011 11:57 Uhr
Erst wenn rund 40 Prozent der Flächen vermietet sind, soll am Österreichischen Platz mit dem Bau von Büros und Wohnungen begonnen werden. Foto: Steffen Honzera
Erst wenn rund 40 Prozent der Flächen vermietet sind, soll am Österreichischen Platz mit dem Bau von Büros und Wohnungen begonnen werden. Foto: Steffen Honzera
""Es werden nicht alle mit dem Bau beginnen können.""
Alexander Veiel, Immobilienmakler

Stuttgart - Die Zeichen sind unübersehbar. "Warum nicht ein neues Büro?", lockt ein großes Transparent am neuen Geschäftshaus Südtor am Marienplatz und verweist auf 4100 leerstehende Quadratmeter. Nur ein paar Hundert Meter weiter, am Österreichischen Platz, werben große Plakatwände für den von Hochtief geplanten Bürokomplex Caleido, dahinter wartet eine längst vorbereitete Baugrube seit Monaten darauf, dass endlich was passiert. Aber es passiert nichts, solange nicht wenigstens ein Teil der Flächen vermietet ist. Das ist das Problem, mit dem sich zurzeit nicht nur die Investoren im Süden der Stuttgarter Innenstadt herumschlagen.

Hier sehen Sie alle Großprojekte in der City »

Im Umfeld des Hauptbahnhofes fehlen gleich mehreren Großprojekten die Mieter: Die Bülow AG baut in der Lautenschlagerstraße anstelle der alten EnBW-Hauptverwaltung rund 20.000 Quadratmeter Büros, das ehemalige Versatel Hochhaus in der Friedrichstraße würde vom Eigner lieber heute als morgen für einen Neubau abgerissen, im Postquartier an der Kronenstraße stehen nach der Sanierung demnächst 16.000 Quadratmeter Büroflächen bereit, von denen bisher nach Angaben des Investors Hines lediglich 20 Prozent vermietet werden konnten. Und im neuen Stadtquartier an der Heilbronner Straße kündigen sich in Nachbarschaft zur Bibliothek 21 auf dem Reißbrett bereits weitere große Büroflächen an, ohne dass große Abnehmer in Sicht sind.

Investoren setzen auf Aufschwung


Die Investoren setzen auf den allgemeinen Aufschwung, doch die nach Maklerangaben seit kurzem wieder steigende Nachfrage nach Büros bezieht sich bis jetzt lediglich auf Flächen unter 2000 Quadratmeter. "Es werden nicht alle, die am Start stehen, dieses Jahr auch mit dem Bau beginnen können", beschreibt Alexander Veiel vom Maklerbüro Jones Lang LaSalle die Situation am Büromarkt - Aufschwung hin oder her. Denn dass kaum neue Firmen nach Stuttgart ziehen und deshalb große Nachfrage von außen fehlt, ist ein lokales Dauerproblem. Büros lassen sich meist nur durch Umzüge oder Firmenkonzentrationen innerhalb der Stadt neu vermieten.

So nimmt es nicht Wunder, dass die anstehende Rochade von Landesministerien bei Investoren neue Überlegungen und Spekulationen beflügelt. Hinter dem Gemeinschaftsprojekt von Breuninger und Landesverwaltung am Karlsplatz, wo neben Ladengeschäften und einem Luxushotel auch Neubauten für mehrere Ministerien geplant sind, stehen bekanntlich große Fragezeichen. Und zudem könnten die Expansionspläne des Landtages letztlich dazu führen, dass auch noch das Finanzministerium oder das Kultusministerium - oder am Ende auch beide - in neue Büros umziehen müssen, um im Neuen Schloss Platz für die Abgeordneten zu machen.

Kommentare (25)
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FEB
27
Cindy, 13:30 Uhr

Büros in Stuttgart: 1004 aktuelle Angebote

In Stuttgart stehen aktuell 1004 Büro´s zur Vermietung an! siehe: http://www.immobilienscout24.de/Suche/S-45T/Buero-Praxis/Baden-Wuerttemberg/Stuttgart?enteredFrom=one_step_search

FEB
27
PfeiffffFer, 11:41 Uhr

Der ´wüste´ Beton des Stadtquartiers

In der Nähe zur Heilbronner Straße ist da nicht das Bürgerhospital? Gerüchterweise soll dieses Idyll in absehbarer Zeit nicht mehr existieren. Wenn ich mir dann das sterile Diak und das genauso kalte Katharinen-KH anschaue ... kann man bei diesem Umfeld nicht gesunden. Der kleine Park des BH hat mir vor eingen Jahre bei meiner Genesung mehr geholfen - ich konnte dort die Seele baumeln lassen, konnte das Krankenzimmer verlassen - als die Betonwüsten der anderen Krankenhäuser in Stuttgart. Wenn dieses Grün verschwinden sollte, nur weil eine unverantwortliche Kommunalpolitik von der CDU/FDP-Filz Landespolitik überlagert wird beantrage ich eine ReHa; am besten in der letzten, verbliebenen Klinik-Oase Schillerhöhe!

FEB
27
Beate Scharf, 11:11 Uhr

Und wieder zahlt der Steuerzahler...

Die leerstehenden Bürofrlächen können doch von der Steuer abgesetzt werden - oder irre ich mich da? Leerstehende Büroflächen werden an das Land vermietet. Wieviel Bürofläche wird eigentlich objektiv benötigt? Und wer bezahlt das wieder? Ich hoffe, es gründet sich eine Gruppe, die mal den Landeshaushalt auf Mietkosten und versteckte Kosten durchforstet und dahin, wieviel Landesverwaltung wir uns eigentlich leisten.

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