Waiblingen - So mancher Autofahrer hat die vierspurige Straße hinter dem Fellbacher Kappelbergtunnel, auf der man sich in Richtung Rems- oder Murrtal einsortieren muss, in der Vergangenheit offenbar mit einer Rennstrecke verwechselt. 180 Stundenkilometer seien dort, wo Tempo 100 erlaubt ist, mitunter gemessen worden, sagt der stellvertretende Waiblinger Ordnungsamtschef Oliver Conradt. Der Streckenabschnitt sei schon von jeher als ein Unfallschwerpunkt eingestuft.
Jetzt sollen zwei stationäre Geschwindigkeitsüberwacher unbelehrbare Raser ausbremsen. Die Stadt Waiblingen hat rund 200 000 Euro in die säulenförmigen Blitzgeräte investiert, die als der neueste Stand der Technik gelten. Am Mittwoch ist je eine „Radarfalle“, die gar keine ist, weil sie mit Lasermesstechnik funktioniert, in beiden Fahrtrichtungen „scharf gestellt“ worden, und schon sind die ersten Geschwindigkeitssünder fotografiert worden.
Den stellvertretenden Ordnungsamtsleiter wundert das nicht, schließlich sei der Standort der modernen Starenkästen den meisten Rasern noch unbekannt. Zudem gibt es für die örtliche Bußgeldstelle reichlich potenzielle „Kundschaft“: jeden Tag kommen an dieser Stelle rund 90 000 Fahrzeuge vorbei.
Doch der Vorwurf der „Abzocke“ ist für Conradt unangebracht: „Wenn sich alle an das erlaubte Tempo halten, passiert gar nichts.“ Die Stadt habe die Blitzer nicht angeschafft, weil sie eine lukrative Einnahmequelle gewittert habe, sondern um die Unfallgefahr auf dem achtspurigen, zwei Kilometer langen Streckenabschnitt zu verringern. Man sei schon seit Jahren an dem Thema dran, doch bisher sei die Überwachungstechnik für eine derartige Verkehrsdichte nicht geeignet gewesen. Bisher sei eine Kontrolle nur durch Zivilstreifen der Polizei möglich gewesen, die mit videobestückten Fahrzeugen Temposünder verfolgen mussten. „Und das war einfach nicht genug“, sagt Conradt.

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