Neue Chancen für Christophsbad Allee führt Klinikum in die Zukunft

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Die neue Verbindung des Christophsbads mit der B 10 ist mehr als nur eine Straße . Sie ermöglicht dem Klinikum jede menge Wachstum in der Zukunft.

Bauarbeiter könnten in den kommenden Jahren auf dem Christophsbad-Gelände viel zu tun haben. Foto: StZ
Bauarbeiter könnten in den kommenden Jahren auf dem Christophsbad-Gelände viel zu tun haben. Foto: StZ

Göppingen - Nach Jahrzehnten hat das Klinikum Christophsbad (CB) jetzt zum ersten mal einen direkte Verbindung zur B 10. Am Mittwoch ist die 2,2 Millionen Euro teure Christophsbad-Allee eingeweiht worden, die das Gelände der Klinik von Westen her erschließt. Sie ermöglicht Mitarbeitern und Patienten, von der B-10-Ausfahrt beim Berufsschulzentrum Öde direkt zum Parkhaus zu gelangen. Und sie erlaubt den Krankenwagen, Notfallpatienten schneller in die Ambulanz zu bringen.

Doch dass Bernhard Wehde, einer der beiden Geschäftsführer des Klinikums, am Mittwoch von einem Meilenstein für die Klinik sprach, hat noch einen weiteren, gewichtigeren Grund. Die Allee, die das Christophsbad auf eigene Kosten bauen ließ, ist der Garant für die künftige Entwicklung des Klinikums. An ihr entlang sollen in den kommenden Jahren weitere Gebäude entstehen, die das medizinische Angebot auf dem Gelände voranbringen und für die Zukunft sichern.

„An dieser Straße ist künftig vieles möglich“, sagt Wehde, und Oliver Stockinger, der zweite Geschäftsführer, ergänzt: „Man kann nicht sicher sagen, ob wir in Zukunft so stark weiterwachsen wie bisher. Aber wir haben nun auf jeden Fall die Kapazitäten geschaffen, damit wir es können.“

In 15 Jahren hat sich die Größe des Klinikums verdoppelt

Tatsächlich hat sich die Größe des Christophsbads in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt, das Klinikum verfügt heute über 914 Betten und 1500 Mitarbeiter. Und die Chancen stehen gut, dass das Wachstum anhält, schließlich erfordert beispielsweise die demografische Entwicklung in Zukunft wohl noch größere Kapazitäten in der Geriatrie und der Gerontopsychiatrie. Darüber hinaus denken Wehde und Stockinger über zeitgemäße Konzepte etwa für ambulante Angebote, die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und andere Projekte nach.

Fest geplant ist bereits ein kleines Wohngebiet mit einem Pflegeheim, das nördlich der Allee auf Höhe des Parkplatzes des Berufsschulzentrums Öde entstehen soll. Anfang des kommenden Jahres soll mit dem Bau des Heims begonnen werden, die Einweihung ist für den Sommer 2019 vorgesehen. Das Heim wird benötigt, weil das Christophsheim auf der Ostseite des Klinikgeländes – wie viele andere Pflegeheime auch – vor der Aufgabe steht, einer neuen Bauverordnung nachzukommen. Diese schreibt von Ende 2019 an Einzelzimmer vor. Die Hälfte der rund 214 Plätze des bestehenden Heimes werden im Sommer 2019 in das neue Heim verlegt. In den Wohngebäuden, die um das Heim herum entstehen, sollen den Plänen zufolge vor allem Mitarbeiter des Klinikums unterkommen können.

Geschäftsführer wollen mit niedergelassenen Ärzten kooperieren

Weiter östlich wollen Wehde und Stockinger auf der Nordseite der Allee Gebäude für Arztpraxen und Dienstleister aus dem Gesundheitsbereich wie Masseure sowie einen Betriebskindergarten mit 40 bis 60 Plätzen bauen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Zurzeit verhandelt das Christophsbad mit der Stadt über Zuschüsse für den Kindergarten und diskutiert mit der Kreisärzteschaft und niederlassungswilligen Ärzten darüber, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte.

„Unsere Idee ist, kein neues medizinisches Versorgungszentrum zu schaffen, in dem ständig andere Ärzte die Patienten betreuen. Wir glauben, dass vielen Patienten der Kontakt zu ihrem Arzt wichtig ist. Deshalb wollen wir Räume für niederlassungswillige Ärzte schaffen und dann vermieten. Die Ärzte haben den Vorteil, dass sie unsere Infrastruktur, etwa das Parkhaus, die Radiologie oder die Hol- und Bringdienste, mitnutzen können“, erklärt Wehde. Außerdem könnten die Ärzte die Klinikpatienten bei Bedarf mitversorgen, so könnte sich etwa ein Augenarzt auch um Patienten in der Klinik kümmern. Ähnliches gelte für Masseure und andere Gesundheitsdienstleister, die sich dort niederlassen könnten.

Viel Platz für den Klinikausbau

Die Südseite der Allee hatte das Klinikum ursprünglich dem Landkreis angeboten, damit dort die neuen Alb-Fils-Kliniken gebaut werden könnten. Das Christopshbad hatte 2012 vorgeschlagen, einen großen Campus für Alb-Fils-Kliniken und Christopshbad zu schaffen und so die Zusammenarbeit auszubauen. Bekanntlich haben sich die Pläne zerschlagen, der Kreis baut am alten Standort im Eichert.

Deshalb wird das Christophsbad die Fläche nun für seine eigene Entwicklung nutzen. Wie diese genau aussehen wird, ist noch offen. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren so oft im Bereich der bestehenden Klinik um- und vor allem ausgebaut, dass es zumindest nicht überraschend wäre, wenn auch dort in naher Zukunft Bauarbeiter anrücken würden.

Psychiatrie und Neurologie

Auftrag:
Das Christophsbad ist ein Plankrankenhaus in privater Trägerschaft mit Außenstellen, Tageskliniken und Ambulanzen in Stuttgart, Geislingen und Bad Boll. Das Klinikum hat den Auftrag für die psychiatrische, psychosomatische und neurologische Versorgung im Landkreises Göppingen. Angegliedert ist das Christophsheim mit 214 Plätzen, das auf die Pflege, Betreuung und Förderung Erwachsener mit chronischen psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen spezialisiert ist.

Geschichte:
Heinrich Landerer erwarb das Bad im Jahre 1839. Dreizehn Jahre später wurde die „private Heil- und Pflegeanstalt für Gemüts- und Nervenkranke“ gegründet.