Neues Angebot an Hochschule der Medien Druckstudiengang als internationaler Anziehungspunkt

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Die Hochschule der Medien sieht in der Druck- und Verpackungstechnik eine Zukunftsbranche – und richtet ihr Studienangebot neu aus. Zum Sommersemester 2018 soll auf dem Vaihinger Campus der erste englischsprachige Bachelorstudiengang beginnen.

Die Hochschule der Medien will noch mehr Internationalität auf den Campus bringen – und für die Industrie weltoffene Ingenieure ausbilden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Hochschule der Medien will noch mehr Internationalität auf den Campus bringen – und für die Industrie weltoffene Ingenieure ausbilden. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - „Das Wort ‚Druck’ schreckt viele ab“, sagt Alexander W. Roos, der Rektor der Hochschule der Medien (HDM). Dies habe auch die Bewerbersituation bei dem Studiengang Druck- und Medientechnologie gespiegelt – „es war die schlechteste von allen Studiengängen an der HDM – wir sind grad so voll geworden“. Dabei biete die Verpackungsbranche sehr gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt: „Sie wächst gigantisch, und sie ist hochtechnologisch“, so Roos. Hinzu kommt: „Wir haben hier Ingenieurmangel“, ergänzt der Studiendekan Volker Jansen. „Die Firmen rufen hier an und fragen nach Absolventen.“Deshalb habe man den Bachelorstudiengang neu konzipiert, er heißt künftig „Media Technologies“.

Es ist der erste englischsprachige Bachelor, und er richtet sich an Studierende aus der ganzen Welt. „Wir wollen dezidiert Ausländer ansprechen, das wird unsere Hauptzielgruppe sein“, sagt Roos. Man hoffe, dass viele Absolventen hier bleiben und als Ingenieure einen Job in der hiesigen Wirtschaft übernehmen und, dass die übrigen „hoffentlich ein positives Deutschlandbild mitnehmen“ und zu Ansprechpartnern im Ausland werden.

Batterien, Antennen und Pufferspeicher für Solarpaneele

Ziel sei es, Fach- und Führungskräfte für die internationale Druck-, Medien- und Zulieferbranche auszubilden und dabei technische, betriebswirtschaftliche und soziale Kompetenzen zu verbinden. In der Druckbranche stellten sich immer neue Anforderungen – etwa für Beschichtungstechnologien bei Lebensmitteln oder der Fälschungssicherheit von Arzneimitteln, erklären Roos und Jansen. Auch der 3-D-Druck sei ein riesiges Feld: „Manche sagen, vielleicht verändert sich dadurch auch die Globalisierung“, sagt Roos: „Datenströme statt Güterströme“.

Längst könne man etwa in großen Mengen Batterien billig drucken. Auch Antennen, Chipstrukturen oder Pufferspeicher für Solarpaneele könnten gedruckt werden. Aber auch bei Themen wie Lifestyle, Nachhaltigkeit, Emotionalisierung von Produkten seien das Knowhow und die Kreativität der Druckbranche gefragt. Bisher kommen von den insgesamt 4900 HDM-Studierenden etwas mehr als 400 aus dem Ausland – darunter auch 40 Chinesen, die den deutsch-chinesischen Doppelstudiengang Druck- und Medientechnologie belegen – „das ist eine eingeschworene Gemeinschaft“, sagt Roos, „die kommen in einer extrem fremden Kultur klar“.

Genau das sei eines der Ziele in dem neuen englischsprachigen Bachelor: „Dieser Studiengang soll ein Kristallisationspunkt sein, an dem auch die Menschen zusammenfinden“, erklärt der Rektor. „Wir wollen den Leuten auch beibringen, in einer internationalen Umgebung zu arbeiten – dazu braucht man eine gemeinsame Sprache: Englisch.“

Aber auch Deutschkurse gehören zum Pflichtprogramm. Denn die Absolventen sollen die Voraussetzungen für den deutschen Arbeitsmarkt erfüllen. Mab werde den ausländischen Studierenden auch helfen, hier Fuß zu fassen. „Wir werden ein systematisches Paket anbieten: Wir organisieren alles – gegen Gebühr: Zimmer, Nachhilfe, Putzservice.“ Dass Nicht-EU-Ausländer künftig 3000 Euro Studiengebühr im Jahr bezahlen sollen, sieht Roos unkritisch: „Im Vergleich mit den Studiengebühren im angloamerikanischen Ausland sind die Studiengebühren hier sehr überschaubar.“ Natürlich würde er sich „wünschen, dass mehr von diesen Gebühren an der Hochschule hängenbleibt“. Allerdings werde man nicht jeden Bewerber nehmen und zum Sommersemester 2018 zunächst mit 25 Studierenden starten – allerdings mit vorgelagerter Bewerbungsfrist. „Wir wollen ein Motivationsschreiben“, sagt Roos. Zudem müssten die Interessenten samt ordentlichen Eingangsnoten auch gute Englischkenntnisse nachweisen. Die ersten hätten sich schon gemeldet. „Sie wollen bis 2018 warten“, sagt Jansen.

Hochschule verlangt Motivationsschreiben

Ein weiterer neuer Studiengang heißt Integriertes Produktdesign. Dieser Bachelor ist auf Deutsch, ebenfalls mit NC, und soll bereits zum Wintersemester 2017/18 beginnen – mit 20 Studierenden. „Er führt Dinge zusammen, die in der heutigen Medienwelt zusammengehören“, sagt Roos: Verpackung, Produktdesign und Internet. „Auch hier werden wir von den Bewerbern zusätzlich etwas verlangen“, kündigt der Rektor an – unter anderem eine Mappe. „Wir wollen Leute, die dafür brennen.“