Neue Nachfrage nach altem Backnanger Kennzeichen Die schrittweise Restauration der ganzen BK-Zone

Von Harald Beck 

Auch in Schwäbisch Hall soll das gute alte Backnanger Nummernschild wieder möglich werden. Interessenten gibt es offenbar in vier Kommunen die einst zum Altkreis Backnang gehört haben.

Frank Nopper (rechts) hat vor gut zweieinhalb Jahren das erste neue BK-Kennzeichen von dem damaligen Landrat Fuchs entgegengenommen Foto: Stoppel/Archiv
Frank Nopper (rechts) hat vor gut zweieinhalb Jahren das erste neue BK-Kennzeichen von dem damaligen Landrat Fuchs entgegengenommen Foto: Stoppel/Archiv

Seit Dezember 2013 gibt es sie wieder, die Autokennzeichen mit dem Backnanger Kürzel BK. Frank Nopper, der Backnanger OB, hat sich damals flugs das erste der neuen alten Nummernschilder gesichert. Sein lokalpatriotisches Schultes-Kennzeichen: BK – WN – 1. Er hat es damals höchstpersönlich, bester Laune und mit entsprechender Kommentierung auf der Zulassungsstelle abgeholt – „damit WN wieder dahin verwiesen wird, wo es hingehört: auf den zweiten Platz“.

Der in Dingen lokaler Befindlichkeiten durchaus streitlustige Schultes wird es nun mit Genugtuung vernommen haben, dass nicht nur Bürger des im Rems-Murr-Kreis aufgegangenen Parts des Altkreises Backnang nach dem geliebten alten BK-Schildle lechzen, sondern auch einige derer, die durch die Kreisreform anno 1975 in den vergrößerten Landkreis Schwäbisch Hall zwangsverfrachtet wurden. Mit allen automobilen Folgen wie zum Beispiel der sperrigen Kennzeichen-Identität SHA.

Der Kreistag in Schwäbisch Hall hat bereits zugestimmt

Die Sache mit dem BK-Kennzeichen für die ehemaligen Backnanger Kreisbürger aus den ausgegrenzten Kommunen Oberrot, Gaildorf, Fichtenberg und Sulzbach-Laufen ist Thema im Technischen Ausschuss des Rems-Murr-Kreistags gewesen. Denn bereits im Oktober des vergangenen Jahres hat der Kreistag in Schwäbisch Hall die Wiedereinführungserlaubnis im ­eigenen Hoheitsgebiet erteilt. Diese bedarf aber der Zustimmung des Rems-Murr- und des seit 2007 ebenfalls unter BK firmierenden Bördekreises in Sachsen-Anhalt.

Jener Bördekreis habe jedoch, darauf verweist mit sorgenvollem Unterton die Rems-Murr-Kreisverwaltung, nach wie vor die Finger auf rund 6,7 Millionen BK-Kombinationen, dem Waiblinger Landratsamt stünden derzeit lediglich 283 080 Kombinationen zur Verfügung. Dies soll angesichts der neuen Schilderbegehrlichkeiten jenseits der eigenen Kreisgrenzen zum Thema bei dem für die Wiedereinführung von Altkennzeichen verpflichtenden „Bewirtschaftungskonzept“ für die Nummernkombinationen gemacht werden.

Knapp 15 550 Fahrzeuge mit BK-Kennzeichen

Zumal womöglich noch weitere Backnanger Exilgemeinden wie Gschwend (Ostalbkreis) oder Marbach am Neckar und Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) vorstellig werden könnten. Mangel an Kennzeichen-Kombinationen für die Altkreisfans im Backnanger Beritt herrscht derzeit aber noch keineswegs. Denn von den 338 815 im Rems-Murr-Kreis beschilderten Fahrzeugen tragen bisher nur 15 465 ein BK-Nummernschild – bei kreisweit 323 350 WN-Kennzeichenträgern.

Sowohl Börde- als auch Rems-Murr-Kreis haben im Übrigen Zustimmung für die BK-Wiedereinführung im Kreis Schwäbisch Hall signalisiert. Rems-Murr-Landrat Richard Sigels diplomatische Stellungnahme zum emotional durchaus sensiblen Thema in der Ausschusssitzung: „Das sollte man auch anderen gönnen.“