Neue Buslinie zwischen Backnang und Rudersberg Ein Fahrrad reicht als Ticket aus

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Der Kreis weiht seine vierte Fahrrad2Go-Buslinie ein. Aus diesem Anlass wird für die Bergstrecken in diesen Sommer kein Fahrpreis verlangt.

Auf inzwischen vier Linienbusrouten können im Rems-Murr-Kreis Fahrräder dank spezieller Halterungen mitgenommen werden. Foto: Gottfried Stoppel
Auf inzwischen vier Linienbusrouten können im Rems-Murr-Kreis Fahrräder dank spezieller Halterungen mitgenommen werden. Foto: Gottfried Stoppel

Backnang - Das Projekt ist bisher deutschlandweit einzigartig: Ein Bus, der im normalen Linienverkehr Fahrräder mitnimmt. Was im Juli vor drei Jahren auf der Strecke zwischen Winnenden und Remshalden-Buoch Premiere feierte, ist jetzt auf insgesamt vier Verbindungen ausgeweitet worden. Seit diesem Dienstag können Fahrradfahrer ihre Drahtesel auch auf der Regiobuslinie Backnang-Allmersbach-Rudersberg transportieren lassen und so 550 Höhenmeter zwischen der Backnanger Bucht und dem Wieslauftal überwinden. Aus Anlass der Einweihung der neuen Strecke ist während der gesamten Sommerferien bis zum 10. September auf allen vier Fahrrad2Go-Routen zudem noch Sparen möglich. Der Verkehrsverbund Stuttgart erlässt allen Gästen, die ein Fahrrad dabei haben, auf der jeweiligen Bergstrecke den Fahrpreis.

Pro Bus sind zehn Fahrräder möglich

Insgesamt können in den speziell ausgerüsteten Bussen jeweils zehn Fahrräder mitgenommen werden: fünf im Bus selbst und fünf auf einer absenkbaren Halterung am Heck des Fahrzeugs, die von Studenten der Hochschule Esslingen erdacht und in den Werkstätten des Busunternehmens OVR konstruiert worden ist.

Grundsätzlich ist das Projekt Fahrrad2Go im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes des Rems-Murr-Kreises ersonnen worden. Die Entwicklungs- und Investitionskosten der innovativen Fahrradhalterungssysteme wurden vom Verband Region Stuttgart aus seinem Förderprogramm „Nachhaltige Mobilität in der Region“ zur Hälfte mitfinanziert, die andere Hälfte hat der Kreis aus seinem Klimaschutzfördertopf bezahlt. Das Ziel sei, „die Verkehrsmittel im Umweltverbund besser miteinander zu vernetzen, damit mehr Strecken zu Fuß oder per Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt werden und CO2 eingespart wird“, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts.

Der Betrieb auf den bisher drei Routen habe die Praxistauglichkeit des Systems unter Beweis gestellt. Der Beladevorgang der neu entwickelten Fahrradhalterungen habe sich als unproblematisch erwiesen, das Fahrpersonal müsse nur selten eingreifen. Außerdem heißt es in dem Fazit der Kreisbehörde zu drei Jahren Fahrrad2Go weiter: „Eventuelle Nutzungskonflikte zwischen Kunden mit Fahrrad und den übrigen Fahrgästen sind komplett ausgeblieben.“

Kreis und Kommunen teilen sich die Mehrkosten

Von der jetzt neu in Betrieb genommenen vierten Linie profitierten im Übrigen nicht nur Fahrradfahrer. Auch insgesamt habe sich das Angebot verbessert, weil eine zusätzliche Route in den Fahrplan aufgenommen worden sei und die Fahrzeiten mit einem annähernden Zweistundentakt besser über den Tag verteilt würden. Die Mehrkosten dafür, rund 24 000 Euro pro Jahr, teilen sich der Landkreis und die drei beteiligten Kommunen Backnang, Allmersbach und Rudersberg.