Neue Zahlen des Bundesverkehrsministeriums Nordostring soll 209 Millionen Euro kosten

Von dud 

Das Bundesverkehrsministerium rechnet mittlerweile mit Kosten in Höhe von 209,2 Millionen Euro für den Bau eines zweibahnigen Nordostrings von der B 27 bei Kornwestheim über das Neckartal zur B 14 bei Waiblingen.

Stau auf der B14 ist keine Seltenheit. Foto: Gottfried Stoppel
Stau auf der B14 ist keine Seltenheit.Foto: Gottfried Stoppel

Stuttgart - Das Bundesverkehrsministerium rechnet mittlerweile mit Kosten in Höhe von 209,2 Millionen Euro für den Bau eines zweibahnigen Nordostrings von der B 27 bei Kornwestheim über das Neckartal zur B 14 bei Waiblingen. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. „Damit haben sich die Kosten gegenüber den Plänen aus 2003 fast verdoppelt“, kritisiert der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel aus Filderstadt. Da das Ministerium von einer „zweibahnigen Straßenverbindung“ spricht, sei klar, dass von einer drei- bis vierspurige Straße auszugehen sei, bei der die Fahrstreifen in der Mitte baulich voneinander getrennt sind.

Bundesverkehrswegeplan soll im April vorgelegt werden

Das Berliner Ministerium prüft momentan, ob das umstrittene Projekt in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen wird, in dem die wichtigen Straßenbauvorhaben für die nächsten Jahre aufgelistet sind. Der Nordostring, der von den Städten Stuttgart und Fellbach abgelehnt wird, galt als politisch tot und war in den jüngsten Verkehrswegeplänen nicht mehr vertreten. Auch das Landesverkehrsministerium hatte das Projekt zu den Akten gelegt und dem Bund nicht mehr vorgeschlagen. Dass das Berliner Ministerium den Bau dennoch prüft, wird in der Antwort damit erklärt, dass „möglicherweise eine wesentliche Verkehrsentlastung für das Straßennetz im Nord-Ost-Quadranten der Stadt Stuttgart erzielt werden kann“. Zudem hätten „wiederholt Gespräche mit Mandatsträgern und Vertretern der Region Stuttgart stattgefunden, in denen von diesen auf die verkehrliche Notwendigkeit hingewiesen“ worden sei. Ob das Vorhaben in den Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, ist noch offen. Die Liste soll im April vorgelegt werden, früher war als Termin Ende 2015 genannt worden.

Gastel fordert vom Bundesverkehrsministerium, die Nordostumfahrung nicht zu priorisieren, da sie ökologische Schutzgebiete gefährde. Amüsiert, so Gastel, nehme er zur Kenntnis, dass das Ministerium nicht die Namen der Mandatsträger nenne, die sich für den Nordostring eingesetzt haben: „Die Regierung weiß nicht, wer sie auf die angebliche Notwendigkeit der Straße hingewiesen hat, aber dennoch ist der Hinweis dieser aus der Erinnerung verschwundenen Mandatsträger Anlass genug für eine zeit- und kostenintensive Prüfung.“

11 Kommentare Kommentar schreiben

Nordostring: Der Nordostring ist egal unter welcher Regierung tot. Der Verband Region Stuttgart (CDU/Freie Wähler dominiert) will ihn nicht, Grün/Rot nicht, Schwarz/Gelb wollte ihn auch nicht. In der vorliegenden Planung ist er auch mehr als fragwürdig. Denn einen Schurwaldtunnel bis zur B313 wird es nicht geben. Die Baukosten beinhalten lediglich den vierspurigen Ausbau zwischen Zuffenhausen und Waiblingen. Folge: Die ohnehin schon überlasteten Abschnitte der B10 BABA Zuffenhausen - Teiler B10/B27 Zuffenhausen, Kappelbergtunnel, B10 im Neckartal und Einfahrt Stuttgart von Südosten (Neckartor!) würden noch mehr belastet. Eigentlich ist schon eine solche Überlegung Wahnsinn! Vor allem dann solche Nadelöhre wie die einspurige Abbiegung von der B14/29 in Untertürkheim Richtung B10/Esslingen mit Tempo 60 als Ende einer zweispurigen (nur Richtungsfahrbahn) Nordumfahrung von Stuttgart mit Tempo 120 hinterm Kappelbergtunnel. Nein! Eine Nordumfahrung würde nur funktionieren, wenn von der A81 im Bogen östlich an Stuttgart vorbei eine zusätzliche vierspurige Trasse zur A8 irgendwo bei Wendlingen/Filder gebaut werden würde. Alles andere würde die Probleme nur verlagern/verschärfen.

Nordostring: Nur mal zum Vergleich: für die Sanierung der Oper in Stuttgart sind deutlich über 300 Millionen € veranschlagt. Sind natürlich verschiedene Kostenträger / Entscheider, aber es ist schon spannend, wie die Prioritäten in unserer Politik so aussehen...

stuttgarts kernraum braucht enlastung: stuttgarts innenstadt und der regionale kernraum rund um den stuttgarter talkessel, cannstatt, feuerbach, pragsattel, degerloch, vaihingen sowie die neckarvororte brauchen eine verkehrstechnische entlastung. es war törricht und unfug, den gesamten städtischen verkehr über die b10 am neckar entlang oder über die b14 durch den engen stuttgarter talkessel zu schleusen. stau, feinstaub und einbussen der lebensqualität und der gesundheit der bürger waren die folgen. daher müssen nun alternativen gesucht werden, die ökologisch und zukunftsorientiert sind. der nordostring ist daher auch ein wichtiges bindeglied um einen stuttgarter ringschluss zu erreichen. ebenso die filderauffahrt zur a8. am besten sogar noch an dem b14/b10-verteiler einen tunnel direkt hoch auf die fildern an die a8 bauen. diese investitionen sind gerechtfertigt. schon heute leiden viele menschen unter den folgend des staus und des feinstaubs. das sind auch kosten, die den investitionen dagegen gerechnet werden müssen.

Dejavu: Und da ist sie wieder die Grüne "wasch mich, aber mach mich nicht nass" Politik. Irgendwann sind, wenn überhaupt, im Raum Stuttgart nur noch Betriebe, die Produkte für die Datenautobahn produzieren. Der Teil der Bevölkerung, der jetzt noch im produzierenden Gewerbe tätig ist, schaut dann in die Röhre.

Zukunftsweisend: Zweispurig ist out. Einspurig mit Ampelregelung reicht völlig. Und natürlich nur für Elektroautos. Die können dann in der Wartezeit aufladen. Die anderen müssen weiterhin durch den Kessel fahren.

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