Neues im Straßenverkehr Mehr grüne Ampeln für Stuttgart
Christine Bilger, 13.09.2011 10:02 Uhr
In Stuttgart soll es bald mehr "grüne Wellen" geben. Foto: AP
In Stuttgart soll es bald mehr "grüne Wellen" geben. Foto: AP
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Stuttgart - Hat man es eilig, dann nervt jede einzelne rote Ampel auf dem Weg - Autofahrer ebenso wie Fußgänger und Radfahrer. Laut einer Statistik hat Stuttgart seit dem vergangenen Jahr zwei Lichtsignalanlagen mehr als noch 2009. Dabei sind sechs ab- und nur sechs neu aufgebaut worden. Die Erklärung: im technischen Referat der Stadt hat man die Statistik bereinigt und zwei Sonderanlagen, die selten leuchten, auf die Liste gesetzt. Die beiden Ampeln stehen an den Unterführungen der Bundesstraße 14 und schalten nur dann auf Rot, wenn bei Starkregen Hochwasser in den Tunneln herrscht. "Über einen Wasserfühler gesteuert schalten sich diese Anlagen in solch einem Fall an", sagt Reinhard Unkhoff, der Sachgebietsleiter für Signalsteuerung,

Es wird also nicht mehr Rotlicht entlang den Straßen der Stadt geben als bisher. Und noch eine gute Nachricht hat Unkhoff: Auf vier Strecken wurde beziehungsweise wird noch die Ampelschaltung so verändert, dass die Autofahrer bei einer konstanten Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde eine grüne Welle haben.

Pläne für Möhringer Landhauskreuzung

Auf der Bundesstraße10 im Bad Cannstatter Stadtgebiet und auf der Bundesstraße27 vom Charlottenplatz bis zum Bopser funktioniert die neue grüne Welle schon. Pläne gibt es bereits für die Möhringer Landhauskreuzung, an der sich die Verkehrsströme geändert haben. Weniger Berufspendler nutzen diesen Knotenpunkt seit der Verlegung der Daimler-Hauptverwaltung. Auch verlassen zunehmend weniger Autos an dieser Stelle die Bundesstraße27. Als Nächstes will die zuständige Abteilung in der Verwaltung Pläne für eine grüne Welle auf der Bundesstraße27 in Degerloch erarbeiten lassen.

Fast immer Grün sollen nun auch Buslinien auf weiteren Strecken als bisher schon haben. Ohnehin ist der öffentliche Nahverkehr an den meisten Knotenpunkten bevorrechtigt - mit wenigen Ausnahmen, etwa am Berliner Platz, wo sich vier Stadtbahnlinien kreuzen. Der Bus mit der Nummer 44 hatte auf dem Weg zum Westbahnhof hinauf oft Zeitverluste durch die roten Ampeln. Damit sich das ändert, mussten die Ampeln mit entsprechenden Empfangsgeräten ausgestattet werden, die auf das Signal der Steuergeräte reagieren. Bis auf die Kreuzung der Rotebühl- mit der Schwabstraße war die Buslinie 44 bereits mit dieser Technik ausgestattet.

Grüne Pfeile

Dem flotteren Vorankommen in der Stadt dienen auch grüne Pfeile, die das Abbiegen trotz roter Ampel erlauben. Davon gibt es aber nur wenige in Stuttgart. "Da werden die Autofahrer zu unvorsichtig", begründet Reinhard Unkhoff den sparsamen Einsatz dieses kleinen Zusatzschildes.

Im Stuttgarter Westen seien mehrere von den Einmündungen auf die Schlossstraße wieder entfernt worden, da sie zu heftigen Bremsmanövern der Stadtbahnen geführt hatten: Die Bahnfahrer wissen, dass eigentlich kein Auto die Straße queren kann, wenn der gelbe Zug über die Kreuzung rollt. Es sei jedoch öfter vorgekommen, dass sie stark gebremst hätten, wenn in den Einmündungen Autos losgefahren seien - da es für den Bahnfahrer nicht erkennbar war, dass das Auto nach rechts abbiegen und nicht geradeaus fahren würde.

Der grüne Pfeil ist eine Regel aus der DDR, die nach der Wende im Westen übernommen wurde. Ein anderes Relikt aus jener Zeit sucht man in Stuttgart vergeblich: Fußgängerüberwege mit knubbeligen Ost-Ampelmännchen gibt es hier nicht.

Kommentare (15)
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MRZ
02
walmaat, 21:19 Uhr

Ampeln in Stuttgart

Bekanntlich benötigt das Anfahren mit dem Auto am meisten Energie und hat somit auch den größten Schadstoffausstoß. Pförtnerampeln kann ich in Heslach verstehen, nicht aber im Rest der Stadt. Wie z.B. in Feuerbach (B295) oder im Innenstadtbereich, wo man sicher sein kann, daß man an fast jeder Ampel anhalten muss. Das Kostet nicht nur Nerven und fördert Aggressivität sondern auch Verschleiß und Treibstoffe.

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SEP
13
masochist, 16:14 Uhr

heslach

hui, hier tummeln sich ja die "verkehrsexperten" von vorgestern. freie fahrt für freie bürger mal wieder? au weia, wacht auf. heslach ist genau deshalb so lebenswert, weil die blechkolonnen mit pförtnerampeln bewusst draussen bzw. im tunnel gehalten werden. und für die mehr als einfältige adac-argumentation, dass der "flüssige" verkehr weniger abgase produzieren würde, sollte man sich einfach nur schämen.

-1
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SEP
13
jackinhtebox, 16:12 Uhr

kann mich meinen Vorrednern nur anschließen

die Grünen Wellen, an die ich mich noch aus meiner Jugend erinnern kann, so in den 80ern, z.T. noch mit Geschwindigkeitsampeln - wo sind die hin? Es gibt sie nicht mehr. In JEDER dt. Groß- und Kleinstadt muß man AUF ALLEN Ein- und Ausfallstraßen bzw. Transversalen mindestens drei bis viermal anhalten. Warum wissen nur die Götter. Kann nicht auf der Theodor-Heuss-Str. bis Pragsattel eine Grüne Welle herrschen? WARUM müssen in Zeiten von computergesteuerter Signalgebung TÄGLICH Zehntausende von tonnenschweren PKWs bis auf Stillstand abgebremst werden, nur um 10 Sekunden später wieder mit johlenden Motoren auf 50-60 km/h beschleunigt zu werden? Warum? Ich bin wirklich kein Autofan und denke, unnötige Fahren sollten soweit als mölglich vermieden werden, aber die Ampelschaltungen, die in dt. Städten seit den 90er Jahren eingeführt wurden sind skandalös, sinnlose Verschwendung von Lebenszeit und Ressourcen (Benzin), sie erzeugen Lärm, Reifenabrieb, Abgase und Feinstaub. Eine Schande, zu verantworten von kleingeistigen Kommunalpolitikern und imkompetenten Verkehrs"experten". Beschämend.

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