Mercedes feiert Weltpremiere Daimler investiert in neue Busse

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Für 400 Millionen Euro ist der Mercedes-Reisebus Tourismo erneuert worden, der die Nummer eins unter den Reisebussen in Europa ist . Mit der Neuauflage will die Bussparte von Daimler die führende Position verteidigen.

Weltpremiere des Mercedes Tourismo in Brüssel. Foto: Daimler
Weltpremiere des Mercedes Tourismo in Brüssel. Foto: Daimler

Stuttgart - Nach knapp 20 Jahren schickt Daimler eine neue Generation des Mercedes-Reisebusses Tourismo ins Rennen, der für den Stuttgarter Konzern eine Schlüsselrolle in diesem Geschäft spielt. „Der Tourismo ist der erfolgreichste europäische Reisebus aller Zeiten“, sagte Hartmut Schick, Chef der Bussparte, während der Weltpremiere des neuen Hoffnungsträgers in Brüssel. Das Vorgängermodell hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge insgesamt rund 26 000 Fahrzeuge verkauft, allein im vergangenen Jahr seien mehr als 2000 Exemplare an Kunden übergeben worden. Das entspreche einem Marktanteil von rund 20 Prozent in Europa, womit der Tourismo hier die Nummer eins sei. „Wir gehen davon aus, dass wir mit dem neuen Modell diesen Marktanteil halten können“, sagte Schick.

Kraftstoffverbrauch sinkt um bis zu sieben Prozent

Die neue Generation des Tourismo soll vor allem mit einem um bis zu sieben Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch punkten. Erreicht wird dies nach Angaben des Unternehmens durch eine bessere Aerodynamik, eine leichtere Karosserie und einen sparsameren Motor. Für die Entwicklung und Produktion der neuen Reisebusgeneration hat das Unternehmen 400 Millionen Euro investiert. Produziert wird der neue Tourismo wie bereits der Vorgänger in Hosdere bei Istanbul. Vor einigen Jahren ist die Produktion sämtlicher Reisebusse der Marke Mercedes-Benz dort konzentriert worden. Die türkische Fabrik ist mit rund 4400 Beschäftigten mittlerweile der größte Standort der Bussparte. In Deutschland hat der Konzern einen Produktionsverbund zwischen Mannheim mit rund 3400 und Neu-Ulm mit rund 3900 Beschäftigten aufgebaut. In diesem Verbund werden Stadtbusse der Marke Mercedes-Benz sowie Überland- und Reisebusse von Setra produziert. In Mannheim findet der Rohbau für sämtliche Busse beider Marken statt, die Lackierung erfolgt in Neu-Ulm. Bei der Montage konzentriert sich Mannheim auf Stadtbusse und Überlandbusse für den Linienverkehr, während in Neu-Ulm sowohl diese als auch Setra-Reisebusse montiert werden. Mit diesem Verbund zwischen Mannheim und Neu-Ulm sollen Kosten gespart und die starken saisonalen Schwankungen im Busgeschäft abgefedert werden. Während die Produktion von Reisebussen vor allem in der ersten Jahreshälfte brummt, wird der Großteil der Stadtbusse in der zweiten Jahreshälfte gefertigt.

Beschäftigung in den Bus-Werken soll stabil bleiben

Diese Aufteilung der Produktion verschiedener Modelle zwischen der Türkei und den deutschen Werken sorgt laut Spartenchef Schick dafür, dass alle Standorte gut ausgelastet sind. Die Beschäftigung sei stabil. Daimler ist mittlerweile der einzige Hersteller, der noch komplette Busse in Deutschland herstellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hierzulande noch mehr als ein Dutzend Busbauer.

Mit dem neuen Tourismo rechnet sich Daimler auch weiter gute Chancen im Fernbusgeschäft aus, das nach der Liberalisierung vor einigen Jahren einen Boom erlebte – dann jedoch von einer Konsolidierung der Anbieter geprägt war. Flixbus hat in Deutschland eine dominierende Position erobert. Die Bussparte von Daimler hat im deutschen Fernbusgeschäft nach Angaben des Unternehmens einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent, in Europa sind es rund 40 Prozent. Bei den Reisebussen insgesamt ist Daimler nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent mit deutlichem Abstand die Nummer eins. Im Fernbusgeschäft wird nach dem stürmischem Wachstum nun in diesem Jahr nur mit einem moderaten Zuwachs gerechnet. Doch Daimler-Buschef Schick wertet dies als Übergangsjahr. Denn die Busse seien mehr unterwegs als früher. Deshalb müsse die Fernbus-Flotte bald erneuert werden. „Die Welle wird wiederkommen, weil sukzessive Ersatz beschafft wird“, sagt Schick voraus. Im nächsten Jahr will das Unternehmen auch Elektrobusse auf den Markt bringen, die in Mannheim produziert werden sollen.

Insgesamt rechnet die Bussparte von Daimler in diesem Jahr mit einem deutlichen Absatzplus und einem leichten Anstieg des Gewinns. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um acht Prozent auf 900 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte deutlich auf 65 Millionen Euro zu.

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