Neuer Disney-Film „Ralph reicht’s“ Auch Pixelkerle brauchen Trost

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Disneys witziger Computertrickfilm „Ralph reicht’s“ führt uns zurück in die Welt der alten Konsolenspiele. Dort gehen sogar die Bösewichte in die Selbsthilfegruppe.

Die Figuren aus den Computerspielen führen ein Eigenleben. Foto: dpa
Die Figuren aus den Computerspielen führen ein Eigenleben.Foto: dpa

Stuttgart - Manche Sätze trennen ganze Generationen voneinander. Einer dieser Spalter lautete mal: „Aber das ist doch ewig das Gleiche!“ Väter und Mütter, Onklen und Tanten seufzten ihn in den 80er Jahren, um Kinder auf die Monotonie der plötzlich aufgetauchten Videospiele aufmerksam zu machen.

Bei „Pac-Man“ sauste doch immer nur ein gefräßiger Kugelkopf durch ein Labyrinth, verfolgt von albernen Gespenstern! In der Welt von „Super Mario Bros.“ hüpfte stundenlang ein aus groben Pixeln kantig zusammengefügter Schnurrbartgnom über Hindernisse hinweg! Mindestens Ödnis und Leere sahen die Erziehungsberechtigten in diesen neuen Eckpfeilern der Kindheit.

Disneys neuer 3-D-Computeranimationsfilm „Ralph reicht’s“ gibt interessanterweise beiden Seiten recht, den faszinierten Kindern und den verständnislosen Eltern von damals. Diese Komödie spielt nämlich in einer modernen Daddelhalle, in der auch ein paar klassische 8-Bit-Konsolen vor sich hinrumpeln dürfen, solange sich noch Kinder locken lassen.

Der Film spielt im Inneren der Spiele

Genauer gesagt, der Film spielt nur für wenige Momente im für Menschen betretbaren Teil der Halle. Die meiste Zeit befinden wir uns im Inneren der Spiele. Man muss die Ähnlichkeit der Figuren dort mit Ehrenplatzinhabern des Spielemuseums wie Sonic der Igel oder Donkey Kong gar nicht erkennen, um den Rücksturz in andere Zeiten genießen zu können.

„Ralph reicht’s“ schwelgt zum einen in nostalgischer Rückerinnerung. Man könnte auch sagen, Disney bietet den Eltern gewordenen Daddlern von damals mit diesem Film die Chance, ihrem Nachwuchs die Spiele-Oldies als cool, kultig und aufregend vorzuführen. Zum anderen aber greift der Film die Kritik der Eltern der 80er Jahre auf. Die Abläufe der Spiele werden uns als variationsarm vorgeführt. Sie bilden ja schließlich, für erwachsene Zuschauer wird die Ironie fast schmerzlich, den Arbeitsalltag der Figuren.

Diesen Malochetrott halten sie aus, weil es auch einen Feierabend gibt. Wenn die Spielhalle dicht macht, haben die Figuren frei. Sie können einander sogar in den anderen Konsolenwelten besuchen. Nicht nur im Grundentwurf erinnert das an Werke aus dem Studio Pixar, das Disney sich einverleibt hat. John Lasseter von Pixar ist der Produzent von „Ralph reicht’s“.

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